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Potsdam Familienabend mit Hochkultur
Lokales Potsdam Familienabend mit Hochkultur
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19:40 09.07.2017
Paulo Ronqui (l.) aus Brasilien und der Schweizer Philipp Hutter brillierten an der Trompete. Quelle: Foto: Marion Kaufmann
Babelsberg

Solist Paulo Ronqui holt Luft, um seiner Trompete die nächsten Töne zu entlocken. Die Geiger halten inne, setzen ihre Bögen auf die nächste Saite. Mitten in die liedimmanente Kunstpause posaunt es vom Spielplatz an der Babelsberger Friedrichskirche: Schippe verloren, Querelen in der Buddelkiste! Die Eltern lehnen sich indes entspannt in durchgesessenen Campingstühlen zurück und entkorken ein Fläschchen Wein für den vollkommenen Kunstgenuss. Beim Freiluftkonzert „Klassik am Weberplatz“ harmonieren Hochkultur und Familienabend hervorragend.

Bereits zum neunten Mal musizierte das Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam am Sonnabend umsonst und draußen vor der in den Farben der Schweiz und Brasiliens illuminierten Friedrichskirche. Denn in diesem Jahr bot das Klassik-Open-Air zwar Solisten auf, die internationales Flair nach Babelsberg brachten. Neben Paul Ronqui, einem der besten Trompeter Brasiliens, stand der Schweizer Philipp Hutter auf der improvisierten Bühne. Hutter, der in Potsdams Partnerstadt Luzern als Solotrompeter des Sinfonieorchesters Erfolge feiert, interpretierte nicht nur im Wechsel mit Ronqui Trompetenkonzerte von der Wiener Klassik bis zur Gegenwart, sondern stimmte auch ein Loblied auf den Osten Deutschlands an: Hutter zog es von der Schweiz ins sachsen-anhaltinische Naumburg, wie er dialektsicher erzählte, und kam so an die Spezialschule für Musik in Halle. Die Potsdamer lud er ein, das 1998 eröffnete Kultur- und Kongresszentrum in seiner Heimatstadt zu besuchen und einem Konzert des Sinfonieorchesters zu lauschen, denn der Luzerner Konzertsaal gilt wegen seiner genialen Akustik als einer der besten weltweit für klassische Musik. Auch ästhetisch könnte die viel gelobte „Schuhschachtel“ ein lohnendes Anschauungsobjekt für die bauverliebte Partnerstadt Potsdam sein.

Dirigiert wurde das Konzert mit dem Titel „Trompetissimo“ abwechselnd von Cinthia Alireti aus Brasilien und Knut Andreas, dem Leiter des Collegium musicum. Nach den Werken von Haydn, Hummel, Arutjunjan und Ponchielli gab es als Zugabe modernere brasilianische Klänge, die die nimmermüden Kinder nachts um 23 Uhr neben der Bühne tanzen ließen und die Erwachsenen zu „Bravo“-Rufen und einem letztem Glas Rotwein animierten.

Das Datum für das Jubiläumskonzert im zehnten Jahr steht schon fest: Am 2. Juni 2018 können Kind und Kegel wieder ohne Eintritt Kultur im Babelsberger Kiez erleben.

Von Marion Kaufmann

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