Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Linke will Gedenktafel am Potsdamer Landtag
Lokales Potsdam Linke will Gedenktafel am Potsdamer Landtag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 30.08.2015
Blick vom Kanal durch die Kaiserstraße zum Fortunaportal des Stadtschlosses in einer historischen Aufnahme. Quelle: AKG
Anzeige
Potsdam

Einen langen Atem beweist die Linke mit einem Antrag „Vielfalt im Gedenken“, nach dem der Oberbürgermeister prüfen soll, „in welcher Form der Toten und der Ereignisse vom 16. März 1920 gedacht werden kann“. An jenem Dienstag kam es vor dem Stadtschloss zu einem Zusammenstoß zwischen Soldaten des Putschisten Wolfgang Kapp (1858-1922) und unbewaffneten Demonstranten, bei dem vier Menschen starben und zahlreiche Teilnehmer verwundet wurden.

In dem vom Kreisvorsitzenden Sascha Krämer initiierten Antrag nimmt die Linke Bezug auf zwei nach diesen Ereignissen von der SPD und der USPD „unter dem Druck ihrer Mitglieder“ gemeinsam eingebrachte Anträge, nach denen dem damaligen Oberbürgermeister Kurt Vosberg (1863-1940) das Misstrauen wegen seines Verhaltens „während des militärischen Putsches ausgesprochen werden“ und ein „Gedenkstein an der Mordstelle zur Erinnerung an die Opfer“ errichtet werden sollte. Beide Anträge seien „von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt worden“.

Nach Krämers Recherchen waren in Potsdam und Nowawes am 15. März 1920 Aktionsbündnisse zur Beteiligung am Generalstreik zur Beseitigung des Kapp-Lüttwitz-Regime gegründet worden, zu dem die Reichsregierung, der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund und die KPD aufgerufen hatten. Insgesamt seien in Potsdam und Nowawes 109 Betriebe bestreikt worden.

Am 16. März habe es auf dem Luisenplatz eine Massenversammlung gegeben, auf der spätere Stadtverordnete Herrmann Elflein (1892-1943) sprach. Eine Demonstration mit 1000 Teilnehmern sei dann zum Rathaus am Alten Markt gezogen. Als sie sich dem Stadtschloss näherten, habe der Führer der dort stationierten Wachtruppe den Befehl gegeben, auf die unbewaffneten Kapp-Gegner zu feuern.

95 Jahre später sei die Hülle des Stadtschlosses mit dem Landtag wieder aufgebaut. Krämer fragt: „Ist es da nicht an der Zeit, der Opfer zu gedenken?“ Die Linke schlägt vor, dass sich Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bei der Landesregierung für das Anbringen einer Gedenkplakette für die vier Opfer und die vielen Verletzten einsetzt. „Was einst nicht gelang“, so der Kreisvorsitzende, „sollte heute unter einer rot-roten Landesregierung möglich sein.“

Von Volker Oelschläger

Bei den erneuten Verhandlungen zum Verkauf des Sago-Geländes an der Michendorfer Chaussee durch die Stadt an den Tierschutzverein Potsdam und Umgebung ist es offenbar zu einer Einigung gekommen. Der erste Vertragsentwurf wurde von der Kommunalaufsicht kassiert, die laut Rathaus nun aber nicht mehr eingeschaltet werden müsse.

27.08.2015
Potsdam Pläne für neues Wohnviertel in Potsdam - Waldstadt III wird Luisenviertel

Seit der Schließung des Plattenwerks an der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee wurde spekuliert, was dort entstehen könnte. Eines der Planspiele war in Anlehnung an die großen DDR-Wohnviertel Waldstadt I und Waldstadt II die Ergänzung mit einer Waldstadt III. Die kommt nun mit sechsgeschossigen Stadtvillen und unter dem Namen „Luisenviertel“.

30.08.2015
Potsdam Schulcampus Kurfürstenstraße - Schüler müssen ein weiteres Jahr warten

Zu den Schadstoffen im Dach des Helmholtz-Gymnasiums kommen nun auch noch mangelhafter Estrich und ein Wasserschaden hinzu. Das historische Hauptgebäude wird daher erst zum Schuljahr 2016/17 saniert sein. Deshalb müssen nicht nur die Gymnasiasten, sondern auch die Eisenhart-Grundschüler ein weiteres Jahr auf die Rückkehr in ihre Stammhäuser warten.

30.08.2015
Anzeige