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Potsdam 2014 wird das Landtagschloss eröffnet
Lokales Potsdam 2014 wird das Landtagschloss eröffnet
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19:21 06.07.2018
Zur ersten „Sommersinfonie“ mit der Neuen Potsdamer Hofkapelle am 8. Juni 2014 kamen 400 Gäste in den Innenhof des neuen Landtagsschlosses. Quelle: Christel Köster
Potsdam/Innenstadt

Das erste Benefizkonzert für den Wiederaufbau des Stadtschlosses gab Björn Wiede zum Finale seiner ersten Bach-Tage im September 2001 in der Nikolaikirche. 13 Jahre später, im Juni 2014, sollte der Nikolai-Kantor erstmals ein Freiluft-Konzert im Innenhof des neuen Landtagsschlosses leiten.

Der Kirchenmusikdirektor, der in Dresden aufwuchs und im Kreuzchor sang, kann sich noch gut an den Dezember 1994 erinnern, als er den Dienst in Potsdam antrat: Der Alte Markt vor der Kirche war ein öder, zugiger Platz mit der Theater-Blechbüchse am anderen Ende. „Und ich erinnere mich an einen Mann, der im Dunkeln nach der Chorprobe mit seinem Fahrrad schrecklicherweise an einem Pfahl auf diesem einsamen Asphaltweg vor dem Theater hängenblieb und sich schwer verletzte.“

Nikolai-Kantor Björn Wiede. Quelle: Bernd Gartenschläger

Als der Förderverein zum Wiederaufbau des Stadtschlosses später am Rande der archäologischen Grabungen zum Steineklopfen aufrief, war der Kantor mit seinen drei Kindern dabei. Zu den Demonstrationen der Initiative „Mitteschön“ für den Wiederaufbau des Stadtschlosses mit historischem Äußerem sei er „natürlich“ gegangen, sagt Wiede: Als Dresdner sei er in dem Geist aufgewachsen, dass „mutwillig Zerstörtes nicht einfach vergangen ist“. Das wollte er weitergeben.

Mehr als 22 000 Bürger kamen am 18. und 19. Januar 2014 zum Eröffnungswochenende in das neue Landtagsschloss. Fast 200 000 Gäste wurden es im ersten Jahr.

Mit dem Konzert seiner Neuen Potsdamer Hofkapelle am 8. Juni 2014 vor 400 Gästen nahm der Kantor eine Tradition wieder auf, die in den 1930er Jahren von Karl Landgrebe begründet wurde. „Der Hof hat eine sehr gute Akustik“, sagt Wiede: „Es ist der einzige Ort in Potsdam, an dem man ein Freiluftkonzert unplugged musizieren kann – ohne Mikrofon und Lautsprecher.“

Als Anrainer des Alten Marktes erlebt der Kantor, wie schnell die einstige Leerstelle in der Stadtmitte aus dem kollektiven Gedächtnis verschwindet. Als er hörte, wie ein Tourist seiner Frau erklärte: „Das haben sie aber gut rekonstruiert. War sicher nicht so leicht. Man sieht ja noch die kaputten Ecken“, sei er herangegangen und habe gesagt: „,Nein, hier war gar nichts.’ Sie haben wirklich eine Weile gebraucht, bis sie das begriffen.“

Es sei „schön, dass man es sich heute gar nicht mehr anders vorstellen kann“, sagt der Kantor. Er widerspreche auch jedem, der sagt, hier muss aber noch Leben reinkommen: „Als jemand, der jeden Tag hier ist, muss ich doch sagen: Es ist zumindest am Tage schon sehr belebt.“

Im Juni 2016 richtete Wiede die zweite Sommersinfonie im Innenhof des Landtags aus, diesmal mit dem Staatsorchester Frankfurt (Oder) vor 1000 Gästen. Eine weitere Folge werde es nur geben, wenn sich Partner finden, sagt er. Nächste musikalische Veranstaltung in der Nikolaikirche ist ein Orgelzyklus am 15. Juli. Ende September stehen die ersten Jedermann-Festspiele in St. Nikolai auf dem Programm; der Kantor wird Hugo von Hoffmansthals „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ hoch oben an der Orgel begleiten.

MAZ-Serie „1000 plus 25 Jahre Potsdam“

Mit einem Fest wird am 8. Juli auf dem Alten Markt der 1025. Jahrestag Potsdams gefeiert. Die MAZ blickt aus diesem Anlass in einer Serie auf das jüngste Vierteljahrhundert zurück. Pro Jahr wird an ein Ereignis erinnert.

Bisher erschienen:

Kunst-Skandal zur 1000-Jahrfeier 1993 – die „Fontanelle“

Schießerei im KGB-Städtchen – der Abzug der Russen 1994

Boheme auf Abwegen – Neueröffnung des Café „Heider“ 1995

„Einkaufen? Eine Katastrophe.“ – Die Stern-Center-Eröffnung 1996

Wilder Osten – Der Potsdam-Center-Skandal 1997

Die SPD steht hinter mir – Abwahl von OB Horst Gramlich 1998

Sonnenfinsternis im Neuen Garten – 1999 wächst das Potsdamer Weltkulturerbe

Das Ende der Philharmonie – 2000 eröffnet der Nikolaisaal

„Ja zu langen Unterhosen“ – Die Buga 2001 und die AG Stadtspuren

Kampf um die Straße – 2002 gründet sich das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“

Schlechte Stimmung in Neu Fahrland – 2003 wächst Potsdam Richtung Norden

Rettung der Brandenburger Straße – Richtfest bei Karstadt 2004

Zu schön für den Titel – 2005 scheitert die Bewerbung als Kulturhauptstadt

Premierenfieber in der Schiffbauergasse – 2006 wird der Theaterneubau eröffnet

Bürgerprotest für Barockfassaden – Die Geburt von „Mitteschön“ 2007

Kultureinrichtungen kollabieren – 2008 ist das Jahr des Jugendprotests

Eskalation am Griebnitzsee – Anrainer blockieren zum Osterfest 2009 den Uferweg

Bürgerpark statt Straßenschlucht – Die Geburt der Gartenstadt Drewitz 2010

Der Stadtwerke-Skandal 2011 – Potsdams erste Transparenzkommission

Gedächtnis der Stadt zieht in die Mitte – Eröffnung des Potsdam-Museums 2012

Ein Café „Et Cetera“ – Eröffnung des Bildungsforums 2013

Das erste Konzert im Innenhof – 2014 wird das Landtagsschloss eröffnet

„Neue Nachbarschaften“ helfen Flüchtlingen – Die Blaupause für den Herbst 2015

Das letzte Bürgerbegehren – 2016 mobilisieren Potsdamer für Fachhochschule, Staudenhof und Mercure

Im Epizentrum des Streits um die Stadtmitte – Das Barberini kommt, die alte FH verschwindet

Von Volker Oelschläger

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