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Potsdam Endlich wieder daheim
Lokales Potsdam Endlich wieder daheim
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10:58 30.12.2014
Die Seniorinnen, ihre Angehörigen und ehrenamtlichen Pfleger sind eine besondere Hausgemeinschaft. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Man mag sie sich nicht vorstellen, diese Frau, in der noch immer die Lebenslust glimmt, wie sie allein gelassen in einem leeren Zimmer sitzt und wartet. Darauf, dass einer kommt, der mit ihr spazieren geht, der mit ihr singt und tanzt und ein Späßchen macht, der ihr die Hand drückt, ihre Wange streichelt und sie auch mal tröstet. Der da ist, ohne auf die Uhr zu schauen, weil er jetzt unbedingt weiter muss, nicht bleiben kann. "Hier ist es wahr und lebendig, schön und kuschelig", sagt Gabriele Grafenhorst. "Es ist einfach wunderbar."

Eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz

Gabriele Grafenhorst ist 72 Jahre alt, aber die Frage nach ihrem Alter kann sie selbst nicht mehr beantworten. Jeden Tag taucht sie tiefer hinab in eine Welt, die für ihre Familie und Freunde unerreichbar ist. Dass die Sonne aber auch in diese Welt hineinscheint, dafür haben sie gesorgt. Sie haben für Gabriele Grafenhorst einen Platz in einer Wohngemeinschaft für Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Demenz gesucht. In einem Heim, sagen sie, würde Gabriele sterben.

Tatsächlich stand es in diesem Jahr auf Messers Schneide. Denn die WG in der Babelsberger Rudolf-Breitscheid-Straße musste im April nach einem Brand ausziehen. Ein Zurück ins vertraute Haus und die bekannte Runde gab's nicht - die damals acht Bewohner wurden in alle Winde verstreut und auf verschiedene Wohngruppen verteilt. Die Sorge um das körperliche und seelische Wohl der Senioren aber blieb den Angehörigen. Sie waren mit der Pflege unzufrieden und wünschten sich die alte WG wieder. Eine schier unmögliche Aufgabe angesichts des engen Potsdamer Immobilienmarkts und der durch den (von einer Betreuerin verursachten) Brand entfachten Debatte um die Sicherheit in Demenz-WGs.

Das neue Wohnhaus. Quelle: Bernd Gartenschläger

Rechtliche Grauzone

 
 

Die Helfer sind am Limit

 
 

Eine junge Frau mit Baby ist dabei, aber auch Lies-Hilde Winzer, die gerade in Rente gegangen ist und nach dem Berufsleben als Sozialpädagogin jetzt nicht "von hundert auf null runter" will. An ihrem ersten Tag in der WG nimmt die 65-Jährige Gabriele Grafenhorst mit auf einen Spaziergang. Als die Frauen zurückkommen, leuchten in den Fenstern des WG-Häuschens die Weihnachtspyramiden. Dahinter leben nicht nur fünf alte, hilfsbedürftige Damen, sondern auch "Liebe und Zuneigung", wie Manja Sprdlik sagt. "Und die sind wichtiger als alles andere."

Die "Lebenswert"-WG

  • Die Demenz-WG in der Heinrich-Mann-Allee beherbergt fünf Frauen, die rund um die Uhr ehrenamtlich betreut werden.
  • Das 180-Quadratmeter-Haus hat zwei Etagen und Garten.
  • Der Verein „Lebenswert“ sucht dringend weitere Unterstützung, auch finanzielle. Helfer melden sich bei Manja Sprdlik: Tel. 0172/9 91 27 09.

Von Nadine Fabian

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