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Studentenwerk Potsdam Es nässt und schimmelt

Das Studentenwerk in Potsdam arbeitet am Kuze die vom alten Eigentümer hinterlassenen Baumängel ab.
 

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Schimmel im Haus ist ekelhaft und gesundheitsgefährdend.

Quelle: dpa

Innenstadt. Das Studentenwerk hat nach der Übernahme des studentischen Kulturzentrums Kuze in der Hermann-Elflein-Straße 10 mit der schrittweisen Abarbeitung gravierender Baumängel begonnen. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Dachgauben ausgetauscht, deren Holzkonstruktion „völlig durchfeuchtet und in weiten Teilen verfault war“, wie Studentenwerks-Sprecherin Gudrun Wewetzer sagte. Die Gauben sitzen als Lichtspender im Dach über dem großen Seminarraum, der schon mehrfach ein Ort sinnfälliger Ereignisse war.

Zur Eröffnungspressekonferenz des Kuze im November 2005 versicherten die damalige Baudezernentin und der damalige Grundstückseigentümer in diesem Raum unisono, dass die Wohnungen in der Nachbarschaft kein Risiko für den mit Geräusch verbundenen Kultur- und Versammlungsbetrieb sein würden: Nach diversen Anwohnerbeschwerden sollten die Besucher später auf Schildern zu „Ruhe im Block!“ aufgefordert werden, um die Situation wieder etwas zu entspannen. Doch mittlerweile gab es auf dem Gelände noch ein ganz anderes Problem: Eindringende Nässe und Schimmelbildung. Besonders krass war die Situation im Seminarraum, wo das Wasser bei stärkerem Regen durchs Dach troff und mit Eimern aufgefangen werden musste, wie sich Kuze-Geschäftsführerin Sabine Finzelberg erinnert.

80 Prozent der 1,2 Millionen Euro Bauinvestition für das Kuze kamen als Förderung von der öffentlichen Hand. Doch erst nach dem Erwerb der Immobilie durch das Studentenwerk im Spätsommer des vergangenen Jahres, mit dem wohl eine Zwangsversteigerung des Grundstücks abgewendet wurde, wird allmählich das ganze Ausmaß von Pfusch und Schlamperei auf dieser Sanierungsbaustelle offenbar. Ein erstes Sachverständigengutachten, das vom Studentenwerk noch im Zusammenhang mit den Kaufverhandlungen in Auftrag gegeben worden war, hatte einen Investitionsstau in Höhe von 110 000 Euro ergeben. Über die tatsächlichen Kosten könne man allerdings noch nichts sagen, erklärte Wewetzer mit Verweis auf die insgesamt fünf morschen Gauben, von denen jetzt die ersten inklusive der umliegenden Dachabdeckung erneuert sind. „Wenn da gearbeitet wird, ist das wie ein Sesam öffne dich“, bei dem der Umfang der Schäden erst offenbar wird.

Weitere Position auf der dringlichen Sanierungsliste ist laut Wewetzer die Terrasse im Innenhof, bei der 25 Quadratmeter Betonplatten „nicht fachgerecht verlegt“ seien. Die Folge: Mangelhafte Verkehrssicherheit und ins Gebäude dringende Nässe. Es gibt durchfeuchtete Außenwände und Nässe, die durch die schlecht abgedichtete Decke in den Bierkeller eindringt. Nässeschäden gibt es nicht zuletzt auch in den Wänden des Theatersaals am anderen Ende des Grundstücks.

Vom Tisch ist hingegen das Problem der empfindlichen Brandmeldeanlage, die in den ersten Jahren etliche Male kostspielig Fehlalarm ausgelöst hatte. Der Streit um die Kostenübernahme von durch Fehlalarm ausgelösten Feuerwehreinsätzen und der Streit um die Behebung von Baumängeln hatten das Verhältnis der Nutzer des Kuze und des Eigentümers über Jahre hinweg zerrüttet. Eine Eskalation schien sich anzubahnen, als die Eigentümergesellschaft im Streit um eine mängelbedingte Mietminderung mit Insolvenz und einer anschließenden Zwangsversteigerung des Grundstücks drohte. An dieser Stelle kam das Studentenwerk ins Spiel, das das Kuze schließlich nach monatelangen Verhandlungen mit dem Segen des Landes übernehmen konnte.

Von Volker Oelschläger

Das Kuze und die Kunstfabrik

Die Geschichte des studentischen Kulturzentrums (Kuze) auf dem Grundstück einer alten Brauerei geht zurück auf die zur Wende 1989 an dieser Stelle gegründete Kunstfabrik, das erste soziokulturelle Zentrum in freier Trägerschaft in Potsdam.
 Die Tradition der Kunstfabrik auf dem hinteren Teil des Grundstücks wird unter dem zwischenzeitlich in Kunstwerk geänderten Namen vom Offenen Kunstverein bis heute fortgesetzt.
 Mit dem Kuze unter der Trägerschaft des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Universität Potsdam zog 2005 ein zweiter Partner auf das Gelände. Beide Einrichtungen ergänzen sich mit ihren Angeboten und profitieren voneinander.
 Pro Jahr kommen 20 000 Gäste und Nutzer auf das Gelände. vo

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Mieterbund widerspricht

Die Gagfah hält das Schimmelproblem in ihren Ludwigsfelder Wohnungen für gelöst. Der Mieterbund bestreitet das und streitet um die Höhe der Betriebskosten.

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