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Potsdam Endspurt am Lerchensteig
Lokales Potsdam Endspurt am Lerchensteig
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09:35 27.02.2018
Lerchensteig und Scneiderweg sind am Rande der geschützten Lennéschen Feldflur gelegen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Bornim

Zum Greifen nahe scheint der Fußballplatz, der in den kommenden drei Jahren an der Ecke Lerchen­steig/ Schneiderweg gebaut werden und vor allem den Potsdamer Kickers 94 offen stehen soll. Die Stadtverordneten sind aufgefordert, in der kommenden Woche den Auslegungsbeschluss für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes zu fassen. Mit der Änderung werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung „eines wettkampfgerechten Fußballgroßplatzes“ geschaffen, wie es im Begleittext heißt. Doch während der Grundstückseigentümer, der Awo Bezirksverband Potsdam, das Projekt befürwortet, hegen Anwohner, Natur- und Denkmalschützer Sorgen.

Bedenken äußert nun auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und fordert einen Vergleich der denkbaren Standorte. Das Thema macht daher gerade erneut die Runde durch die Fachausschüsse der Stadtverordnetenversammlung. Am heutigen Abend ist der Bauausschuss an der Reihe.

Bei den Kickers herrscht seit anderthalb Jahren Aufnahmestopp

Wie dringend der Platz benötigt wird, erklärte der Kickers-Vereinsvorsitzende Wolfgang Schaffernicht in den vergangenen Tagen bereits im Umwelt- sowie im Bildungsausschuss. Der 1994 gegründet Vereine zähle derzeit 450 Mitglieder, mehr als 380 davon seien Kinder, so Schaffernicht. Der Run auf die Kickers sei zwar ungebrochen. „Aber seit anderthalb Jahren haben wir einen absoluten Aufnahmestopp. Drei, vier Mal in der Woche bekomme ich einen Anruf, bei dem ich einer Mutti, einem Vati oder Opa sagen muss, dass wir keinen Platz haben.“

Der Grund: Seit das Ernst-Thälmann-Stadion 1999 abgerissen und der Neue Lustgarten für die Bundesgartenschau 2001 rekonstruiert wurde, sind die Kickers die Vagabunden unter den Potsdamer Fußballern. Derzeit trainieren die Blau-Weißen auf an vier Orten: in Bornim, am Luftschiffhafen, in Neu Fahrland und an der Kirschallee. „Und das Vereinsheim ist das Zimmer des Vereinsvorsitzenden“, so Schaffernicht. „Das ist alles sehr, sehr anstrengend.“

Auch für die Fußballer ist der Standort ein Kompromiss

Seit zwei Jahren laufe nun zum Glück die Suche nach einem geeigneten Standort, an dem „ein wettkampffähiger Fußballplatz mit dem Maß 60 mal 90 Meter“ nebst Vereinsheim gebaut werden kann, so Schaffernicht. Zwar gefalle dem Verein der Lerchen­steig „auch nicht so gut“, gab der Kickers-Chef zu. „Wir wissen aber, wir kommen nicht dichter ran. Und es geht ja nicht nur um die Kickers, es geht um die Menschen, die im Norden wohnen.“

An dieser Stelle soll der Fußballplatz auf dem Awo-Gelände am Lerchensteig gebaut werden. Quelle: Stadt

Zu denen gehört Uwe Plenzke. Auch er legt derzeit in den Ausschüssen seine Sicht der Dinge dar. „Ein Sportplatz im Potsdamer Norden ist richtig und wichtig, da gibt es keinen Widerspruch!“, so Plenzke. „Aber der Standort am Lerchensteig ist absolut ungeeignet. Es muss einen anderen Standort geben!“ Er habe im Namen der Anwohner des Schneiderwegs schon einige Briefe und E-Mails geschrieben, Akteneinsicht genommen und Beratungsrunden mit dem Bereich Stadtentwicklung besucht. „Wir kümmern uns dabei nicht nur um die sogenannten persönlichen Belange wie Schallschutz, Lichtimmission oder Abgase, sondern wir benennen immer wieder die öffentlichen Belange wie Denkmalschutz, Artenschutz und Naturschutz“, betont Plenzke. „Wir machen ein dickes Fragezeichen hinter das, was da in die Lennésche Feldflur hineingesetzt wird und sehen das mit großer Sorge – auch aus Sicht der Vereinsjugend.“ So sei der Platz abgelegen und sehr schwer zu erreichen, es gebe keinen Fuß- und keinen Radweg, auch die Straßenbeleuchtung fehle.

