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Extrem hell und unglaublich schwer

Oliver Schnurr hat Faible für dicke Sterne Extrem hell und unglaublich schwer

Oliver Schnurr hat ein Faible für gewichtige Stars. Dabei gilt sein Interesse nicht vergänglichen Pop-Sternchen. Der Potsdamer hält Ausschau nach Sternen, die so richtig etwas auf die Waage bringen.

POTSDAM. Viele Quadrilliarden Tonnen – eine Zehn mit 27 Nullen – müssen die Objekte seines Begehrens schon haben, bevor der Astrophysiker sie eines näheren Blicks würdigt.

An ihrem glamourösen Auftreten kommt er dann kaum noch vorbei. Der Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Astrophysik hält Ausschau nach Gestirnen, die außergewöhnlich hell am Firmament leuchten und mehr als 100mal schwerer als die Sonne sind. „Die Beobachtung solcher Sterne ist besonders wichtig, weil sie Auskunft über die Entstehung des Universums geben“, so Schnurr. Schwere Sterne haben nur eine Lebensdauer von einem Tausendstel unserer Sonne. Das heißt, seit dem Urknall hat es weitaus mehr Generationen gegeben als von Sternen des Niveaus der Sonne.

Sie erbrüten in ihrem Inneren besonders gewichtige Elemente wie Uran oder Eisen, die sie nach ihrem Ableben an ihre Umgebung abgeben. Musste Schnurr aber früher das Gewicht seiner ins Visier genommenen Sterne noch aufgrund ihrer Leuchtkraft an Hand von Modellen bestimmen, ist ihm nun für das direkte Wiegen ein Geschwisterpaar zur Hilfe gekommen. In Kooperation mit Kollegen aus Amsterdam hat Schnurr das bislang schwerste Sternensystem „R144“ mit zwei Sonnen ausgemacht. In der Magellanschen Wolke, rund 160 000 Lichtjahre entfernt, haben die Forscher die zwei umeinander kreisenden Sterne entdeckt. Jeder einzelne ist rund 200mal so schwer wie unsere Sonne. „In solchen Doppel-sternsystemen lässt sich das Gewicht durch Gleichungen ermitteln“, sagt Schnurr. Zu Rate ziehen müsse man dafür nur das Keplersche Gesetz für Umlaufbahnen. Das Problem bislang war, dass derart schwere Sonnen in Doppelsternsystemen nicht ausgemacht wurden. Daher der Rückgriff auf Modellrechnungen, die nun aber an Hand der Daten von R144 überprüfbar werden.

Schnurr gehörte schon vor knapp zwei Jahren zu dem internationalen Forscherteam, das den bislang schwersten Stern ebenfalls in der Magellanschen Wolke ausgemacht hatte. Zu seiner Entstehung muss der zu einem gleichnamigen Sternhaufen gehörende „R136a1“, das mehr als 320fache Gewicht der Sonne auf die Waage gebracht haben. Er leuchtet etwa zehn Millionen Mal so hell wie sie und ist 30mal so groß.

Oliver Schnurr hält am 16. Mai 2013 in der Sternennacht am AIP einen Vortrag über Supernovaexplosionen. (Von Gerald Dietz)

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