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Eröffnung des Rewe-Marktes verzögert sich weiter

Potsdam-Kirchsteigfeld Eröffnung des Rewe-Marktes verzögert sich weiter

Eigentlich sollte im Juni endlich der Rewe-Supermarkt im Potsdamer Kirchsteigfeld eröffnen. Die mehr als 5000 Menschen in dem Wohngebiet warten seit Ende 2015 auf einen neuen Nahversorger. Nun müssen sie noch mehr Geduld aufbringen.

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Ein Zettel informiert die Nachbarn über den Umbau, aber bis sie im Rewe-Markt einkaufen können, werden wohl noch Monate vergehen.

Quelle: Foto: Gartenschläger

Kirchsteigfeld. Der Potsdamer BER liegt im Süden der Landeshauptstadt. Ob es wie beim Großflughafen hauptsächlich an der Lüftungsanlage, dem Brandschutz oder anderen technischen Widrigkeiten liegt – die Gründe für die Bauverzögerung lässt Rewe im Dunkeln. Aber wie beim Airport in Schönefeld verzögert sich auch beim neuen Supermarkt im Potsdamer Kirchsteigfeld die Eröffnung immer wieder. Ursprünglich sollte der Lebensmittelmarkt – größer und schöner als die alte Kaiser’s-Dependance – bereits 2016 eröffnen und die Nahversorgung in dem bei Familien und Senioren beliebten Wohngebiet sichern. Dann wurde März oder April 2017 als Termin genannt, zuletzt hieß es Juni. Doch daraus wird wieder nichts, wie die Rewe Group nun auf MAZ-Anfrage bestätigt.

Die Eröffnung werde sich „aus Gründen, auf die wir keinen Einfluss haben“, weiter verzögern, teilt Sprecherin Magdalena Killinger mit. Welche Gründe das sind, lässt sie unbeantwortet. Zum genauen Stand der Ausführung und des Baus könne sie aktuell leider nichts sagen. „Die Eröffnung ist nun – vorsichtig – für Ende Sommer/Herbst geplant, wir hoffen wirklich sehr, dass es vor Jahresende klappt“, sagt Magdalena Killinger nur. Die Conwert Immobilien Gruppe mit Sitz in Wien, die die Gewerbeeinheit vermietet, verweist wiederum auf Rewe und bittet um Verständnis, dass man dem Mieter in dieser Bauphase keine Äußerungen vorwegnehmen wolle.

Auf das Verständnis der Anwohner können Vermieter und Mieter des Areals schon lange nicht mehr hoffen. Seit Ende 2015 sind die knapp 5200 Bewohner des Kirchsteigfelds ohne Supermarkt. Als zwischenzeitlich auch die Lidl-Filiale im benachbarten Drewitz modernisiert wurde, blieb ihnen nur der lange Gang ins Havel-Nuthe- oder Stern-Center oder die Fahrt mit Straßenbahn oder Auto zum Einkaufen. Schnell eine Tüte Milch holen oder mit dem Rollator nach nebenan für die Grundversorgung – das ist seit vielen Monaten nicht mehr möglich. Auch die wenigen am Marktplatz ansässigen Geschäfte wie der Asia-Imbiss leiden unter der Situation, weil ihnen die Laufkundschaft fehlt.

Fast schon blauäugig liest sich da die Mitteilung der Stadt von vor fast auf den Tag genau vor einem Jahr. Damals hatte die Verwaltung verkündet, dass die Nachfolge des Supermarktbetreibers Kaiser’s gesichert sei. Bereits seit Ende Oktober 2015 haben laut Stadtverwaltung nach der Kündigung von Kaiser’s die Verhandlungen mit Rewe stattgefunden. „Durch das umfangreiche Sortiment und die bequeme fußläufige Erreichbarkeit wird die Lebensqualität vor Ort weiter erhöht und ein zentraler Anziehungspunkt im Kern des Stadtteils geschaffen“, hatte Erik Wolfram, Bereichsleiter Stadtentwicklung der Landeshauptstadt, damals prophezeit.

Als Grund für die ersten beiden Verzögerungen war der Bauboom genannt worden. Man finde nicht genug Baufirmen mit freien Kapazitäten, hatten Rewe und Conwert erklärt. Mittlerweile abgeschlossen ist wie berichtet der Umbau des ebenfalls von Conwert vermieteten Kosmetikstudios direkt neben dem künftigen Rewe-Eingang in der Anni-von-Gottberg-Straße. Der neue Supermarkt soll rund 1070 Quadratmeter Ladenfläche samt Frischetheke bieten. Ein Vollsortiment erwartet die Kirchsteigfelder also am als Parkplatz genutzten Marktplatz– irgendwann.

Wenig Gewerbeflächen frei

Im nach der Wende erbauten Kirchsteigfeld lebten Stand 31. Dezember des Vorjahres 5137 Menschen.

Der Kinderanteil liegt bei rund 14, der Seniorenanteil bei etwa zehn Prozent.

Größere Gewerbeeinheiten sind derzeit im Kirchsteigfeld nicht vakant, sagt Nico Bouguerra, Sprecher der Conwert Immobiliengruppe. Bezüglich einer freien Büroeinheit gebe es Gespräche mit einem potenziellen Mieter.

Als Nachfolger des italienischen Restaurants Villa Verde, das nach Babelsberg umgezogen ist, hat mittlerweile ein griechisches Lokal im Kern des Wohngebiets eröffnet. Daneben gibt es einen Bäcker und zwei Imbisslokale.

Von Marion Kaufmann

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