Zugvögel und die Feldflur müssen geschützt werden

Die bisherigen Stellungnahmen der Naturschutzverbände und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) stimmen in die Vorbehalte der Anwohner ein. So argumentieren die Naturschützer mit im Plangebiet gelegenen Rast- und Nahrungsflächen von Zugvögeln; zudem würden sich dort zahlreiche geschützte Biotope und Gehölze befinden, die vielen Arten als Nistplatz dienen. In ihrer schriftlichen Stellungnahme haben die Verbände angekündigt, dass sie den Bau eines „wettkampfgerechten Fußballgroßplatzes“ nicht befürworten können, und baten darum, Alternativstandorte zu prüfen.

Die Schlösserstiftung hält einen „Sportplatz ohne höhere Baulichkeiten“ – in diesem Fall vier Meter – für möglich. Es müsse jedoch zwingend vermieden werden, dass die Schaffung eines „wettkampftauglichen Fußballgroßplatzes“ den Bau „einer höhendominant wirkenden Flutlichtanlage“ zur Folge hat. Bei allen Maßnahmen, die in der Bornimer Feldflur durchgeführt werden, sei zu berücksichtigen, dass sie denkmalgeschützt ist „und ihr Erhalt oberste Priorität“ hat.

Die ersten Gutachten sind bereits in Arbeit

Die Verwaltung hat die Einwände geprüft, sagte Erik Wolfram, Bereichsleiter für Stadtentwicklung, in den Ausschüssen. Geändert habe man die Planung aber nicht. Ein Artenschutz- und ein Verkehrsgutachten sowie die Verbesserung der ÖPNV-Anbindung seien in Arbeit. Auch die privaten Belange würden berücksichtigt, so Wolfram, generell seien aber keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die Wohnqualität zu erwarten.

Die Verwaltung hat laut Wolfram diverse Standorte geprüft: eine Fläche in den Wallanlagen im Volkspark, eine im Remisenpark, eine An der Birnenplantage in Neu Fahrland, eine an der Ecke Reiherweg/ Pappelallee, eine am Weißen See, eine zwischen Kirschallee und Amundsenstraße, eine in den Roten Kasernen, eine im Nedlitzer Holz sowie eine Fläche auf dem Awo-Gelände, allerdings an der Ecke Lerchsteig/ Lindenallee gelegen. Ergebnis: „Der Standort ist alternativlos.“

Die Bornimer Feldflur – auch Lennésche genannt

Die Bornimer Feldflur geht auf Friedrich Wilhelm IV. zurück, der 1842 den Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné mit der Neugestaltung beauftragte.

Ziel war eine Verschönerung der Umgebung im Anschluss an die Gärten von Sanssouci mit Rücksicht auf landwirtschaftliche Erfordernisse.

Alleen entstanden, Ackerflächen wurden mit Laubgehölzen und Hecken gerahmt. Es erwuchs eine Landschaft, die zur Potsdamer Kulturlandschaft gehört und als wichtiges Erbe gilt. Dennoch hatte diese Landschaft nur etwa 100 Jahre Bestand und wurde nach 1960 im Rahmen der landwirtschaftlichen Großproduktion nahezu zerstört.

Zur Bundes­gartenschau 2001 wurde die Feldflur als Naherholungsgebiet wieder belebt, es wurden Wanderwege angelegt und Maulbeerbäume gepflanzt. nf

Von Nadine Fabian

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