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Etwa zehn Prozent der Kita-Kinder fehlt die Schulreife

Einschulungsuntersuchungen in Potsdam Etwa zehn Prozent der Kita-Kinder fehlt die Schulreife

Zahl der Rückstellungen bei Erstklässlern bleibt hoch: Etwa zehn Prozent der Potsdamer Kinder fehlt die Schulreife. Das ist das Ergebnis der Einschulungsuntersuchungen für Potsdam. Für 280 Kinder empfahlen die Mediziner ein weiteres Jahr in der Kita, 255 wurden dann tatsächlich zurückgestellt.

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Auch ein Sehtest gehört zur Einschulungsuntersuchung.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Die Zahl der Potsdamer Kinder, die aus ärztlicher Sicht noch nicht schulreif sind, ist weiter hoch. Bei den Schuleingangsuntersuchungen im Vorjahr hat der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst für 281 Kinder die Empfehlung ausgesprochen, ein Jahr länger in der Kita zu bleiben. Ein Jahr zuvor waren es fast exakt genauso viele, nämlich 280.

Tatsächlich zurückgestellt wurden für dieses Schuljahr dann 255 Kinder, wie Stadtsprecher Stefan Schulz auf Anfrage mitteilt. Denn am Ende entscheidet nicht der Arzt, sondern der Schulleiter unter Einbeziehung der Eltern über eine Rückstellung. Untersucht wurden im Vorjahr 2016 angehende Erstklässler. Das bedeutet, dass rund 14 Prozent der Fünf- oder Sechsjährigen für noch nicht schultauglich befunden wurden. Das ist ein relativ hoher Wert. 2012 waren es in Potsdam noch zehn Prozent. Gründe für Rückstellungen können zum Beispiel emotionale, soziale oder Sprachschwierigkeiten sein. Auch bei sehr kleinen, zarten Kindern wird oft empfohlen, mit der Einschulung noch zu warten.

Bei der Untersuchung werden nicht nur Gewicht, Körpergröße und Impfstatus überprüft, sondern auch Seh- und Hörtests durchgeführt. Anhand verschiedener Aufgabenstellungen wird zudem die physische und psychische Entwicklung des Kindes auf die Probe gestellt. Die Ärzte finden so heraus, ob Konzentrationsfähigkeit und Lernbereitschaft der Vorschüler ausreichen, um dem Unterricht folgen zu können. Bei Bedarf geben die Mediziner Empfehlungen für Therapien und Fördermöglichkeiten. Eine Detailauswertung, also etwa Daten zur Sprechstörungen und ADHS, kann die Stadt noch nicht vorlegen.

Landesweit wurden nach Angaben des Bildungsministeriums zu Beginn des Schuljahres 3464 Kinder zurückgestellt. „Darüber, wie oft eine Zurückstellung empfohlen wurde, liegen uns keine Daten vor“, sagt Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. In Brandenburg gibt es in dem Zusammenhang immer wieder Streit über den Einschulungsstichtag 30. September. Das bedeutet, dass Kinder, die bis zu diesem Datum sechs Jahre alt werden, in diesem Jahr auch zur Schule müssen. In anderen Bundesländern gilt wie früher in Brandenburg der 30. Juni. Initiativen von Eltern, den Stichtag wieder vorzuverlegen, sind gescheitert.

17 Kinder kamen früher in die Schule

Auf der anderen Seite gibt es aber viele Eltern, die ihre Kinder schon früher zur Schule schicken möchten, weil sie schon als Fünfjährige bereit für den Lernalltag sind. In diesem Jahr wurden in Brandenburg 144 Kinder vorzeitig eingeschult, davon 17 in Potsdam. Das sind deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor. Da äußerten Eltern für 38 Kinder den Wunsch, schon mit fünf Jahren eine Schule in der Landeshauptstadt besuchen zu können.

Von Marion Kaufmann

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