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Potsdam Endspurt am Potsdamer Winzerberg
Lokales Potsdam Endspurt am Potsdamer Winzerberg
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00:31 17.04.2018
Baudenkmalpfleger Roland Schulze (l.) und SPSG-Gartendirektor Michael Rohde setzen vor den Augen von Fritz Koch die erste Scheibe ein. Quelle: Rainer Schüler
Potsdam

Selig hält Fritz Koch Geschenke in den Armen: einen Früchtekorb von Stiftungs-Gartendirektor Michael Rohde im rechten, eine Weinberg-Vitrinenscheibe von Baudenkmalpfleger Roland Schulze im linken.

"Lieber Fritz", ist darin eingraviert, "zur Erinnerung an Dein geliebtes Potsdam." Der Geehrte ist Berliner, aber ein Fan von Potsdam, ein jahrelanger Freund des Staudenzucht-Genies Karl Foerster, ein begabter Maler. Und er ist 107 Jahre alt. Vermutlich wird auch die Scheibe so alt, die er da so vorsichtig hält auf seinem Schoß, im Rollstuhl sitzend auf der ersten Bergterrasse. Die Scheibe ist die erste, die am Berg wieder in ein Vitrinengitter eingesetzt wird; alle 5000 Scheiben werden an Förderer, Spender und Freunde des Projektes vergeben und verkauft.

Das Weinbergprojekt ist fast auf den Tag genau neun Jahre alt. Im zehnten wird es fertig, versichert Schulze, der noch jeden Termin seiner Wiederaufbauprojekte gehalten hat. "Wann genau wir den Berg übergeben, sagen wir nicht", mauert er: "Wir schaffen das immer, weil wir keine Termine nennen. Wir machen das aus Spaß; wir machen uns nicht selber Druck." Wahrscheinlich schließt der bürgerschaftlich organisierte Aufbau, wie er angefangen hat: ohne Aufsehen, ohne Presse.

Gartendirektor Michael Rohde ist es recht. "Ich bin unglaublich froh, dass der Bauverein Winzerberg das hier managt", gesteht er der MAZ: "Wir haben so viele Objekte und müssen so viel Gefahrenabwehr leisten, dass wir gar nicht hinterher kommen." Die Stiftung unterstütze den Verein fachlich nach Kräften, "aber ohne den Verein würde dieses schöne Stück Welterbe wohl verfallen." Der Winzerberg sei für die Schlösserstiftung der "Idealfall von Zusammenarbeit". Er finde es phantastisch, dass die projektlenkende Baudenkmalpflege Roland Schulze engen Kontakt zu den Hochschulen halte und immer wieder Diplom- und Masterarbeiten zu Stiftungsobjekten generiere.

Nicht nur die Rekonstruktion der stufenförmigen Terrassenanlage bringt den gelernten Gärtner ins Schwärmen, vor allem der Erhalt alter Rebsorten. "Man kann keinen guten Wein aus einem Kern ziehen", erklärt er. Man müsse ein Stück von einem alten Stock auf einen normalen Weintrieb pfropfen; dann könne man die historische Sorte retten.

Und genau das machen die Gärtner am Berg vor dem Hauptallee von Sanssouci. Außer Wein bauen sie auch Kräuter an und Tomaten, hegen einige überlebende Obstbäume. Auf der obersten Terrasse über der Mauer E hat man einen "Urwald" gerodet und Trockenrasen angelegt, trocken, nicht weil er vertrocknet, sondern weil es die Pflanzen in ihm es trocken wollen. Regen durchfließt den lockeren Boden schnell; Nässe würde diesen Rasen umbringen. Rar ist so was in der Stadt.

Von Rainer Schüler

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