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Linke will Gedenktafel am Potsdamer Landtag

Erinnerung an Opfer der Kapp-Putschisten Linke will Gedenktafel am Potsdamer Landtag

Vier Menschen starben am 16. März 1920 bei einem Zusammenstoß von Soldaten des Kapp-Putsches mit unbewaffneten Demonstranten vor dem Potsdamer Stadtschloss. Die Potsdamer Linke will, das mit einer Gedenktafel an dem als Landtag wieder aufgebauten Stadtschloss daran erinnert wird.

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Blick vom Kanal durch die Kaiserstraße zum Fortunaportal des Stadtschlosses in einer historischen Aufnahme.

Quelle: AKG

Potsdam. Einen langen Atem beweist die Linke mit einem Antrag „Vielfalt im Gedenken“, nach dem der Oberbürgermeister prüfen soll, „in welcher Form der Toten und der Ereignisse vom 16. März 1920 gedacht werden kann“. An jenem Dienstag kam es vor dem Stadtschloss zu einem Zusammenstoß zwischen Soldaten des Putschisten Wolfgang Kapp (1858-1922) und unbewaffneten Demonstranten, bei dem vier Menschen starben und zahlreiche Teilnehmer verwundet wurden.

In dem vom Kreisvorsitzenden Sascha Krämer initiierten Antrag nimmt die Linke Bezug auf zwei nach diesen Ereignissen von der SPD und der USPD „unter dem Druck ihrer Mitglieder“ gemeinsam eingebrachte Anträge, nach denen dem damaligen Oberbürgermeister Kurt Vosberg (1863-1940) das Misstrauen wegen seines Verhaltens „während des militärischen Putsches ausgesprochen werden“ und ein „Gedenkstein an der Mordstelle zur Erinnerung an die Opfer“ errichtet werden sollte. Beide Anträge seien „von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt worden“.

Nach Krämers Recherchen waren in Potsdam und Nowawes am 15. März 1920 Aktionsbündnisse zur Beteiligung am Generalstreik zur Beseitigung des Kapp-Lüttwitz-Regime gegründet worden, zu dem die Reichsregierung, der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund und die KPD aufgerufen hatten. Insgesamt seien in Potsdam und Nowawes 109 Betriebe bestreikt worden.

Am 16. März habe es auf dem Luisenplatz eine Massenversammlung gegeben, auf der spätere Stadtverordnete Herrmann Elflein (1892-1943) sprach. Eine Demonstration mit 1000 Teilnehmern sei dann zum Rathaus am Alten Markt gezogen. Als sie sich dem Stadtschloss näherten, habe der Führer der dort stationierten Wachtruppe den Befehl gegeben, auf die unbewaffneten Kapp-Gegner zu feuern.

95 Jahre später sei die Hülle des Stadtschlosses mit dem Landtag wieder aufgebaut. Krämer fragt: „Ist es da nicht an der Zeit, der Opfer zu gedenken?“ Die Linke schlägt vor, dass sich Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bei der Landesregierung für das Anbringen einer Gedenkplakette für die vier Opfer und die vielen Verletzten einsetzt. „Was einst nicht gelang“, so der Kreisvorsitzende, „sollte heute unter einer rot-roten Landesregierung möglich sein.“

Von Volker Oelschläger

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