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Potsdam Engpässe bei Bus und Bahn befürchtet
Lokales Potsdam Engpässe bei Bus und Bahn befürchtet
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20:15 11.06.2018
Oliver Glaser, technischer Geschäftsführer der Potsdamer Verkehrsbetriebe, bei der Eröffnung der VDV-Tagung in Potsdam Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Der Ausbau des Straßenbahnnetzes kommt dem rasanten Wachstum Potsdams kaum hinterher. „Unsere Kapazitäten, die wir gerade ausgebaut haben, werden schon bald nicht mehr reichen“, sagte Oliver Glaser, technischer Geschäftsführer der Potsdamer Verkehrsbetriebe (Vip) im Rahmen der Eröffnung der Jahrestagung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), die seit Montag in Potsdam stattfindet.

„Finanzielles Bekenntnis“ von Bund und Land gefordert

Zwar sei die 48 Millionen Euro schwere Landesförderung für Straßenbahnen in Potsdam und anderen Brandenburger Städten bis 2022 „ein starkes Signal“, doch„ohne weiteres finanzielles Bekenntnis vom Bund und vom Land werden zukünftige große Ausbauvorhaben bei der Straßenbahn kaum umzusetzen sein“, so Glaser. Die Tram wiederum sei „Rückgrat des Potsdamer ÖPNV“.

80 Millionen für neue Straßenbahn-Züge

Der VDV geht laut einer am Montag vorgestellten Studie davon aus, dass die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr bis 2030 um ein Drittel steigen könnten. Zwischen 12 und 20 zusätzliche Straßenbahnen brauchen die Verkehrsbetriebe schon nach heutiger Fahrgastprognose. Dabei seien drohende Fahrverbote für Autos noch nicht einkalkuliert. Bei Anschaffungskosten von rund vier Millionen Euro pro Zug ergeben sich allein für die Fahrzeuge Investitionen von bis zu 80 Millionen Euro. In den vergangenen drei Jahren wurden von Stadt, Stadtwerken und Vip bereits knapp 50 Millionen Euro in das Straßenbahnsystem investiert.

Hälfte aller Combinos fährt nun im 40 Meter langen XL-Format

Die Hälfte der 16 Züge starken Combino-Flotte ist mittlerweile auf das 40 Meter lange XL-Format umgerüstet. Alte Tatra-Bahnen wurden grundsätzlich instandgesetzt, weil Neuanschaffungen sieben oder acht Jahre dauern würden. Spätestens 2025 sollen die alten, nicht barrierefreien Bahnen endgültig außer Dienst gestellt werden.

Genau dann soll allerdings die Streckenverlängerung nach Krampnitz im Potsdamer Norden ans Netz gehen. Die neuen Bahnen müssten durch die langen Vorlaufzeiten damit eigentlich bereits heute bestellt sein. „Das kriegen wir hin, wenn der politische Wille besteht“, sagt Martin Grießner, Geschäftsführer der Vip auf Nachfrage. Für eine Förderung des 7,5 Kilometer langen Ausbauprojekts habe es mittlerweile Gespräche mit Bund und Land gegeben. Noch offen ist das für eine Förderung unabdingbare Ergebnis der sogenannten Standardisierten Bewertung, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Verkehrsprojekten in einer letztlich entscheidenden Zahl ausdrückt. Wenn diese über dem Wert 1 liegt, ist der Nutzen größer als die Kosten.

Kosten-Nutzen-Verhältnis der Krampnitzstrecke wird untersucht

Glaser zeigte sich zuversichtlich, weil schon die Voruntersuchungen, als in Krampnitz noch von 3000 statt 10 000 Einwohnern die Rede war, einen entsprechenden Wert aufwiesen. „Wir haben die Ermittlung der Standardisierten Bewertung jetzt ausgeschrieben und gehen davon aus, dass nach der Vergabe im Herbst bis zum Sommer 2019 die Zahl vorliegt“, sagte Glaser.

Erste Ergebnisse der Fahrgastbefragung der Vip

Auch die Ergebnisse einer Fahrgastbefragung veröffentlichte die Vip zur Eröffnung der Tagung. Im April waren rund 900 Fahrgäste direkt in Bus und Bahn nach Wünschen angesprochen worden, die die Verkehrsbetriebe umsetzen sollten. Am häufigsten genannt wurde freies WLAN in allen Fahrzeugen, was sich 46 Prozent der Passagiere wünschten. 36 Prozent nannten zudem Steckdosen und 15 Prozent USB-Anschlüsse zum Laden von Mobiltelefonen. Während die USB-Anschlüsse zum Laden von Handys in den seit 2017 angeschafften Bussen – das sind 24 der 56 Fahrzeuge umfassenden Busflotte – schon existieren, wird es mit dem freien WLAN noch dauern.

Freies WLAN in Bus und Bahn wird noch mehrere Jahre dauern

„Mindestens zwei bis drei Jahre“, schätzt Martin Grießner, denn dazu gebe es noch keinerlei politische Beschlüsse. Jeder fünfte nannte die „Buchung einer durchgängigen Reisekette“ als Ziel. Diese komplexe Aufgabe will der VDV allerdings für alle rund 1000 Verkehrsunternehmen in Deutschland zentralisiert mit der App „Mobility inside“ anpacken, um Insellösungen zu vermeiden.

Von Peter Degener

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