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Potsdam Familie Grün kehrt in die Stadt zurück
Lokales Potsdam Familie Grün kehrt in die Stadt zurück
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18:50 02.04.2018
Die bei Potsdamern und Touristen beliebte Figurengruppe Familie Grün wurde 2013 nach einer Häufung von Schäden abgebaut. Quelle: Archivbild: oachim Liebe
Potsdam

Fünf Jahre nach ihrem Abtransport soll die beliebte Figurengruppe „Familie Grün“ der Fahrländer Künstlerin Carola Buhlmann in die Innenstadt zurück kehren. Das hat Kultur-Fachbereichsleiterin Birgit-Katherine Seemann am Freitag gegenüber MAZ angekündigt. Seit 1979 standen Mutter, Vater und Sohn auf ihrem an der Bandenburger/Ecke Lindenstraße. 2013 wurden sie nach vielfacher Beschädigung in die Werkstatt von Baudenkmalpfleger Roland Schulze gebracht. Nun soll eine Kopie aus robusterem Material angefertigt werden. Laut Seemann sind die dafür nötigen 20 000 Euro im aktuellen Haushaltsentwurf eingeplant.

Über die Rückkehr der Familie Grün wird schon seit Jahren diskutiert. Bisher fehlte das Geld dafür. Doch von dem neuen investitionsorientierten Doppelhaushalt, dessen Entwurf Kämmerer Burkhard Exner (SPD) im Dezember vorgestellt hat, profitiert auch die Kultur. Zu den größeren Vorhaben, die Donnerstagabend im Kulturausschuss vorgestellt wurden, zählen 1,4 Millionen Euro für die Erneuerung unter anderem von Bühnentechnik und Saalbestuhlung im Theater, in dem es erstmals seit der Neueröffnung 2006 verschleißbedingt einen größeren Erneuerungsbedarf gibt (MAZ berichtete).

100 000 Euro sollen für den Bau von bis zu sechs Bandproberäumen an das Freiland-Kulturzentrum gehen. Laut Claudia Fortunato vom Freiland-Organisationsteam könnten damit Probemöglichkeiten für bis zu 30 Bands geschaffen werden: „Wir hoffen, dass der Haushaltsentwurf so bestätigt wird“, sagte sie am Freitag. Erneuerungsbedarf gibt es in dem 2000 eröffneten Nikolaisaal, der in der Sommerpause 2017 erstmals einen neuen Farbanstrich bekam.

Auch das 2013 eröffnete Bildungsforum in dem komplett umgebauten Stahlbeton-Skelett der alten Stadt- und Landesbibliothek kann nun endlich fertig gestellt werden: Mit dem Abriss der angrenzenden alten Fachhochschule verschwindet auch der ins Bildungsforum ragende Verbinder. Die Demontage und die Schließung des riesigen Lochs in der Fassade kosten 350 000 Euro.

Zu den markanten Kunstwerken in der Innenstadt, die dem Stadtumbau weichen mussten, gehört die Transparente Weltkugel von Günther Junge. Bis 2010 stand sie neben der Bibliothek an der Friedrich-Ebert-Straße, dann wurde die fünf Meter große Metallskulptur auf den Bauhof gebracht. 46 500 Euro sind laut Kultur-Fachbereichsleiterin Seemann für die Neuaufstellung der Weltkugel neben der Markthalle an der Breiten Straße eingeplant.

Deutlich aufgestockt wurde laut Seemann auch die Kulturförderung für den laufenden Betrieb der Einrichtungen. Mit 1,3 Millionen Euro zusätzlich wächst das Kulturbudget der Stadt in diesem Jahr erstmals auf 20 Millionen Euro. Mehr Geld bekommt das Hans-Otto-Theater unter anderem für die mit dem Intendantenwechsel verbundenen Zusatzkosten, auch beim Nikolaisaal schlägt der Wechsel in der Geschäftsführung zu Buche. Tarifaufwüchse eingerechnet, bekommt das Theater in diesem Jahr rund 560 000 Euro, der Nikolaisaal rund 80 000 Euro mehr von der Stadt.

Mehr Geld bekommen auch die Kammerakademie (plus 96 000 Euro), sowie das Neue Kammerorchester und das Collegium musicum (beide bisher 25 000, jetzt 40 000 Euro im Jahr). Angehoben werden soll die Förderung für das Theaterschiff von 135 000 auf rund 165 000 Euro, ungedeckt ist laut Schiffsbesatzung die Finanzierung eines Bauantrages zur Sicherung des Liegeplatzes in der Schiffbauergasse über 2018 hinaus. 13 000 Euro würden benötigt. Mit 30 000 Euro soll erstmals auch das private Fluxus-Museum gefördert werden. Unklar bleibt die finanzielle Unterstützung der Nowaweser Weberstube in Babelsberg und des Kunsthauses Sans titre, beide hatten im Dezember im Kulturausschuss dringenden Förderbedarf signalisiert.

Indirekte Kritik gab es am Donnerstagabend im Kulturausschuss an den geplanten Ausgaben für das Standortmarketing für das Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse, dessen Standortmarketing in diesem Jahr mit 1,5 Millionen Euro gefördert werden soll. Nikolaisaal-Chefin Andrea Palent als dienstälteste unter den Geschäftsführern der innerstädtischen Kultureinrichtungen erinnerte daran, dass bereits vor zehn Jahren über eine adäquate Förderung der Stadtmitte als dem zweiten zentralen Kulturquartier der Stadt diskutiert wurde. Es gebe „genug Kreativität zwischen Hochkultur und Rechenzentrum“, sagte sie, verbunden mit der Forderung nach Bereitstellung eines gewissen „Spielgeldes“ für die konzertierte Vermarktung.

Schiffbauergasse bleibt eine Baustelle

Mit der Fertigstellung des Waschhauses vor zehn Jahren war auch der mit mehr als 100 Millionen Euro geförderte Um- und Ausbau der Schiffbauergasse zum Kunst- und Kulturquartier beendet. Doch noch immer gibt es auf dem Gelände, dessen Besucherzahlen bisher deutlich unter den angepeilten 500 000 Gästen pro Jahr blieben, Korrekturen und Ergänzungsbedarf.

Im Frühjahr soll im Erdgeschoss des früheren Waschhaus-Offizes ein Besucherzentrum eröffnet werden, so Kultur-Fachbereichsleiterin Birgit-Katherine Seemann im Kulturausschuss. Erstmals bekommt die Schiffbauergasse damit eine öffentliche Toilette. Mittelfristig sollen dort eine Ausstellung zur Geschichte des Kulturstandortes, eine Informationsstelle und eine zentrale Kartenverkaufsstelle eröffnet werden.

Die mehrfach gescheiterte europaweite Suche nach einem zentralen Vermarkter für das Kulturareal ist laut Seemann ausgesetzt. Bis 2021 soll die Koordination in der Hand der Standortbeauftragten Isabel Ahrens bleiben, die im Frühjahr einen Mitarbeiter zur Klärung dringender Fragen wie Beleuchtung des Geländes, Anschluss an den Öffentlichen Nahverkehr, Orientierungssystem und Aufenthaltsqualität bekommt. Die Bewerbungsfrist der auf www.potsdam.de ausgeschriebenen Stelle läuft bis 5. Februar.

Von Volker Oelschläger

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