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Feenpalast im Dornröschenschlaf

Zu Hause in Potsdam-West Feenpalast im Dornröschenschlaf

Landesbausparkasse und Kongresshotel haben ein Konzept für die Neueröffnung des 1926 errichteten Regattahauses am Potsdamer Luftschiffhafen in der Schublade. Ein Termin ist allerdings nicht absehbar. Das von zeitgenössischen Architekturkritikern schwärmerisch Feenpalast genannte Regattahaus ist seit 1993 abgesperrt.

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Fritz Rumpf fertigte dieses Aquarell vom Regattahaus 1925 nach einer Vorlage Reinhold Mohr an.

Quelle: Potsdam-Museum

Potsdam/Luftschiffhafen. Die Ostdeutsche Landesbausparkasse und das Kongresshotel haben in Machbarkeitsstudien die Neueröffnung des legendären Regattahauses als Gastronomie- und Eventlocation prüfen lassen. Allerdings sei noch keine Entscheidung absehbar, so Hotelchefin Jutta Braun. LBS-Sprecher Thomas Thiet verwies auf die „politisch motivierte Niedrigzinsphase“, wegen der die LBS „Investitionen, die nicht unmittelbar unseren Geschäftsbetrieb tangieren, bis auf weiteres zurückgestellt“ habe. Das betreffe auch das Regattahaus.

Das 1926 von Reinhold Mohr errichtete Holzgebäude schrieb Geschichte. Architekturkritiker nannten es wegen seiner expressionistischen Gestalt „Feenpalast“. Ein 1925 von Fritz Rumpf angefertigtes Aquarell im Potsdam-Museum lässt ahnen, was die Potsdamer Tageszeitung meinte, als sie schrieb: „Es leuchtet in bunten Farben.“ Mit 1000 Plätzen war das Regattahaus eine beliebte Ausflugsgaststätte.

In den 1980er Jahren nannte man es auch „Goldene Türklinke“, weil der Armeesportklub dort die Empfänge für seine Olympioniken ausrichtete. Seit 1993 ist das Regattahaus, das von dem Potsdamer Bauhistoriker Thomas Sander in einem Atemzug mit dem berühmten Einsteinturm von Erich Mendelsohn genannt wird, ungenutzt. 2000 verkaufte die Stadt das Gebäude an die LBS.

Hoffnungen auf eine Neueröffnung verbanden sich 2013 mit der Rekonstruktion des Musikpavillons, der von Mohr 1932 als Seebühne für das Regattahaus gebaut wurde. Doch seit der Neueröffnung gab es dort gerade acht Veranstaltungen, neben Konzerten ein Fotoshooting und einen Yogakurs. Grund für das mäßige Interesse ist nach Einschätzung der Stadt, die den Pavillon vermietet, die räumliche Beschränkung.

Kai Weber, der Vorsitzende des Vereins Brandenburger Vorstadt, fordert einen Neuanfang: „Das Regattahaus schreit nach einer touristisch-gastronomischen Nutzung. Die LBS sollte den Mut aufbringen, das Ensemble entsprechend zu entwickeln.“ Auch Sander appelliert an die Verantwortung der Eigentümer: „Es wäre ein Irrglaube, man hätte dieser Verantwortung schon mit dem Einmotten des Hauses Genüge getan.“

Überblick über das Ensemble

Das expressionistische Regattahaus am Ufer des Templiner Sees wurde 1926 nach Plänen von Reinhold Mohr als Zentrale für Wassersportkämpfe und Terrassenrestaurant errichtet. In den 1930er Jahren zählte es zu den beliebtesten Ausflugszielen Potsdams. 1995 wurde es unter Denkmalschutz gestellt.

Der Musikpavillon wurde 1932 ebenfalls nach Plänen Reinhold Mohrs errichtet. Er gilt als Musterbeispiel der klassisch-modernen Architektur. Die Überreste der Orchestermuschel wurden 2011 unter Denkmalschutz gestellt.

Im selben Jahr startete mit der Ausstellung „Aufbruch in die Moderne – Architektur in Brandenburg von 1919-1933“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zum Kulturlands-Themenjahr eine Kampagne zur Sanierung des Pavillons, der zum zentralen Bildmotiv der Ausstellung wurde.

Bis 2013 wurde der Pavillon für insgesamt 100 000 Euro rekonstruiert. Informationen zur Anmietung gibt es bei der Stadt unterTel.
Tel. Tel. 0331/289 27 83.

Ebenfalls zum Ensemble gehört die sogenannte Hüllennäherei, in der die Luftballons für die Zeppelin-Flugschiffe genäht wurden. Die Hüllennäherei steht seit 2010 unter Denkmalschutz.

Von Volker Oelschläger

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