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Potsdam Evolutionsbiologe hält Antrittsvorlesung in Potsdam
Lokales Potsdam Evolutionsbiologe hält Antrittsvorlesung in Potsdam
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18:51 15.04.2014
Hofreiter forscht anhand von Fossilien wie diesen Mammuts. Quelle: dpa
Potsdam

Der gebürtige Bayer Hofreiter, Michael Experte für fossile DNA, tritt zwar den neuen Lehrstuhl für evolutive adaptive Genomik an der Universität Potsdam nicht für Jurassic-Park-Spielchen an, über das Genom ausgestorbener Lebewesen weiß er aber Bescheid. "Wir beherrschen es ziemlich gut, mit geringen Mengen überkommener DNA umzugehen", sagt Hofreiter.

Hofreiter und seine Mitstreiter perfektionierten in den vergangenen zwölf Jahren Techniken, winzige DNA-Spuren aus Fossilien im Labor zu erhalten und vor Verunreinigungen zu schützen. Im Rahmen eines internationalen Projekts unter Leitung der Uni Kopenhagen haben Hofreiter und viele andere Forscher zum Beispiel aus einem 700000 Jahre alten Pferdeknochen Wesentliches über das Genom längst ausgestorbener Wildpferde abgelesen. Die Ergebnisse darüber wurden 2013 in der renommierten Zeitschrift "Nature" veröffentlicht.

Vor allem die Tierwelt der letzten Eiszeit und ihre Anpassung an ihre Umgebung dürfte ihn in den kommenden Jahren beschäftigen. Hofreiter und seine Kollegen haben schon jetzt am Mammuthämoglobin festgestellt, dass diese Tiere ausgezeichnet an eine kalte Umgebung angepasst waren.

Seie Antrittsvorlesung hält Michael Hofreiter am 16. April 2014 um 17.30 Uhr, Campus Golm, Haus 25, Raum F.1. 01 Quelle: UNI/KARLA FRITZE

Anhand von Fossilien aus Museen und paläontologischen Instituten will Hofreiter weiter erforschen, zwischen welchen Populationen es einen genetischen Austausch gab, wo sich im Genom etwas veränderte und wie groß bestimmte Populationen zu einem Zeitpunkt waren. Ihn interessiert, dabei wie die jeweiligen Umwelteinflüsse auf die Populationen wirkten.

"Dabei handelt sich immer um eine Art Indizienprozess", sagt Hofreiter. Wenn der Vergleich fossiler Genome etwa zeigen würde, dass eine bestimmte Tierart plötzlich radikal dezimiert wurde und man zugleich wüsste, dass zu dieser Zeit der Mensch sich in der Region breit machte, wäre es ein gutes Indiz für Bejagung.

Die Universität finanziert Hofreiter großzügig die Laborausstattung. Dazu gehört auch ein neuer Sequenzierer für die Analyse von Genomen. Außerdem wird die Zusammenarbeit mit dem Geoforschungszentrum (GFZ) oder dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik) bei der Rekonstruktion vergangener Ökosysteme sicher hilfreich sein.

Von Rüdiger Braun

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