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Erstaufnahme in Potsdam und Ferch soll schließen

Rückgang der Flüchtlingszahlen Erstaufnahme in Potsdam und Ferch soll schließen

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2014 und 2015 wurden sie eilig eröffnet: die Außenstellen der Erstaufnahmeeinrichtung in Potsdam und Ferch. Seit Monaten gehen die Flüchtlingszahlen nun zurück, die Zweigstellen sind nicht ausgelastet. Deswegen sollen sie womöglich vorzeitig wieder geschlossen werden.

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Flüchtlingskinder in der Potsdamer Erstaufnahme.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Potsdam. Das Land will die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge auf dem Potsdamer Regierungsgelände nach MAZ-Informationen zum Jahresende schließen. Auch die Zweigstelle im wenige Kilometer entfernten Ferch soll früher vom Netz gehen als geplant. Das Innenministerium nennt keine konkreten Termine, bestätigt aber, dass es die Schließungspläne gibt.

„Seit Frühjahr 2016 sind die Zugangszahlen von Asylsuchenden im Vergleich zum Herbst 2015 deutlich zurückgegangen“, erklärt Vize-Ministeriumssprecherin Susann Fischer auf Anfrage. Da deshalb die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes nicht ausgelastet sei, werde überprüft, ob einige der zunächst provisorisch eingerichteten Außenstellen vorzeitig geschlossen werden können, so Fischer. Das betreffe auch die Außenstellen Potsdam und Ferch.

Die Potsdamer Zweigstelle der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) war im September 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, quasi über Nacht im ehemaligen Sozialministerium in der Heinrich-Mann-Allee eingerichtet worden. Stand Freitag waren dort noch 195 Menschen untergebracht – bei einer Kapazität von 755 Plätzen. Bislang war vereinbart, das Regierungsgelände bis Frühjahr 2017 zu nutzen – und die Nutzung bei Bedarf zu verlängern.

Die Erstaufnahmestelle auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Ferch wird derzeit von 76 Flüchtlingen bewohnt. Platz wäre für 111 Menschen. Die Nutzung ist bislang zwischen Gemeinde und Ministerium bis Ende 2018 vereinbart. Zwischenzeitlich war sie sogar verlängert worden, weil im Vorjahr so viele Flüchtlinge in Brandenburg ankamen. Das ehemalige Bundeswehrwohnheim in der Gemeinde Schwielowsee war kurz vor Weihnachten 2014 für Asylsuchende geöffnet worden, nachdem die Kapazitäten in Eisenhüttenstadt erschöpft waren. Die Bürgermeisterin von Schwielowsee, Kerstin Hoppe (CDU), informierte am Freitag die Gemeindevertretung schriftlich über die Pläne.

Für die DRK-Mitarbeiter soll es Lösungen geben

Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtung und ihrer Außenstellen ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Im Falle von Schließungen von Standorten werde das DRK für die betroffenen Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen wie die Umsetzung an andere Standorte suchen, so Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Teil der Prüfungen ist auch, ob durch vorzeitige Schließungen Kosten etwa durch einzuhaltende Mietverträge anfallen – oder im Gegenteil Geld gespart werden kann.

Auf die Stadt Potsdam habe eine Schließung der Erstaufnahme in der Landeshauptstadt keine direkte Auswirkung, so Stadtsprecher Jan Brunzlow. Flüchtlinge, die zunächst in der Heinrich-Mann-Allee untergebracht waren, wurden nach Proporz auf die Kommunen verteilt und blieben nicht zwangsläufig in Potsdam. Die Kommune hat in diesem Monat bislang erst sieben Asylsuchende aufgenommen. Die Potsdamer Unterkünfte – darunter der alte Landtag mit aktuell 360 Bewohnern – seien derzeit nur zu 78 Prozent ausgelastet. „Es gibt in allen Heimen einen gewissen Puffer“, so Brunzlow. Kommunale Flüchtlingsunterkünfte mangels Bedarf zu schließen, sei derzeit aber nicht geplant.

Zahl der ankommenden Flüchtlinge rapide gesunken

2046 Flüchtlinge waren Stand Freitag in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes untergebracht. Die Einrichtung in Eisenhüttenstadt samt ihren derzeit noch acht Außenstellen verfügt über insgesamt knapp 4800 Plätze.

Schon seit Monaten ist die Erstaufnahme wegen der gesunkenen Zahl an Asylsuchenden bei Weitem nicht ausgelastet. Waren im Herbst 2015 bis zu 5522 Flüchtlinge im Monat in Brandenburg registriert und untergebracht worden, sind es derzeit noch etwa 500.

Im gesamten Vorjahr hatte Brandenburg 28 124 Menschen aufgenommen, in den ersten acht Monaten dieses Jahres waren es 7797.

Von Marion Kaufmann

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