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Endlich wird ein Traum wahr

Wissenschaft in Golm Endlich wird ein Traum wahr

Die Arbeitsgruppe des Chemikers Peter H. Seeberger vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung musste länger warten, als gedacht, bis sie vom Berliner Provisorium ins Golmer Mutterhaus umziehen konnte. Dafür sind der Department-Leiter und seine rund 70 Mitarbeiter von dem 20 Millionen schweren Anbau umso begeisterter.

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Der Max-Planck-Erweierungsbau auf dem Golmer Campus.

Quelle: Friedrich Bungert

Golm. Junge Wissenschaftler wie Kerry Gilmore sind begeistert. „Es ist eine Ausstattung auf höchstem Niveau“, sagt der US-Amerikaner Gilmore. Gilmore arbeitet zum Beispiel inmitten eines Laborraumes jetzt oft in einer Art Glaskabinett, das praktisch eine riesige Abzugshaube für sich selbst ist. „Wir können hier viele Experimentalaufbauten zusammenstellen und wieder auseinandernehmen. Das ist viel effizienter und kostengünstiger als bisheriges Experimentieren.“ So kann Gilmore die Grundlagenstoffe für neue Medikamente gegen Aids, Malaria und Herzerkrankungen entwickeln. Sein Chef, der Chemiker Peter H. Seeberger, nennt das Kabinett das Labor der Zukunft. „Es ist das erste seiner Art – außer in Cambridge.“ Hightech vom Feinsten habe man sich hier in Golm geleistet.

Sieben Jahre Planung und zwei Jahre Bauzeit gingen ins Land, bis der Erweiterungsbau des Max-Planck-Instituts für Kolloid und Grenzflächenforschung stand. Am Montag feierten Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD), Max-Planck-Generalsekretär Ludwig Kronthaler und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) die offizielle Einweihung des 18,8 Millionen teuren viergeschossigen Baus mit einer Nutzfläche von 2300 Quadratmetern.

Schrittmacher für die Wissenschaft

Das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung wurde schon am 1. Januar 1992 als Nachfolger der Institute für Physikalische Chemie und für Organische Chemie in Berlin-Adlershof und für Polymerchemie in Teltow gegründet. Die eigentliche Arbeit begann aber erst am 1. Oktober 1993. Heute hat das Institut in seinen vier Forschungsabteilungen rund 300 Mitarbeiter.

Einen „wahren Talentschuppen “, nennt Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD) das Haus. Aus dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung seien schon etwa 50 Professuren hervorgegangen. Der jetzt hinzugefügte Erweiterungsbau trage zum weiteren Wachstum des Wissenschaftsparks bei: „Golm ist ein Schrittmacher für die Wissenschaft in der Region“, so Kunst.

 

Profitieren von dem Haus wird vor allem die Abteilung Biomolekulare Systeme unter Professor Seeberger. Der mehrfach ausgezeichnete Chemiker musste mit seiner Forschung zur Zuckersynthese bisher in Räumen der Freien Universität FU) Berlin in Dahlem residieren. Erst jetzt kommt der 2008 ans Institut berufene Professor mit seinen rund 70 Mitarbeitern ans Golmer Mutterhaus. Von Seeberger dürfen auch wirtschaftliche Impulse erwartet werden. 2012 gründete er das Unternehmen Artemiflow, um die Entwicklung und Anwendung eines Reaktors zur Herstellung von Artemisin voranzutreiben. Artesimin dien als Grundstoff für Malaria-Medikamente. Seeberger ist von dem Bau begeistert. Es sei das Haus mit der größten Dichte an Digestorien, also Abzugshauben, das er kenne. Je mehr Abzugshauben, desto mehr Forscher können gleichzeitig arbeiten. „Nach sechs Jahren Wartezeit wird endlich ein Traum wahr“, sagt Seeberger.

Wissenschaftsministerin Kunst ist sicher, dass der Erweiterungsbau trage eine wichtige Wegmarke beim weiteren Wachstum des Wissenschaftsparks ist. Insgesamt versteht sie Golm als „Schrittmacher für die Wissenschaft in der Region“. Das sieht auch Potsdams OB Jakobs so. Zur Eröffnung kündigte er noch einmal an, dass die Stadt nun ohne private Investoren ein „Go-In 2“ stemmen wollen. Demnach gibt es einen Grundsatzbeschluss der Stadt, dass neben dem „Go-In“ ein weiteres Technologiegründerzentrum mit einer Nutzfläche von 5000 Quadratmetern entstehen soll. Trägerin soll die Technologie- und Gewerbezentren Potsdam GmbH (GWP), eine Tochtergesellschaft der Stadt, sein. Jakobs könnte sich eine Fertigstellung schon 2017 vorstellen. Dass die Startups, die sich dort einmieten, Verträge von zehn oder gar 20 Jahre bekommen, sei nicht ausgeschlossen.

Von Rüdiger Braun

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