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Erster Spatenstich für Krampnitz

Potsdam wächst weiter Erster Spatenstich für Krampnitz

Die Bauarbeiten für das neue Stadtviertel Krampnitz im Potsdamer Norden sind eröffnet. Oberbürgermeister Jann Jakobs setzte am Dienstag mit einer Baggerschaufel den symbolischen ersten Spatenstich für eine Zufahrtsstraße.

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Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) beim symbolischen ersten Spatenstich.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam-Krampnitz. Mit einer Baggerschaufel als Werkzeug für den symbolischen ersten Spatenstich hat Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Dienstag die Tiefbauarbeiten für das künftige Wohngebiet auf dem Krampnitzer Kasernengelände im Norden der Landeshauptstadt eröffnet. Bert Nicke als Chef des regieführenden Entwicklungsträgers Potsdam rief dazu bestens gelaunt: „Meine Herren, das ist der Beginn einer 1,6 Milliarden Euro umfassenden Entwicklungsmaßnahme!“

Wie berichtet, sollen auf dem 140 Hektar großen Gelände in den nächsten Jahren Wohnungen für bis zu 10 000 Einwohner entstehen. Baubeginn bei der Deutsche Wohnen AG als erstem privaten Großinvestor werde im ersten Quartal 2019 sein, so Hubert Lakenbrink, Krampnitz-Projektkoordinator bei der städtischen Bauholding Pro Potsdam. Die ersten Wohnungen könnten laut Nicke Ende 2020 fertig sein.

In der kommenden Woche beginnt der Abriss der Plattenbauten

In der kommenden Woche beginnt der Abriss der Plattenbauten.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Mit dem Spatenstich wurde der Ausbau der Ketziner Straße als Baustellenzufahrt eröffnet. Schon in der kommenden Woche soll mit der Entkernung der um 1980 errichteten Plattenbauten begonnen werden, die wenig später fallen sollen. Auch das Torhaus am Ausgang der Kaserne mit seinen Seitenflügeln zur Ketziner Straße wird dann Baustelle. Laut Lakenbrink soll zunächst das Dach des denkmalgeschützten Gebäudes gesichert werden. Laut Nicke wird es eines der ersten Objekte sein, die 2019 vom Entwicklungsträger vermarktet werden.

Das Karree mit dem Fernblick zum Fahrländer See soll nach Auskunft von Lakenbrink für Wohnen und Gewerbe ausgebaut werden. Der Vorplatz soll frei bleiben, lediglich das frühere Pförtnergebäude werde voraussichtlich als Kiosk wieder aufgebaut. Durch das Torhaus wird ein Radweg durch das Viertel bis zur Döberitzer Heide führen.

Das denkmalgeschützte Torhaus am Ausgang zur  Ketziner Straße wird für Wohnen und Gewerbe ausgebaut

Das denkmalgeschützte Torhaus am Ausgang zur Ketziner Straße wird für Wohnen und Gewerbe ausgebaut.

Quelle: Bernd Gartenschläger

In der vergangenen Woche ist der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für den neuen Stadtteil vorgestellt worden. Markantes Detail des Entwurfs der Bürogemeinschaft Machleidt-Sinai ist ein acht Hektar großer „Central Park“ inmitten von fünfgeschossigen Wohnhäusern. Ein achtgeschossiges Punkthochhaus Richtung Fahrland ist laut Lakenbrink bislang der einzige Ausreißer im Landschaftsbild, mit rund 28 Metern werde es deutlich kleiner sein als der 32 Meter hohe Turm am Kasernen-Hauptausgang zur Bundesstraße 2.

Am Sonntag um 10 Uhr und um 13 Uhr wird erstmals zu einer Führung über das Kasernengelände mit Vorstellung der Pläne eingeladen. Weitere Führungen sind am Montag um 10 und 13 Uhr sowie ab dem 15. April immer im Zweiwochenrhythmus. Das Konzept zur Energieversorgung des grünen Viertels soll am 17. April in der nächsten Runde des öffentlichen Forums Krampnitz vorgestellt werden. Auch der Verkehrsbetrieb wird nach Auskunft von Nicke in wenigen Wochen erstmals seine Pläne präsentieren.

Zentraler Aspekt ist die Straßenbahntrasse, die vom Campus Jungfernsee zunächst in einem Zug bis Fahrland verlängert werden soll – mit separater Wendeschleife am Ausgang von Krampnitz Richtung Fahrland. Laut Lakenbrink wird dies einer der wichtigsten Plätze des neuen Viertels – mit weiterführender Schule, Sportanlagen, Kita und Einzelhandelsgeschäften ergänzend zu den Läden am Haupteingang zur B2.

Zahlen und Fakten zum neuen Stadtteil

Auf dem 140 Hektar umfassenden ehemaligen Kasernengelände in Krampnitz sollen in den nächsten zehn bis 15 Jahren 5000 Wohnungen für 10 000 Einwohner entstehen.

Die Deutsche Wohnen als erster Privatinvestor errichtet auf 25 Hektar Wohnungen für 3000 Einwohner, so Krampnitz-Koordinator Hubert Lakenbrink.

Die Vermarktung der übrigen Flächen liegt in der Zuständigkeit des Entwicklungsträgers Potsdam, einer Gesellschaft der städtischen Bauholding Pro Potsdam.

Mit dem ersten Spatenstich wurde die Herrichtung der Ketziner Straße als Baustellenzufahrt eröffnet. Insgesamt soll in Krampnitz ein Straßennetz von mehr als zehn Kilometer Länge entstehen.

Von Volker Oelschläger

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