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Falsche Polizisten in Potsdam am Telefon

Neue Betrugsmasche Falsche Polizisten in Potsdam am Telefon

In Potsdam haben Betrüger am vergangen Wochenende mit einer miesen neuen Masche Erfolg gehabt – zumindest in einem Fall. Zwei Mal scheiterten sie mit ihrem Vorhaben. Was die Polizei besonders aufregt: die Betrüger haben sich als Ermittler ausgegeben und nutzten eine Telefonnummer, die den Anschein macht, als ob sie nur die Polizei haben kann.

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Quelle: MAZ/Steffen Schulze

Potsdam. Am vergangenen Wochenende bekam eine 82-jährige Potsdamerin einen ominösen Anruf. Der Anrufer: angeblich die Polizei. Auch die angezeigte Nummer (0331-110) auf dem Display ließ die Frau nicht daran zweifeln, dass wirklich die Polizei anrufen würde.

Der Anrufer, angeblich ein Ermittler der Polizei, berichtete der Frau, dass die Polizei nach einer Festnahme einen Zettel mit ihrem Namen, ihrer Telefonnummer und Anschrift gefunden hätten.

„Ermittler“ gibt sich seriös und überzeugt

Der „Ermittler“ verwickelte die Dame weiter ins Gespräch und forderte sie schließlich auf, Bargeld von ihrem Konto abzuheben, um weitere Täter stellen zu können. Die 82-Jährige war dermaßen eingenommen und von der Seriosität des Mannes überzeugt, dass sie schließlich die Mithilfe versprach.

Selbst ein Bankangestellter, der sie auf einen möglichen Enkeltrick hinwies, konnte die Dame nicht von ihren Plan abhalten. Die Frau hob mehrere Tausend Euro von ihrem Konto ab.

„Abgleich bei der Datenbank“

Wenig später meldete sich der falsche Polizist erneut bei der Dame und erfragte die Geldscheinnummern vom abgehobenen Bargeld. Er gab vor, einen „Abgleich mit den Datenbanken“ durchführen zu müssen. Die hilfsbereite Potsdamerin gab bereitwillig Auskunft – bis ihr der falsche Polizist mitteilte, dass unter den Scheinen markierte Scheine wären, die nun kriminaltechnisch untersucht werden müssten. Schon bald würde ein Kollege vorbeikommen, um das Geld für die Spurensicherung sicherzustellen.

Und so kam es: Der angekündigte „Ermittler“ kam: adrett gekleidet mit akzentfreier deutscher Sprache. Auch jetzt gab es nichts, was die Dame an der Geschichte zweifeln ließ. Sie übergab das gesamte Geld an diesen Mann.

Nicht der einzige Fall

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, gab am zurückliegenden Wochenende zwei weitere ähnliche Versuche, bei denen die Täter mit gleicher Vorgehensweise versucht hatten Geld zu erbeuten. In beiden Fällen gelang es den Tätern aber nicht, da die Leute alles richtig machten und zunächst bei ihrer zuständigen Polizei nachgefragt haben, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht, bevor sie ihr Bargeld abhoben.

Besonders verwerflich an dieser Betrugsmasche sei, so die Polizei, „dass sich die Täter als Polizisten ausgeben, um sich durch die vermeintliche Seriosität das Vertrauen zu erschleichen“.

Die Polizei rät, sich niemals auf solche oder ähnliche dubiosen Geldforderungen, von wem auch immer und unter welchem Vorwand auch immer einzulassen. Die Polizei fordert Bürger auf niemals am Telefon ihre finanzielle Situation zu schildern, oder Geldverstecke zu verraten.

Die Polizei rät: „ Im Zweifelsfall beenden Sie das Telefonat! …und rufen sie anschließend ihre örtliche Polizeidienststelle unter der öffentlich bekannten oder im Telefonbuch eingetragen Telefonnummer an“.

So verhalten Sie sich richtig

Hier ein paar Verhaltensweisen im Überblick:

• Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis

• Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren sie einen späteren Gesprächstermin, damit die in der Zwischenzeit die Angaben z.B. durch einen Anruf bei Ihren Verwandten oder einem Rückruf bei der örtlichen Polizei überprüfen können.

• Rufen Sie die Polizei zurück. Verwenden Sie dazu die öffentlich bekannte Telefonnummer – aber nicht die Nummer, die die Anruferin oder der Anrufer Ihnen möglicherweise gegeben hat oder die auf dem Display angezeigt wurde!

• Notieren Sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers

• Bevor Sie jemanden ihr Geld geben wollen: Besprechen Sie die Angelegenheit mit einer Person Ihres Vertrauens. Wenn Ihnen die Sache „nicht geheuer ist“, informieren Sie bitte ihre örtliche Polizeidienststelle

• Übergeben Sie kein Geld an Personen, die Ihnen nicht persönlich bekannt sind – auch nicht der Polizei !

• Haben sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei. Sie erreichen sie unter der Nummer 110

Von MAZonline

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