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Potsdam Fachhochschule Potsdam mit Asbest verseucht
Lokales Potsdam Fachhochschule Potsdam mit Asbest verseucht
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13:34 28.11.2017
Transparent während der Besetzung des Fachhochschulgebäudes. Quelle: Christel Köster
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Innenstadt

 Die Debatte um Abriss oder Sanierung und Weiternutzung des alten Fachhochschulgebäudes am Alten Markt wird immer komplizierter: Das zu DDR-Zeiten errichtete Gebäude ist hochgradig mit giftigem Asbest verseucht, unter anderem ist es in der Dachpappe und als Brandschutz hinter den Heizkörpern enthalten. Außerdem finden sich Phenol und teerhaltige Klebematerialien in dem Bau. Das ist eines der Ergebnisse der Abbruchplanung, deren Konzept inklusive Schadstofferfassung dem Sanierungsträger seit kurzem im Entwurf vorliegt. Im November will die Stadt mit den Abrissarbeiten beginnen.

Damit werden beide widerstreitenden Varianten teurer als gedacht – sowohl der Abriss als auch die Sanierung. Bislang wurden die Kosten für eine Sanierung auf rund 33 Millionen Euro geschätzt.

Bert Nicke vor einen Modell der Innenstadt. Quelle: Daniela Weigelt / Pro Potsdam

Laut Sanierungsträger gibt es trotz der Schadstoffbelastung keine akute Gesundheitsbedrohung für die FH-Nutzer: „Zur Zeit besteht keine Gefahr, weil das Asbest in gebundener Form verbaut ist“, sagte Sanierungsträger-Geschäftsführer Bert Nicke auf MAZ-Nachfrage: „Sobald man aber in die Gebäudesubstanz eingreift, wird es gefährlich, weil dann das Asbest freigesetzt wird.“ Die Belastung entsteht, wenn Bauteile geöffnet oder beschädigt sind. Dann kann unter anderem Material freigesetzt werden, das die Lungenbläschen beschädigt und krebserregend wirken kann. Dass die Sanierung eines asbestverseuchten Gebäudes machbar ist, zeigt das Beispiel der benachbarten Stadt- und Landesbibliothek, die vor wenigen Jahren von Grund auf erneuert wurde.

Ein Verkauf des FH-Gebäudes an das Bündnis „Stadtmitte für alle“, das am Sonntag von den Befürwortern des FH-Erhalts ins Spiel gebracht worden ist, kommt aus Sicht des Sanierungsträgers trotzdem nicht infrage – zumal das Ausschreibungsverfahren zur Vergabe der neun Baulose im ersten Wohnblock auf dem FH-Areal bereits vor mehreren Wochen gestartet ist. „Es gibt Beschlüsse zur Wiederherstellung der Alten Mitte, die schon seit langem existieren und die wiederholt durch die Stadtverordnetenversammlung bestätigt wurden“, so Nicke. Heißt: Ein Verkauf des Gebäudes zum Zweck des Erhalts würde nicht den vorgegebenen Verkaufsbedingungen entsprechen. „Sollte von den Sanierungszielen abgewichen werden, müssten dafür die politischen Beschlüsse durch die Stadtverordnetenversammlung revidiert werden.“

Auch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) machte am Montag deutlich, dass an dem Fahrplan zur Weiterentwicklung der Potsdamer Mitte festgehalten wird. Die verbliebenen Fachbereiche der Fachhochschule werden noch im Sommer an ihren modern ausgebauten Campus an den Standort Pappelallee umziehen.

Wie berichtet, will das Bündnis „Stadtmitte für alle“ ihr Kaufangebot bis Ende Juli abgeben. Der Ankauf von Grund und Boden soll mit Hilfe einer Stiftung finanziert werden, deren Namen Bündnissprecher André Tomczak zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen will. Die Stiftung handle nach dem Verständnis, dass „Boden Gemeingut ist und nicht nur Bauland für Investoren“. Als Kooperationspartner für die Modernisierung des FH-Gebäudes sei die GLS-Bank im Gespräch, die sich laut Eigenbeschreibung der „Finanzierung nachhaltiger Unternehmen und Projekte“ verschrieben hat. Für die Stadt soll ein solcher Verkauf kein Verlustgeschäft sein, betont Tomczak.

Auch bei einem Erhalt des Gebäudes käme man aber um eine Sanierung samt Asbestbeseitigung nicht herum. Sollte das Gebäude nach der Aufgabe als FH neu genutzt werden, müsste eine Baugenehmigung für die Baumaßnahmen eingeholt werden – inklusive einer Entfernung der schadstoffbelasteten Baumaterialien.

Das Vorgehen beim FH-Abriss ab November ist auch schon klar: Asbest und künstliche Mineralfaser-Platten müssen mit einer Schutzausrüstung – Handschuhen, Mundschutz und Einweg-Anzügen – entfernt werden. Noch komplizierter wird es, wenn es um die Entfernung der Sperrschichten, Kleber und Dachpappen geht. Dafür müssen spezielle Schleusen eingerichtet werden, so dass keine Schadstoffe nach außen dringen können.

Von Ildiko Röd

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