Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Englisch kann so easy sein

Sprachtraining mit Muttersprachlern Englisch kann so easy sein

Die 10. Klassen der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Potsdam lernten vier Tage lang mit englischen Muttersprachlern. Es galt die Furcht vor dem Sprechen einer fremden Sprache zu verlieren und dabei den Spaß nicht zu verlieren.

Potsdam, Haeckelstraße 72 52.38955 13.02283
Google Map of 52.38955,13.02283
Potsdam, Haeckelstraße 72 Mehr Infos
Nächster Artikel
Spielbank-Pläne für die Speicherstadt

Schüler präsentieren ihren Klassenkameraden zum Abschluss des Projekts ihre Ideen. Natürlich alles auf Englisch.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam West. Den Mut zu besitzen, sich in einer Fremdsprache zu unterhalten oder zu sprechen, ist für viele Jugendliche immer noch eine Überwindung. Das fehlende Vokabular oder die Angst, Fehler zu machen, sind oftmals zu groß. Gerade nach der 10. Klasse fehlt den Schülern manchmal die Sprachpraxis.

„Mein Schulprojekt“ ist bundesweit mit seinem Sprachprogramm darauf spezialisiert, den authentischen Kontakt zu Muttersprachlern herzustellen. Die Zehntklässler der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule haben vier Tage lang dieses Projekt umgesetzt, in dem sie mit sieben Muttersprachlern aus den USA, Israel, Australien und Großbritannien gemeinsam gelernt haben. Nebenbei bereiteten sie sich noch auf die bevorstehende Berufswelt vor. In kleinen Gruppen von 15 Jugendlichen unterhielten sie sich über die Kultur, die Herkunftsländer der Muttersprachler und über Bereiche, die im normalen Schulalltag nicht zwingend thematisiert worden wären. „Die Schüler haben uns Lehrern eine Stadtführung gegeben, natürlich auf Englisch“, sagt Silke Kastner, Spanisch- und Englischlehrerin der Gesamtschule und Initiatorin des Projektes an der Potsdamer Schule.

Finanziert wird das Projekt von der INISEK, der Initiative Sekundarstufe I, ein Förderprogramm des Landes Brandenburg, die für das Lehrmaterial und die Muttersprachler aufkommt. Das Programm hat sich zum Ziel gesetzt die „Berufs- und Studienorientierung an den Schulen zu stärken, die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen zu verbessern und so den Übergang Schule-Beruf zu erleichtern“, wie Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) im April 2015 sagte.

Im Vordergrund des Programms steht das Sprechen, aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Das wird in den Klassen schnell deutlich. Zwischen den Schülern und den Native Speakern besteht mehr eine freundschaftliche, als Lehrer-Schüler-Beziehung. Es wird viel gelacht und es herrscht eine gelöste Stimmung. Das half auch, die Furcht vor dem Sprechen zu überwinden. „Und weil die Lehrer uns zum Teil gar nicht verstehen, waren wir quasi gezwungen, Englisch zu sprechen, aber das ist ja gut“, sagt Anna (15). Mia (15) erklärt, dass sie nun viel leichter auf Englisch umswitchen kann und erntet prompt Lacher dafür.

Im Verlauf des Projekts wird deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler viel selbstbewusster werden. In ihrer Abschlusspräsentation, die zum Programm gehört, sprechen die Mädchen und Jungen frei vor der Klasse, erzählen Geschichten oder spielen kleine Theaterszenen vor. „Leon, da vorne zum Beispiel, wollte letzte Woche noch nicht mal etwas auf Deutsch vortragen! Und nun steht er da und spricht sogar auf Englisch!“ erzählt die Lehrerin Kerstin Richter begeistert.

„Die Schüler haben Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten bekommen“, freut sich die stellvertretende Schulleiterin Anke Ulbrich, für die die Teilnahme an dem Projekt ein „großes Glück“ gewesen ist. Ebenso resümiert die Initiatorin Silke Kastner die vier Tage positiv: „Wenn die Schüler so begeistert sind, wie ich den Eindruck habe, wollen wir das weiterführen, vielleicht auch in anderen Sprachen.“

Mekyas (15), zum Beispiel, kann sich jetzt nach dem Projekt vorstellen ins Ausland zu gehen. Nun traut er sich zu, in einer anderen Sprache zu reden. „Ich habe persönlich viel gelernt, obwohl wir nicht wussten, wie das abläuft. Aber die Lehrer sind auch cool!“

Andy lacht. Der 23-jährige Amerikaner bestätigt die Bereitschaft der Potsdamer Schüler: „Sie waren wirklich motiviert und wollten Englisch sprechen. Das hat Spaß gemacht!“ So sieht das auch Aya (24) aus New York City. Aber der schwerste Teil des Projekts sei der Abschied am Ende, sagt sie.

Initiative Sekundarstufe I

INISEK ist die Abkürzung des Förderprogramms „Initiative Sekundarstufe I“ für Schüler der Klassenstufen 7 bis 10.

Ziel ist die Verbesserung der Qualität der Abschlüsse in Fremdsprachen.

INISEK dient der Berufs- und Studienorientierung, der Entwicklung von personalen und sozialen Schlüsselkompetenzen. Außerdem sollen durch das Programm immer weniger Schüler ohne Abschluss die Schule verlassen.

Das Land Brandenburg unterstützt die Projekte mit bis zu 20 000 Euro.

Kontakt: Telefon 05247/9 25 54 99 und weitere Informationen im Internet auf www.mein-schulprojekt.de,

Von Lisa Neumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg