Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° bedeckt

Navigation:
Experten: Insekten sind Nahrung der Zukunft

Potsdam Experten: Insekten sind Nahrung der Zukunft

Das ist kein Witz! Ernährungswissenschaftler der Uni Potsdam fordern, dass Europäer sich an den Verzehr von Insekten gewöhnen sollten. Ein Drittel der Weltbevölkerung – insbesondere in Asien und Afrika – bringt bereits Ameisen, Heuschrecken und Co. auf den Dessert-Teller. Für das Überleben der Menschheit spielt ein solcher Speiseplan eine zentrale Rolle.

Potsdam 52.3905689 13.0644729
Google Map of 52.3905689,13.0644729
Potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
Mädchen (16) auf Oktoberfest sexuell belästigt

Heuschrecken, Zophobas (Larven vom Riesen-Schwarzkäfer) und Mehlwürmer (v.l.) liegen zum Verzehr bereit.

Quelle: dpa

Potsdam. Beim kommenden „Lunchpaket“ im Bildungsforum Potsdam am Mittwoch (12. Oktober) um 12.30 Uhr geht es um Insekten als Eiweißquelle der Zukunft. Ina Henkel und Katrin Kühn vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam werfen eine Blick in die Zukunft, laden zu einer süßen „Kostprobe“ ein und erklären im Vortrag, welche Bedeutung Insekten als Eiweißquelle haben werden.

Verzehr von Insekten ist seit Jahrtausenden üblich

Entomophagie, der Verzehr von Insekten durch Menschen, ist seit Jahrtausenden bekannt. Vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika werden von etwa zwei Milliarden Menschen aus unterschiedlichsten Beweggründen mehr als 1900 verschiedene Insektenarten wie Käfer, Raupen, Bienen, Wespen und Ameisen gegessen. Insekten stellen insbesondere in Entwicklungsländern eine wichtige Ergänzung zu den kohlenhydratreichen, aber proteinarmen Grundnahrungsmitteln wie Reis, Getreide, Kartoffeln und Cassava dar. Was für rund ein Drittel der Weltbevölkerung in Asien und Afrika Teil der normalen Ernährung ist, gilt für Europa und die USA auf Grund der bestehenden Aversionen meist als Nahrungstabu.

Bedarf an tierischen Proteinen steigt rasant

Bevölkerungswachstum, Verstädterung und Wohlstand werden in den kommenden Jahrzehnten nicht nur zu einem globalem Bedarf an Nahrung im Allgemeinen führen sondern vor allem nach tierischem Eiweiß. Aktuellen Schätzungen zufolge, wird der weltweite Bedarf an tierischem Protein in den nächsten vier Jahrzehnten um 75 Prozent steigen. Dies stellt nicht nur Entwicklungsländer sondern auch Industrieländer vor große Herausforderungen und machen die Suche nach alternativen Eiweißquellen zwingend notwendig. Essbare Insekten können hier auf Grund ihres hohen Gehalts an hochwertigen Proteinen einen wesentlichen Beitrag zur globalen Ernährungssicherung liefern.

Darüber hinaus sind sie reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Fetten und stellen somit eine nährstoffreiche Alternative zu herkömmlichen tierischen Proteinlieferanten dar. Eine zentrale Forderung der „Food and Agriculture Organization of the United Nations“ (FAO) ist daher, sich diesen Herausforderungen aus ernährungswissenschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Sicht zu stellen.

Aufzucht von Insekten ist ökologischer

Zwar werden Insekten gegenwärtig vorwiegend opportunistisch gesammelt, doch haben ihre schnelle Reproduktionsrate und relativ einfachen Lebensbedingungen das Potenzial, die Zucht in kontrollierte und nachhaltige ökonomische Produktion zu überführen. Die im Vergleich zur konventionellen Tierhaltung von beispielsweise Schwein und Rind deutlich geringere Kohlenstoffdioxid-Emission, deutlich günstigere Futterverwertungseffizienz und auch der Bedarf von wesentlich geringeren Produktionsflächen wirken sich langfristig positiv auf die Umwelt aus.

Mit der Veranstaltungsreihe „Lunchpaket“ präsentieren die Stadt- und Landesbibliothek, die Volkshochschule sowie die Wissenschaftsetage an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 12.30 Uhr ein Mittagspausenprogramm mit kulturellen und kulinarischen Häppchen aus den Bereichen Musik, Lesung, Bewegung und Wissenschaft.

Von MAZ online

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg