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Fehlende Kita-Plätze: Externe sollen planen

Betreuungsengpass in Potsdam Fehlende Kita-Plätze: Externe sollen planen

Die Stadt schreibt Analyse des Betreuungsbedarfs aus und will die Kita-, Hort- und Schulplanungen besser aufeinander abstimmen. Platzengpässe sollen damit künftig vermieden werden.

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Viele Kinder, zu wenig Plätze: In Potsdam sind Kita-, Hort- und Schulkapazitäten auf Rand genäht, sie müssen erweitert werden.

Quelle: dpa

Potsdam. Um die Potsdamer Kitaplatzkrise in den Griff zu bekommen, setzt die Stadt nun auf externen Sachverstand. Bis Dezember soll erstmals eine integrierte Kita-, Hort- und Schulplanung ausgeschrieben werden, die den Platzbedarf für die Jahre 2019 bis 2025 ermittelt. 250 000 Euro soll die Planung kosten, wie der für Kitas zuständige Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) erläutert.

Mit der neuen Bildungsbeigeordneten Noosha Aubel (parteilos), die am 1. August ihr Amt antritt, sei das Vorgehen abgestimmt. Ziel der verzahnten, ressortübergreifenden Planung sei es, die Übergänge von der Kita in den Hort besser zu gestalten, wie das Beispiel Waldstadt zeigt: Weil die Schülerzahl gestiegen ist, benötigte die Waldstadt-Grundschule weitere Unterrichtsräume, die bis dahin vom Hort „Rasselbande“ genutzt wurden. Dadurch fehlten nun Hortplätze. Als Zwischenlösung wurden Container für die Nachmittagsbetreuung aufgestellt. Die Bedarfsplanungen für Kita, Schule und Hort sollen nun synchronisiert und für einen längeren Zeitraum aufgestellt werden. Im Kitabereich wurde die benötigte Platzzahl bislang nur für ein Jahr berechnet. Dass Externe die Planung übernehmen, sei nichts Ungewöhnliches, so Schubert. Die Stadt Neuruppin verfahre auch so.

Prognose zu niedrig angesetzt

Potsdam hat auch deshalb eine Platznot an Kitas und Schulen, weil die Bevölkerung stärker gewachsen ist als die städtischen Prognosezahlen annehmen ließen. Die Ex-Schulbeigeordnete Iris Jana Magdwoski (CDU), die am Montag in den Ruhestand verabschiedet wurde, hatte das in einem MAZ-Interview kritisiert und Kämmerer Burkhard Exner (SPD) angegriffen. Dieser habe bei den Bevölkerungsprognosen immer sehr niedrige Zahlen angesetzt. „So haben wir immer nur knapp planen können. Und wenn dann die Zahlen noch mal explodieren, hat man einfach zu wenig Schulplätze“, sagte Magdowski.

Eine Grafik, die im jüngsten Jugendhilfeausschuss gezeigt wurde, macht deutlich, dass das Landesamt für Statistik über Jahre höhere Kinderzahlen angesetzt hatte als die Stadt. In der Kitabedarfsplanung ging das Land für 2017 von 5660 Krippenkindern aus, die Stadt nur von 5433. Erst für das Jahr 2022 sind die Zahlen identisch. Mike Schubert will sich der Kritik am zu niedrig angesetzten Bedarf nicht anschließen. „Es gab sprunghafte Entwicklungen in Potsdam, die durch Prognosen nicht abgebildet werden konnten.“ Wichtig sei, die Zahlen in kürzere Abständen zu überprüfen.

Einen Neuzuschnitt der Dezernate, um die Planung zu erleichtern, erwägt man derzeit nicht. Während auf Landesebene ein Ministerium für Kita und Schule verantwortlich ist, verteilt sich die Zuständigkeit in der Landeshauptstadt auf zwei Beigeordnete. Zudem muss das Baudezernat mit an den Planungstisch geholt werden, weil die Stadt zwar für den Bau von Schulen und Kitas zuständig ist, aber eigentlich nicht für das Personal. Mit Spannung wird kommende Woche ein externes Rechtsgutachten erwartet, das klären soll, ob Stadt oder Land für die Zusatzkosten des Potsdamer Betreuungsproblems aufkommen müssen. Knackpunkt: Das Land zahlt nur Personalzuschüsse für Standardbetreuungszeiten von 7,5 Stunden. In Potsdam haben laut Schubert aber 46 Prozent der Krippenkinder eine Betreuungszeit von mehr als acht Stunden, bei den Drei- bis Sechsjährigen sind es 38 Prozent. Die Stadt fordert, dass das Land den realen Betreuungsaufwand finanziert, doch dieses weigert sich. Die Finanzierungslücke liegt bei 4,5 Millionen Euro pro Jahr.

Gutachten kommt

Auslöser für die Erstellung eines Rechtsgutachtens zur Kita-Finanzierung waren die Proteste von Eltern. Bei einer Demo im vergangenen September hatten sie gefordert, dass die Stadt mehr Geld in die Kitas geben soll. Die Stadt vertritt die Auffassung, dass das allein Aufgabe des Landes ist.

Der Vorschlag , ein Gutachten erstellen zu lassen, um die Rechtslage zu prüfen, kam im Januar von den Linken.

Am Mittwoch soll die Expertise in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt werden.

Von Marion Kaufmann

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