Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Eröffnungstermin für neues Kunsthaus

Am 1. September ziehen die ersten Kreativen ins Potsdamer Rechenzentrum ein Eröffnungstermin für neues Kunsthaus

Das Kunsthaus im Potsdamer Rechenzentrum wächst vom Dach nach unten: Am 1. September sollen die ersten Kreativen zunächst das Obergeschoss beziehen. Auch zu den Betriebskosten gibt es Neuigkeiten: Die Heizungskosten seien unter Durchschnitt, der Zentralrechner des Landes bekommt vor dem Einzug der Künstler einen eigenen Stromzähler.

Voriger Artikel
Korrupte Berliner Republik
Nächster Artikel
Fäkalien im Groß Glienicker See

Plakat der Kulturlobby am Rechenzentrum.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das Verwaltungsgebäude des Rechenzentrums an der Breiten Straße soll ab 1. September beginnend mit dem Obergeschoss etagenweise zum Kunsthaus werden. Nach Mitteilung des zuständigen Sanierungsträgers soll an diesem Tag der Konzessionsvertrag mit dem Betreiber des zunächst auf drei Jahre befristeten Projekts in Kraft treten. Am Dienstag wurde die Eröffnung eines formlosen Interessenbekundungsverfahrens bekannt gegeben.

Von den Bewerbern wird unter anderem der Nachweis gefordert, dass sie „mindestens die für den Betrieb anfallenden Personalkosten in den ersten sechs Monaten der Vertragslaufzeit finanzieren“ können. Außerdem werden Referenzen „über vergleichbare, bereits ausgeführte Leistungen“, über Umsatz, Anzahl und Qualifizierungsstand der daran beteiligten Mitarbeiter verlangt.

Mit der Stiftung SPI, die in Potsdam unter anderem den Lindenpark betreibt, gibt es bereits einen ersten namhaften Interessenten für das Projekt, wie deren Standortleiter Andreas von Essen bereits vor einer Woche auf MAZ-Anfrage bestätigte.

Zunächst soll das vierte Obergeschoss bezogen werden

Mit dem Vertragsbeginn soll laut Sanierungsträger zunächst das vierte Obergeschoss des Rechenzentrums mit einer Nettonutzfläche von 1100 Quadratmetern für den Betrieb als Zentrum der Kunst- und Kreativwirtschaft zur Verfügung stehen.

Die übrigen Etagen sollen schrittweise nach dem Auszug der Mitarbeiter des Rechenzentrums an Künstler und Kreative übergeben werden. Insgesamt steht laut Sanierungsträger eine Nutzfläche von rund 5000 Quadratmeter zur Verfügung. Wie berichtet, meldeten in einer ersten Bedarfsabfrage mehr als 150 Künstler und andere Kreative Interesse Räumen im neuen Kunsthaus an.

Unterdessen werden auch Miete und Betriebskosten für die Nutzer günstiger als gedacht. Der gerade bekannt gegebene Nachlass der Quadratmetermiete brutto warm von 10,85 auf sieben Euro wurde laut Anna Winkler vom Sanierungsträger auch möglich, weil das Haus nach dem Auszug der Mitarbeiter des Rechenzentrums eigentlich gar nicht mehr genutzt werden sollte, weshalb auch keine Mieteinnahmen mehr eingeplant waren: „Da die Einnahmen in der ursprünglichen Planung gar nicht enthalten waren, müssen auch keine Verluste kompensiert werden.“

Der Zentralrechner des Landes bekommt einen eigenen Stromzähler

Auch die Heiz- und Energiekosten seien überschaubar: „Die energetische Beschaffenheit der Gebäudehülle und die Regelungstechnik der Heizungsanlage des Rechenzentrums“ entsprächen zwar noch dem Zustand „zum Zeitpunkt der Errichtung, so dass im Falle einer langfristigen Weiternutzung Optimierungspotenziale bestünden. Allerdings handelt es sich bei der Heizungsanlage auch nicht um eine Kostenschleuder. Heiz- und Warmwasserkosten im Rechenzentrum betrugen in den Jahren 2010 bis 2013 durchschnittlich 1,33 Euro pro Quadratmeter und Monat“. Damit lägen Heizungs- und Warmwasserkosten unter dem vom Mieterbund für Brandenburg ermittelten Durchschnitt von 1,49 Euro.

Die „bisher kommunizierten hohen Stromkosten“ ergaben sich laut Winkler „vor allem aus dem hohen Verbrauch des bisherigen Nutzers“ mit der zentralen Rechenanlage des Landes. „Der Stromverbrauch in der Rechnerhalle soll künftig aber getrennt erfasst werden und somit nicht die mietenden Künstler belasten“.

Reaktion auf dramatischen Mangel an Arbeitsräumen für Künstler

Die zeitweise Nutzung von Teilen des Rechenzentrums als Kunsthaus wurde im Januar von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) angeboten, der damit auf einen dramatischen Mangel von Arbeitsmöglichkeiten für Künstler und andere Kreative in der Landeshauptstadt mit ihrem überhitzten Wohnungsmarkt reagierte. Jakobs stellte eine zeitweise, möglicherweise auch längerfristige Nutzung des um 1970 Gebäudes in Aussicht.

Bekanntlich sollen das Verwaltungsgebäude und der benachbarte Flachbau des Rechenzentrums um 2018 abgerissen werden, um Platz für die Rekonstruktion der Plantage, des Langen Stalls und der Garnisonkirche zu schaffen. Das Verwaltungsgebäude hätte nach dem für dieses Jahr angekündigten Auszug der Mitarbeiter leergestanden.

Möglicherweise kann der Fünfgeschosser mit dem markanten Mosaikband „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ von Fritz Eisel an der Fassade aber auch länger bleiben, denn er stünde nur einer Errichtung des Kirchenschiffs im Wege, dessen Finanzierung noch völlig unklar ist.

Keine Bewegung beim Kunsthaus Husarenkaserne

Ruhe herrscht derweil bei einem weiteren Kunsthaus-Projekt in Potsdam. Wie berichtet, will die Stadt im Gebäude der Husarenkaserne am Eingang zum Kulturviertel Schiffbauergasse ein Künstler- und Gründerzentrum mit 8000 Quadratmetern Nutzfläche etablieren. Noch wird das Haus von der Bundespolizei genutzt, die den Block erst nach ihrem Umzug in einen Neubau an der Heinrich-Mann-Allee abgibt.

Auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Marie Luise von Halem (Grüne) teilte die Landesregierung jedoch mit, dass es für den Neubau noch keine genaue zeitliche Prognose gibt: „Nach gegenwärtigem Planungsstand soll das Projekt im Jahre 2019 fertiggestellt werden. Die Planungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Eine genaue zeitliche Prognose kann erst gegeben werden, wenn die Entwurfsunterlage Bau abschließend vorgelegt wird.“ Dies, so die Landesregierung, werde „voraussichtlich Ende 2015 der Fall sein“.

Von Volker Oelschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg