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Potsdam Letzter Rundgang durch die alte FH Potsdam
Lokales Potsdam Letzter Rundgang durch die alte FH Potsdam
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04:17 27.02.2018
2000 Tonnen Material sind aus dem Inneren des alten Fachhochschulgebäudes entfernt worden. Quelle: Bernd Gartenschläger/Friedrich Bungert
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Innenstadt

Vorhang auf für den letzten Akt des alten Fachhochschulgebäudes am Alten Markt – die MAZ hat einen Blick hinter die Kulissen der Abrissarbeiten gemacht. Momentan spielt sich das meiste hinter den Fassaden ab. Von außen merkt man momentan ja noch ziemlich wenig; abgesehen vom hohen Bauzaun und den Lkws, die jeden Tag die Überreste des ehemaligen DDR-Lehrerbildungsinstituts wegbringen. Klar ist: Voraussichtlich ab dem 7. April werden auch die Abrissarbeiten draußen beginnen. Dann wird der DDR-Bau bis August stückweise von der Stadt- und Landesbibliothek aus in Richtung Landtag abgetragen – und zum ersten Mal wird das Verschwinden der alten FH für die Potsdamer spürbar sein.

Jetzt ist erst mal die Entkernung des Gebäudes dran. Seit dem Abrissbeginn am 6. November ist die alte FH innen nicht mehr wiederzuerkennen. Alles reif für Rudis Resterampe – die Gipsdecken, der Boden, die Lampen, die Lüftungsrohre, viele Wände. Schuttberge türmen sich.„Was wir hier sehen sind mineralischer Bauschutte, Fliesen aus den Sanitärbereichen, Gipsmaterial aus den Wänden sowie Estrich, der mit Kleinbaggern aus dem Boden ausgestemmt wurde – 2000 Tonnen sind im Innenausbau geborgen und weitgehend abtransportiert worden“, erläuterte Sanierungsträgerchefin Sigrun Rabbe am Mittwoch beim Rundgang.

Von der Decke der Ex-Kantine baumeln die langen Kabel der Lampen. Wie überdimensionale schwarze Spaghetti sehen sie aus. An den Decken sieht man überall ein Gittergeflecht – die Tragekonstruktion für die mittlerweile abmontierten Gipsteile, wie Bauleiter Ronny Toth von der Firma Reinwald erklärte. 16 Arbeiter plus zwei Vorarbeiter sind mit den Abrissarbeiten beschäftigt.

Von oben tropft es auf die Treppe im Eingangsbereich. Ein plötzlicher Regenguss, der durchs lecke Dach rieselte? Nein, das Nass ist gewollt, es wird mit dem Gartenschlauch ins Innere geleitet und soll der Staubentwicklung entgegenwirken. Auf dem Boden der ehemaligen Kantine haben sich richtige kleine Seen gebildet. Vor der einstigen Essensausgabe sind die silberglänzenden Rollläden heruntergelassen. Der leere Raum wirkt ohne die Tische und Sitzmöbel plötzlich riesig. Man braucht viel Fantasie, um sich den früheren Treffpunkt mit Stimmengewirr und Besteckgeklapper vorzustellen. Gäbe es nicht den gewohnten Ausblick auf den Alten Markt, würde man sich wie in einem komplett anderen Film fühlen.

Sogar die Zeit scheint wie von Zauberhand angehalten. An einer Wand hängt ein quadratischer bräunlicher Lautsprecher aus DDR-Zeiten. Und an einer Wand hängen alte Flyer mit Veranstaltungsankündigungen: „Lust oder Last? Die Beziehung von Eros und Christentum“ – ein Vortrag vom 26. Oktober 1999. Daneben hängt ein Plakat für ein Irish-Folk-Festival, auch von 1999.

Fröstelig-kalt ist es in dem Gebäude. Kein Wunder. Fensterscheiben sind zerborsten; zur Stadt- und Landesbibliothek hin fehlen die Wände, so dass man direkt in deren Fenster schauen kann. Die Bibliotheksfassade ist zum Greifen nah. Rechts hat man freie Sicht auf den Staudenhof; wenn man den Kopf nach links dreht, sieht man die Häuser der Friedrich-Ebert-Straße.

Unliebsame Überraschungen hat es laut Rabbe bei den Abrissarbeiten in den vergangenen Monaten nicht gegeben. Nur der Dachaufbau aus Beton sei etwas höher gewesen, als ursprünglich angenommen, erklärt die Sanierungsträgerchefin: „Im Verhältnis der Gesamtbaumaßnahme war das eine Überraschung, die ich als gering betrachte.“ Also alles im grünen Bereich – weder Klagen von Seiten der Nachbarn im Staudenhof-Wohnblock noch Unliebsames in Sachen Schadstoffanalyse. Die speziellen Sicherheitsschleusen, durch die belastete Materialien herausgetragen wurden, sind mittlerweile auch Geschichte. Das komplette FH-Gebäude ist voraussichtlich im September Geschichte – dann wird der Keller verfüllt, nachdem man dessen Fundamente entfernt hat.

Von Ildiko Röd

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