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Fahrland fordert einen Fahrplan

Bürgerinitiative übergibt 1000 Unterschriften Fahrland fordert einen Fahrplan

Die neue Bürgerinitiative in Fahrland hat in der Stadtverordnetenversammlung mehr als 1000 Unterschriften für bessere Infrastruktur in dem Potsdamer Ortsteil übergeben. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) will sich nun mit den Anwohnern treffen. Auch der lange geforderte Ortsteilbeauftragter hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen.

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Tina Lange, Nicole Heese und Anke Oehme (v.l.) von der Bürgerinitiative Fahrland übergaben gestern rund 1000 Unterschriften an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).

Quelle: Foto: B.G.

Potsdam. Mit den Problemen, für die eigenen Kindern (2 und 6) Kita,– Hort- Schulplatz zu finden, fing es an. Inzwischen hat Tina Lange eine Bürgerinitiative in ihrem Wohnort Fahrland gegründet und trommelt für mehr Lebensqualität im Potsdamer Norden. Mit erstem Erfolg: Am Mittwoch haben die 29-Jährige und ihre Mitstreiterinnen in der Stadtverordnetenversammlung mehr als 1000 Unterschriften von Einwohnern an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) übergeben. Mit dem Ziel, den Stadtchef zu einer Bürgerversammlung in den Ortsteil zu holen und die drängenden Infrastrukturprobleme anzugehen.

Jakobs wird kommen, das sagte er Tina Lange am Mittwoch zu. Einen Termin für die Versammlung gibt es allerdings noch nicht. Die Agenda, die es dann zu besprechen gibt, ist lang. „Es gibt um Kinderbetreuung, Verkehr und Dienstleistungen“, sagt Lange, die als Gymnasiallehrerin in Berlin arbeitet. In den vergangenen Jahren sei die Einwohnerzahl um mehr als 18 Prozent gestiegen. Aktuell leben in Fahrland fast 4600 Menschen – Tendenz durch den Bau neuer Wohngebiete steigend. Die einzige Kita im Ort sei bis Ende 2018 komplett ausgebucht. Rund 90 Plätze fehlen. Die Regenbogengrundschule macht zum neuen Schuljahr wie berichtet mit Genehmigung des Bildungsministeriums eine dritte 1. Klasse, weil sonst nicht alle Kinder aufgenommen werden könnten.

Auch das Angebot an Dienstleistungen ist gering

Darüber hinaus fehlen es im gesamten Norden an einem Kinderarzt. Auch eine Apotheke sowie ein größeres Lebensmittelgeschäft wünschen sich die Fahrländer. Der kleine Nahkauf im Ort reiche nicht mehr, so Tina Lange. „Am Nachmittag sind die Milchtüten ausverkauft, weil einfach nicht mehr Platz im Laden ist.“

Auch die Verkehrsanbindung halte nicht mit der Entwicklung des Ortsteils stand. Zu den Stoßzeiten seien die Busse überfüllt. „Und außerhalb der Stoßzeiten fahren die Busse so selten, dass es nicht attraktiv ist“, schildert Lange das Problem. Eine gute Anbindung an die anderen Ortsteile wie Uetz oder Marquardt fehle. „Wir müssen einen Fahrplan für Fahrland entwickeln“, fordert Lange. „So kann es nicht weitergehen.“

Dahinter steckt auch das Gefühl der Ortsteile, in wichtigen Infrastrukturfragen von der Verwaltung nicht angehört zu werden. Seit März ist nun die schon lange eingeforderte und im Oberbürgermeisterbüro angesiedelte Stelle des Ortsteilbeauftragten besetzt. Der Verwaltungswissenschaftler Thomas Tuntschew, der zuvor an der Universität Potsdam gearbeitet hat, soll das Scharnier zwischen Stadtverwaltung und Ortsteilen bilden. „Wir sehen schon, was die Leute umtreibt“, sagte Jakobs gestern.

Hauptproblem bleibt die Schul- und Kitaplatznot im gesamten Stadtgebiet. Fahrland sei aber besonders betroffen, wie Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) einräumt, der Mitte April zu einer Versammlung vor Ort war.

Vorschlag: Wohnungsunternehmen sollen zum Kitabau verpflichtet werden

„Ich verstehe den Unmut einiger Eltern“, sagt auch Gerald Siegert, Geschäftsführer der Kindwelt gGmbH, die in Potsdam fünf Kitas betreibt, davon eine in Groß Glienicke. „Die Landeshauptstadt Potsdam steht vor einer Mammutaufgabe bei dem anhaltenden Wachstum, auch die soziale Infrastruktur mitzuentwickeln.“ Wer jetzt nach Rekommunalisierung der Kitas Rufe wie die Linken, sollte auch wesentlich längere Planungs- und Bauphasen einplanen. Siegert hat einen anderen Vorschlag: Die Stadt solle darüber nachdenken, ob man Investoren ab einer bestimmten Projektgröße nicht mehr die Wahl zwischen Ausgleichszahlung oder der Schaffung von Kitaplätzen lässt, sondern ganz konkret Plätze für die Kindertagesbetreuung fordere. „Somit entstünden die Plätze genau dort, wo neuer Bedarf durch Wohnungsbau entsteht“, so Siegert. In Fahrland ist die Stadt derzeit in Gesprächen mit dem Bauunternehmen Semmelhaack.

Von Marion Kaufmann

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