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Erstes Geld vom Bund für Garnisonkirchen-Baustelle

Potsdam Erstes Geld vom Bund für Garnisonkirchen-Baustelle

Das Vorhaben ist gewaltig und umstritten: Der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Turms der Potsdamer Garnisonkirche stößt nach langem politischen Streit nun auf große technische Schwierigkeiten. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Doch der Bund gab bereits eine Menge Bundesmittel frei.

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Wegen Problemen bei der Gründung mit Bohrpfählen herrscht seit Wochen Stillstand auf der Baustelle der Garnisonkirche in Potsdam

Quelle: Peter Degener

Potsdam. Von den zwölf Millionen Euro Bundesmitteln für den Wiederaufbau des Potsdamer Garnisonkirchturms ist bereits ein Teilbetrag eingesetzt worden.

Aus dem Haus der Bundeskulturstaatsministerin sei bislang die Auszahlung von rund 1,92 Millionen Euro an die Stiftung Garnisonkirche Potsdam angeordnet worden, sagte ein Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Diese Mittel werden für bereits verausgabte Beträge gemäß Bauausgabebuch und aktuell fällige Zahlungen benötigt.“

Dazu zählten beispielsweise die Kosten für die Einrichtung der Baustelle und die bisher geleisteten Arbeiten zur Herrichtung des Baugrundes, hieß es. Für die künftige Auszahlung von Bundesmitteln sei wie bisher entscheidend, dass sie innerhalb von sechs Wochen nach Auszahlung für fällige Zahlungen benötigt werden. „Sie dürfen daher nur insoweit und nicht eher zur Auszahlung angefordert werden“, sagte der Sprecher.

Zu den aktuellen Bauproblemen bei den Arbeiten für das Fundament des neuen Kirchturms hieß es, Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gehe davon aus, dass wie von der Garnisonkirchenstiftung geplant „eine zügige Fortsetzung der Arbeiten sichergestellt werden kann“.

Bau-Stopp auf der Baustelle

Nach dem Stopp der Arbeiten auf der Baustelle ist der weitere Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ungewiss. Seit Jahresbeginn ruht die Baustelle, weil die ersten Bohrungen für die Gründung des 90 Meter hohen Turms nicht erfolgreich verlaufen seien, sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg. „Nun prüfen Fachleute, mit welcher anderen Bohrtechnik die Gründungspfähle durch das alte Fundament gebracht werden können“, sagte Eschenburg. Wann die Arbeiten am Fundament fortgesetzt werden könnten, sei ungewiss. „Wir sind aber optimistisch, dass das Projekt bald weitergeführt werden kann“, betonte er.

Unklarheit über Mehrkosten

Doch welche Auswirkungen die unerwarteten Probleme auf die Kosten und den Zeitplan haben, konnte Eschenburg nicht sagen. So ist unklar, ob die Arbeiten an dem Fundament wie geplant bis zum Mai abgeschlossen werden können. Dies könnte den ohnehin knappen Zeitplan für den Bau des Garnisonkirchen-Turms ins Wanken bringen. Das Projekt muss bis 2020 abgeschlossen sein, sonst läuft die Baugenehmigung aus.

Ungewiss seien auch die Auswirkungen auf die Kosten, die für eine komplette Fertigstellung auf rund 39 Millionen Euro veranschlagt sind, räumte Eschenburg ein. Allerdings betont die Stiftung, dass der beauftragten Firma ein umfangreiches Gutachten über den Baugrund vorgelegen habe.

38 Meter tief in den märkischen Sand

Für den Sockel des 90 Meter hohen Turms muss zunächst das historische Fundament der alten Garnisonkirche durchbrochen werden. Dabei sollen 38 Gründungspfähle 38 Meter tief in den Boden getrieben werden, auf denen die Fundamentplatte errichtet werden soll. Beim ersten Versuch habe sich das Bohrrohr nur schwer aus dem Erdreich ziehen lassen, teilte die Stiftung mit. Bei einer zweiten Bohrung sei gar das Rohr abgerissen. Daraufhin wurden die Bauarbeiten zunächst eingestellt.

Gegen den Wiederaufbau der einstigen Militärkirche wenden sich mehrere Initiativen. Darunter auch evangelische Christen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den „Tag von Potsdam“ im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben hatte.

Von MAZonline

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