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Erinnerung an Filmpionier Oskar Messter

Filmstadt Babelsberg Erinnerung an Filmpionier Oskar Messter

Ulrich Illing, Chef des Kleinen Tonfilmmuseums in Babelsberg, erinnert an den Filmindustriepionier Oskar Messter, der am Montag 150. Geburtstag hat. Im Spätsommer besuchte er das Grab in der Gemeinde Tegernsee.

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Ulrich Illing in seinem „Kleinen Tonfilmmuseum“, eingerichtet auf dem Gelände von Studio Babelsberg.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. Eine Reise mit der Familie verschlug Ulrich Illing, Chef des Kleinen Tonfilmmuseums in Babelsberg, im Spätsommer an den Achensee nach Tirol. Die sich bietende Gelegenheit nutzte der 71-Jährige, um einen Abstecher ans Grab des 1943 verstorbenen Oskar Messter, der als Begründer der deutschen Filmindustrie gilt, am Tegernsee zu machen. In Berlin wurde am 21. November vor 150 Jahren Messter geboren, der Illing zufolge 1896 das „vermutlich erste Tonfilmkino der Welt betrieben“ habe, bei dem bewegte Bilder und dazugehöriger Ton mit rein technischen Mitteln reproduziert wurden.

Über Google-Earth-Satellitenbilder hatte Illing die Lage des Friedhofs ausgekundschaftet. „Mit klopfendem Herzen ging ich durch die Reihen und fand also die gepflegte Grabstätte.“ Die Gemeinde Tegernsee halte Messter im Andenken – „im Gegenteil zu den Berlinern, die das Ehrengrab des anderen großen deutschen Filmpioniers Guido Seeber aufgehoben und neu belegt haben“, so Illing. In Vorbereitung „meiner Expedition“ hatte er eine Filmschleife aus dem Studio Babelsberg mit einer Widmung – „120 Jahre deutsche Filmproduktion – Oskar Messter, dem Begründer der deutschen Filmproduktion (1896) und ältesten Vorfahren von Studio Babelsberg in ehrendem Gedenken!“ – versehen und in einen Rosenbusch neben das Grab gehangen.

Ulrich Illing am Grab von Oskar Messter

Ulrich Illing am Grab von Oskar Messter.

Quelle: privat

Ein waschechter Babelsberger Filmpionier ist Messter zwar nicht, dennoch stützt sich die hiesige, mehr als 100 Jahre alte Filmtradition auch auf seine Aktivitäten. 1896 machte der Techniker Oskar Meßter (ließ seinen Namen 1909 in Messter ändern) mit einem technischen Novum auf sich aufmerksam: In Berlin, Unter den Linden 21, eröffnete er am 21. September 1896 ein Kino, in dem er kurze Filmszenen vorführte. „Messter baute mit dem Malteserkreuz-Filmschaltwerk den ersten brauchfähigen Kino-Projektor und entwickelte daraus seine erste Filmkamera“, erzählt Illing, der sich mit Messters Lebenswerk eingehend beschäftigt hat. Die florierende Messter-Film GmbH entwickelte sich zum Messter-Syndikat. In Erwartung einer Führungsposition gab Messter sein Unternehmen 1917 in die Gründungsmasse der Universum-Film-Aktiengesellschaft (Ufa). Doch er wurde ausgebootet, zog sich enttäuscht vom Filmgeschäft zurück und setzte sich in Tegernsee zur Ruhe. 1921 übernahm die Ufa das Neubabelsberger Filmgelände der insolventen Decla-Bioscop. Auf diesem Wege gelangte Messters Erbe nach Babelsberg.

Illing hofft, dass Potsdam seinem Filmpionier gedenkt und regt an, die nach ihm in Drewitz benannte Straße in die richtige Schreibweise – Oskar-Messter-Straße – zu bringen.

www.tonfilmmuseum-babelsberg.de

Von Ricarda Nowak

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