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Fahrkarten-Kontrolleure leben gefährlich

Fahrkarten-Großkontrolle in Potsdam Fahrkarten-Kontrolleure leben gefährlich

Immer wieder legen es Fahrgäste in Bussen und Bahnen drauf an: Statt Ticket gibt es den Blick nach links und rechts. Ist kein Kontrolleur in Sicht, steigen sie ein. Doch in Potsdam rudert man mit Großkontrollen dagegen. Die zeigen inzwischen Wirkung – sind aber nicht immer ungefährlich. Erst kürzlich wurde ein Fahrkarten-Kontrolleur in Potsdam angegriffen.

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Wer ohne Fahrschein erwischt wird, zahlt 60 Euro. Rund ein Prozent der Fahrgäste versucht es trotzdem.

Quelle: dpa

Potsdam. Einmal im Jahr setzen die Verkehrsbetriebe Potsdam (Vip) die Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein unter einen besonderen Verfolgungsdruck. Dann wird verstärkt kontrolliert, mittlerweile sogar nachts und am Wochenende. Die letzte Großkontrolle fand an gleich zwei Tagen am vergangenen Freitag und Sonnabend statt. Dass dabei ein Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens GSE Protect angegriffen worden war, sorgte für Aufsehen.

4000 Fahrgäste wurden kontrolliert – auch mitten in der Nacht

Doch auch die jetzt veröffentlichten nüchternen Zahlen der Aktion sind mehr als nur Statistik: Etwa 4000 Fahrgäste wurden bei der Schwerpunktkontrolle überprüft, 110 davon wurden beim Schwarzfahren erwischt und müssen nun das erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro zahlen. Weil gleichzeitig vier Teams insgesamt 91 Bussen und Bahnen kontrollierte, lag die Quote deutlich höher als üblich. Im Jahresverlauf werde etwa einer von hundert Fahrgästen ohne gültigen Fahrschein erwischt, heißt es bei der Vip. Bei der Großkontrolle lag diese Quote bei knapp drei Prozent.

Potsdams öffentlicher Nahverkehr in Zahlen

31,8 Millionen Fahrgäste beförderten die Potsdamer Verkehrsbetriebe im Jahr 2014.

Das Liniennetz für Busse ist 304 Kilometer lang, das Schienennetz für Straßenbahnen 74 Kilometer, die Fährverbindung beträgt nur 300 Meter.

108 Fahrzeuge sind derzeit in Betrieb, darunter 54 Busse, 53 Straßenbahnen und eine Fähre. Insgesamt 625 Haltestellen werden auf 34 Linien bedient.

Die Polizei musste 17 Mal zu Hilfe kommen

Auch mitten in der Nacht konnten sich Schwarzfahrer nicht sicher fühlen. Dafür stieg dann auch das Risiko der Kontrolleure. 17 Mal musste die Polizei hinzugerufen werden. In sechzehn Fällen weigerten sich die Schwarzfahrer ihre Personalien anzugeben, aber ein Fahrgast rastete aus und attackierte einen Kontrolleur. Gegen Mitternacht wurde in der Nacht zum Sonnabend ein 53-jähriger GSE-Mitarbeiter von einem betrunkenen Fahrgast heftig geschubst, in den Bauch getreten und ins Gesicht geschlagen worden. Er sei aber wohlauf und weiter im Dienst, sagte René Kohl,Geschäftsführer von GSE Protect. „Der Vorfall in Potsdam war eine absolute Ausnahme, in anderen Städten passieren Angriffe – auch mit schwerer Körperverletzung – viel häufiger“, sagt Kohl.

In Potsdam sind aggressive Fahrgäste eine seltene Ausnahme

Die in Potsdam ansässige Sicherheitsfirma ist seit Januar von den Potsdamer Verkehrsbetrieben (Vip) beauftragt, die Fahrgäste zu begleiten und Fahrkartenkontrollen durchzuführen. Seitdem habe es laut Kohl „nur eine geringe Anzahl“ von Vorfällen gegeben.

Von Peter Degener

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