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Klinikum übernimmt Diakonie-Angebote

Expansion des "Ernst von Bergmann" geht weiter Klinikum übernimmt Diakonie-Angebote

Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ expandiert weiter. So hat sich der städtische Krankenhauskonzern seit Jahresbeginn nicht nur die Mehrheit am Krankenhaus in Forst gesichert und ein Ärztehaus in Kleinmachnow eröffnet. Das Klinikum hat auch vier soziale Einrichtungen aus der Insolvenzmasse der Diakonie Potsdam übernommen.

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Die Mitarbeiter der Tee- und Wärmestube Werder – hier Köchin Gabi Baruth – haben vom Klinikum Übernahme-Angebote erhalten.

Quelle: Olaf Möldner

Potsdam/Werder. Das Klinikum "Ernst von Bergmann" expandiert weiter. So hat sich der städtische Krankenhauskonzern seit Jahresbeginn nicht nur, wie berichtet, die Mehrheit am Krankenhaus in Forst gesichert, ein Ärztehaus in Kleinmachnow eröffnet und vom städtischen Gesundheitsamt den Service für reisemedizinische Impfungen übernommen. Das Klinikum hat auch vier soziale Einrichtungen aus der Insolvenzmasse des Diakonischen Werkes Potsdam übernommen.

Nun sind mit Stichtag 1. April die psychiatrische Kontakt- und Beratungsstelle "i-Punkt" in Zentrum-Ost sowie die Begegnunsstätte "Treffpunkt" und die Tee- und Wärmestube in Werder unter das weite Dach des Klinikums gerückt. Bereits zum 1. Januar hat das Klinikum zudem die therapeutische Fachambulanz der Justiz übernommen. Die Diakonie hatte diese Ambulanz für entlassene Straftäter, die trotz vollständig verbüßter Haftstrafe als potentiell gefährlich gelten, seit September 2011 als Modellprojekt des Justizministeriums des Landes Brandenburg betrieben.

In der einstigen Villa Ernst von Bergmanns in der Berliner Straße 62 hat das Klinikum im vergangenen Jahr ein Notfall-Trainigszentrum eröffnet.

Quelle: MAZ-Archiv

Mit der Übernahme der Diakonie-Angebote weitet das Klinikum seinen Wirkungskreis fachlich und räumlich aus. Das Klinikum verweist dabei auf sein Bestreben, wohnortnahe psychosoziale Angebote im Bereich der Frühintervention und Prävention sowie der Nachbetreuung und Nachsorge auszubauen. "Als kommunales Krankenhaus kommen wir hier unserem Versorgungsauftrag für die Region nach", sagt Christian Kieser, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Man wolle die ambulanten Versorgungsnetzwerke weiter ausbauen und auf die stationäre Versorgung abstimmen. Dazu würden auch die niedrigschwelligen, ehemals von der Diakonie betriebenen Angebote beitragen ‒ zumal die seit Jahren gut etabliert seien. Die Angeboten würden fortgeführt, weil sie fester Bestandteil der Versorgungsstrukturen in der Region sind. "Ziel ist es, das Versorgungsnetzwerk für psychisch Kranke in der Region weiter zu verbessern und auszubauen."

Das Bergmann-Klinikum und seine Zukäufe

  • Im Jahr 2002 wurde die gemeinnützige Klinikum „Ernst von Bergmann“ GmbH gegründet. Zu den Tochterunternehmen zählen u.a. die Poliklinik, eine Senioreneinrichtung, aber auch eine Cateringgesellschaft.
  • Am Klinikum Westbrandenburg (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin) hält das Bergmann-Klinikum 50 Prozent; die andere Hälfte hält das städtische Klinikum Brandenburg/Havel.
  • Am Johanniterkrankenhaus Bad Belzig hat das Klinikum 74,9 Prozent der Anteile erworben (Rest: Landkreis).
  • Gegründet wurde 2013 die Diagnostik Ernst von Bergmann GmbH, eine 100-prozentige Tochter (Labordiagnostik, Pathologie und Mikrobiologie).
  • Anfang des Jahres hat das Klinikum 51 Prozent der Anteile am Krankenhaus Forst übernommen.

Dass das Klinkum nun auch ein Angebot wie die Tee- und Wärmestube betreibt, mag auf den ersten Blick verwundern. Allerdings betreibt das Krankenhaus in Potsdam bereits seit anderthalb Jahren das Arztmobil für Obdachlose und andere Bedürftige, dessen Besatzung sich um einiges mehr kümmernt als um die Versorgung körperlicher Erkrankungen. Ein Angebot wie die Teestube kommt laut Klinik-Sprecherin Damaris Hunsmann ebenfalls jenen zugute, die womöglich Hilfe brauchen, sich aber vor angemessenen Behandlungsangeboten scheuen. "Viele trauen sich eher in die Tee- stube, kommen dort ins Erzählen, berichten von ihren Nöten und Problemen, öffnen sich."

Johanniter steht drauf, Bergmann ist drin: Das Klinikum hält 74,9 Prozent der Anteile am Bad Belziger Krankenhaus.

Quelle: MAZ-Archiv

Auch der Schritt über die Stadtgrenzen hinaus in den Landkreis ist nicht neu, gehören doch zu den jüngeren Unternehmungen des Klinik-Konzerns die Übernahme der Mehrheitsanteile am Johanniter-Krankenhaus in Bad Belzig sowie die Gründung einer gemeinsam mit dem Städtischen Klinikum Brandenburg/Havel betriebenen Kinderklinik, die zum 1. Januar den Betrieb aufnahm. Auch das kürzlich eröffnete medizinische Versorgungszentrum auf dem Hoffbauer-Bildungscampus in Kleinmachnow soll laut Klinik-Sprecherin weiter ausgebaut werden. Neben dem Fachbereich Innere Medizin mit hausärztlicher Tätigkeit und Psychiatrie sollen in diesem Jahr weitere Ärzte diversser Fachgebiete folgen. Weitere Standorte seien zur Zeit aber nicht geplant.

Das Bergmann-Klinikum betont im Zuge seiner Expansionsbestrebungen stets seinen Versorgungsauftrag, den es als kommunales Haus habe. Aber auch die Wettbewerbsfähigkeit ist ein Argument für das eifrige Wachstum ‒ schließlich gehe es darum, sich in der Konkurrenz mit privaten Kliniken und Krankenhäusern konfessioneller Träger zu behaupten. "Wir stehen wirtschaftlich gut da ‒ das ist bei kommunalen Häusern nicht oft der Fall", sagt Klinik-Sprecherin Damaris Hunsmann. ‒ Der stadteigene Klinik-Konzern beschäftigt knapp 3000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2012 einen Jahresüberschuss von rund 4,56 Millionen.

Von Nadine Fabian

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