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Potsdam Exner und Schubert laufen sich für den OB-Wahlkampf warm
Lokales Potsdam Exner und Schubert laufen sich für den OB-Wahlkampf warm
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13:34 11.01.2018
Darum geht’s: Der Chefsessel im Potsdamer Rathaus.  Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

 Die Kandidatensuche für die Oberbürgermeisterwahl 2018 geht in die heiße Phase. Bei den Linken steht nun offenbar ein Termin für die innerparteiliche Präsentation eines Kandidaten beziehungsweise einer Kandidatin fest. Nach MAZ-Informationen soll die Personalie am 3. November den Ortsverbänden und dem Kreisvorstand vorgestellt und diskutiert werden. Dass der langjährige Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg noch einmal antreten könnte, halten Parteifreunde nicht für ausgeschlossen. Das schmeckt aber nicht jedem. Manche, wie der frühere Linken-Kreischef Sascha Krämer, plädieren dafür, dass eine Frau an den Start gehen solle – gern auch parteilos.

Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Quelle: Friedrich Bungert

Bei der SPD endet die Bewerbungsfrist Ende Oktober, Nachmeldungen sind aber möglich. Gehandelt wurden in den vergangenen Monaten etliche Namen – etwa Stephan Dorgerloh, Bruder des Generaldirektors der Schlösserstiftung und bis 2016 Kultusminister in Sachsen-Anhalt, sowie Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam. Dazu befragt, erteilt Günther den Spekulationen indes eine klare Absage: „Ich liebe meine derzeitige Tätigkeit und wurde als Universitätspräsident gerade für sechs Jahre wiedergewählt“, sagte er zur MAZ.

Bleibt somit ein Trio der derzeit bei der SPD am heißesten gehandelten Kandidaten: Bürgermeister und Kämmerer Burkhard Exner, Sozialdezernent Mike Schubert und Klara Geywitz, Generalsekretärin der Brandenburger SPD. Geywitz hätte derzeit wohl die besten Karten: Kompetente Frau, durchsetzungsstark und bestens vernetzt in Potsdam. Doch nach dem desaströsen Bundestagswahlergebnis kann Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Hinblick auf die Landtagswahl 2019 offenbar keine gute Kraft missen, um den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen

Klara Geywitz, Generalsekretärin der Brandenburger SPD. Quelle: Privat

Bleiben noch Exner und Schubert. Beide, so heißt es, werden wohl in den nächsten Tagen ihren Hut in den Ring werfen und offiziell ihre Kandidaturen erklären. Beide, so heißt es weiter, sind mittlerweile angesichts der scharfen Konkurrenz nur noch durch Parteifreundschaft verbunden. Frei nach dem Motto: Freund, Feind, Parteifreund. Exner – Jahrgang 1958, Jurist, in Berlin-Kladow wohnhaft mit familiären Wurzeln im Havelland – ist seit 2002 Kämmerer. Mittlerweile hat er Potsdam sogar die Schwarze Null verschafft und seinem Chef Jakobs somit über lange Jahre eine solide Ausgangsbasis für dessen Politik ermöglicht.

Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) Quelle: Friedrich Bungert

Exner gilt als fleißiger, zuweilen detailverliebter Arbeiter mit Sechs-Tage-Woche, was ihm allerdings auch den Beinamen „Aktenfresser“ eingetragen hat. Vor seiner Zeit in Potsdam als stellvertretender Landrat im Havelland tätig, verfügt er über langjährige strategische Erfahrung, wie Unterstützer hervorheben. Als Charismatiker würden ihn aber selbst seine größten Fans nicht bezeichnen, dafür besitzt Exner – wenn man erst einmal hinter die stark faktenorientierte Fassade gedrungen ist – durchaus einen trockenen, selbstironischen Humor.

Mike Schubert – Jahrgang 1973, Politologe, aufgewachsen in Potsdam mit Wohnsitz im Potsdamer Norden und vor seiner Sozialdezernentenwahl 2016 SPD-Fraktions- sowie Unterbezirkschef – ist nach Einschätzung vieler Genossen das Gegenprogramm zu Exner. Immer präsent in den sozialen Netzwerken, begibt er sich gern und mit viel Energie ins Rampenlicht. Schubert-Befürworter streichen heraus, mit welchem Fleiß er Außer-Haus-Termine absolviert. Doch in seinem Referat läuft noch längst nicht alles rund: Unter anderem beim Thema Kita-Plätze habe er seine Rolle noch nicht gefunden, heißt es.

Sozialdezernent Mike Schubert (SPD). Quelle: Bernd Gartenschläger

Seinen Sprung ins Dezernentenamt hatte Schubert, früher Referent im Innenministerium, erst im dritten Wahlgang geschafft. Immer wieder versicherte er danach, wie viel Freude ihm der neue Job bereite. Umso überraschter sind manche SPD-Mitglieder nun von Schuberts Ambitionen auf den Spitzenposten im Rathaus. Die Absprachen mit Parteifreunden seien ganz andere gewesen. „Die Wahl zum Beigeordneten war mit der Festlegung verbunden, dass er das acht Jahre lang macht“, sagt ein langjähriger Funktionär zur MAZ: „Ein Großteil derer, die ihn damals unterstützt haben, hat das unter der Voraussetzung getan, dass er das über die ganze Amtszeit machen soll.“ Diese Darstellung wird auch von anderen SPD-Mitgliedern bestätigt.

Die finale Entscheidung über den Kandidaten fällen die Parteimitglieder. Gewählt wird auf einer Mitgliedervollversammlung am 20. Januar. „Das Verfahren soll transparent und offen sein“, betont Unterbezirkschefin Ulrike Häfner, die angesichts der Bundestagswahlschlappe vor Macht-Arroganz warnt: „Was die Leute gar nicht mehr aushalten, sind Hinterzimmerpolitik und Bevormundungen von oben.“

Auch die anderen Parteien sind eifrig auf Kandidatensuche. Bei der CDU wird unter anderem der Anwalt Goetz Th. Friederich als ein möglicher Anwärter gehandelt. In den Reihen der Grünen will man angeblich auf Frauen-Power setzen. Aber noch halten sich die meisten Parteien bedeckt. Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis) sagte zur MAZ, er sei „zuversichtlich, dass das bürgerliche Lager sich auf einen gemeinsamen Kandidaten oder eine Kandidatin einigen wird“. Er gehe zudem davon aus, dass diese Person nicht aus den Reihen der Stadtverordnetenversammlung kommen müsse.

Von Ildiko Röd

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