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Potsdam FH-Professorin Gudrun Perko: „Wir müssen Bündnisse schaffen“
Lokales Potsdam FH-Professorin Gudrun Perko: „Wir müssen Bündnisse schaffen“
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02:25 30.04.2018
Ehrung: Jenny Pöller übergibt Gudrun Perko den Hexenbesen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Überraschung geglückt: Auf ihrem Weg zu einem Blockseminar über Ethik im Kontext sozialer Arbeit hat das Autonome Frauenzentrum gestern Mittag Professorin Gudrun Perko auf dem Campus der FH abgefangen und ihr feierlich den Hexenbesen für ihr vielfältiges Engagement gegen Diskriminierung verliehen. „Ich fühle mich völlig überrascht – und total geehrt“, sagte die Preisträgerin. Und nahm sich kurz Zeit, um über strukturelle Diskriminierung zu sprechen. Diese finde sich nicht nur Einzelnen gegenüber wie bei sexistischen Übergriffen, sondern sie sei gesamtgesellschaftlich verwoben: institutionell, kulturell und individuell. Ihre Schlussfolgerung: „Wir müssen Bündnisse schaffen und verbunden sein gegen alle, die finden, dass Gleichstellung nicht mehr wichtig ist.“

Gudrun Perko: Umfassende Bündnisse „hätten politische Sprengkraft“

Gudrun Perko kam 2010 an die Potsdamer Fachhochschule, war von 2011 bis 2014 zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule und verweist auf viele engagierte Studierende und Verbündete, mit denen sie seitdem für Chancengleichheit und Antidiskriminierung gearbeitet hat. Sie hat Soziale Arbeit und später Philosophie in Wien studiert und war knapp 20 Jahre lang als Sozialarbeiterin etwa im Jugendzentrum und Psychosozialen Dienst tätig. Vor einem halben Jahr wurde Gudrun Perko auf die Professur „Gender und Diversity“ berufen und sagt mit Hinblick auf ihr umfangreiches Wissen über Studien zu Benachteiligungen: „Ich wundere mich, dass so viele Menschen von Diskriminierung betroffen sind, sei es durch ihre soziale Herkunft, ihr Alter oder vieles mehr, aber dass sich nicht alle zusammenschließen – das hätte politische Sprengkraft.“ Es gebe viele vereinzelte Bündnisse für spezifische Belange, sagt die Österreicherin und schaut zu den Gratulantinnen vom Frauenzentrum. Umfassende Bündnisse hingegen würden fehlen. „Man kann nie nur alleine was ausrichten.“

Nach der Laudatio von Jenny Pöller sagt Gudrun Perko: „Das klingt ja wie geplant.“ Recht hat sie: Das Autonome Frauenzentrum verleiht seit Jahren rund um die Walpurgisnacht den Hexenbesen als Preis für aktive Frauen – „damit sie schwungvoll für die Interessen von Frauen kehren“.

Von Michaela Grimm

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