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Potsdam Ex-Stadtverordneter zeigt OB Jakobs an
Lokales Potsdam Ex-Stadtverordneter zeigt OB Jakobs an
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00:32 05.02.2015
Die "Zwarten Pieten" treten traditionell beim Sinterklaas-Fest auf. "Blackfacing" sei rassistisch, sagen Kritiker. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Neuer Streit ums Sinterklaas-Fest: Der ehemalige Stadtverordnete der Bündnisgrünen, Andreas Menzel, hat Anzeige wegen des "Verdachts auf Beleidigung und Volksverhetzung" sowie den Verstoß gegen den ersten Artikel des Grundgesetzes gegen Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gestellt.

Menzel stört sich an den sogenannten "Zwarten Pieten", die den niederländischen Weihnachtsmann traditionell begleiten und mit schwarz bemalter Haut, roten Lippen und bunter Kleidung seit Anfang der 1990er einmal im Jahr im Holländischen Viertel auftreten. Das „Blackfacing“ – das Umschminken von weißer auf schwarze Haut – halten Kritiker wie Menzel für rassistisch. Nachdem das Fest 2013 wegen finanzieller Probleme ausfallen musste, ritt Sinterklaas vergangenen Dezember wieder auf seinem Schimmel ins Holländische Viertel – begleitet von stillem Protest mit Plakaten.

Zum Sinterklaas-Fest am 3. Adventwochenende 2014 im Holländischen Viertel in Potsdam erschien Sinterklaas höchstpersönlich - in Begleitung der Zwarten Pieten. Am Hafen der Weissen Flotte haben Menschen demonstriert, die die Verkleidung der Zwarten Pieten rassistisch finden.

Bereits am 16. Dezember hat Menzel die Anzeige bei der Polizeidirektion West gestellt. Der Eingang wurde seitens der Beamten der Abteilung „KK Ermittlung/Auswertung“ am 2.Januar schriftlich bestätigt. Zur „rechtlichen Würdigung“ seien die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft übersendet worden. Dort war gestern keine Auskunft zu erhalten. „Wir haben von der Anzeige keine Kenntnis“, so Stadtsprecher Stefan Schulz. Weder Sinterklaas-Fest noch „Zwarte Pieten“ werden vom Oberbürgermeister „für rassistisch gehalten“. Vor und nach dem Fest habe es zwischen Veranstalter und Kritikern Gespräche gegeben – „an denen Herr Menzel nicht teilgenommen hat“, sagte Schulz.

Ein alter Brauch

  • Das Sinterklaasfest im Holländischen Viertel fand im Dezember 2014 zum 18. Mal statt. Es wird vom Förderverein zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam organisiert.
  • Seit dem 15. Jahrhundert gibt es das Fest in den Niederlanden. Die Hauptfigur ist der Sinterklaas, der am 5. Dezember den Kindern Süßigkeiten bringt und Geschichten vorliest. In seinem großen roten Buch steht, welches Kind artig war, welches nicht.
  • Der Zwarte Piet wurde vor hundert Jahren zum Helfer des Sinterklaas auserkoren. Anfangs sollte er die bösen Kinder bestrafen, was er heute nicht mehr tut. Auf dem Sinterklaasfest spielen die Zwarten Pieten mit den Kindern.
  • Proteste gegen die Darstellung der Zwarten Pieten gibt es seit den 1970ern. Der Vorwurf: Rassismus.

Darüber hinaus hat sich Menzel an den Petitionsausschuss des Landtags gewendet. Jakobs habe als „Hauptverwaltungsbeamter der Landeshauptstadt an dieser, die Schwarze Diaspora beleidigende Veranstaltung aktiv teilgenommen (...) und sich geweigert, eine gebotene Haltung von Toleranz, Achtung und Menschenwürde mit Nachdruck zur Beachtung zu verhelfen“. Menzel will vom Petitionsausschuss wissen, wie Sinterklaas-Fest und „Zwarte Pieten“ mit Blick auf ein „tolerantes Brandenburg bewertet werden“. Die Abgeordneten sollen auf die Stadt einwirken, „damit sich 2015 derartiges menschenunwürdiges Verhalten wie Blackfacing und devote Sklavendarstellung nicht wiederholt“, so Menzel.

Von Ricarda Nowak

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