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Jugendfilmfest im Treffpunkt Freizeit Fehler machen ist erlaubt

Aller zwei Jahre findet das JIM-Filmfestival an einem anderen Ort statt. Im November treffen sich Hobby-Filmemacher von 12 bis 21 Jahren in Potsdam. Eine bekannte Schauspielerin aus der Landeshauptstadt hat die Schirmherrschaft übernommen und hofft auf viele kreative Einsendungen für die 19 Preise. „Probiert euch aus“, sagt sie, „ihr dürft auch noch Fehler machen.“

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Henri Herborn vom Treffpunkt Freizeit, Festivalleiterin Kristin Ehlert, Schirmherrin Isabell Gerschke und Matthias Specht vom lmb (v.l.) präsentieren das neue Plakat.

Quelle: Bernd Gartenschläger.

Innenstadt. „Traut euch, ihr müsst noch nicht alles können“, sagt Isabell Gerschke. Die Schauspielerin aus Potsdam ist Schirmherrin des 6. JIM-Filmfestivals, das im Herbst in ihrer Heimatstadt gastieren wird. Welche Filme am 18. und 19. November über die Leinwand im Treffpunkt Freizeit laufen werden, steht noch in den Sternen. Einige von ihnen sind höchstwahrscheinlich noch nicht einmal gedreht worden. Am Mittwoch ist die Bewerbungsphase zum Einreichen der Filme gestartet.

„Dabei geht es nicht um Hochglanzproduktionen oder technische Perfektion“, erklärt Andreas Hacke vom Landesfachverband Medienbildung Brandenburg (lmb), dem Träger der Veranstaltung. Ein professioneller Einfluss sei sogar verboten, eine medienpädagogische Betreuung beim Filme drehen jedoch möglich. Die Jugendlichen und Kinder, die in zwei Alterskategorien insgesamt 19 Preise gewinnen können, sollten hingegen zeigen, dass sie sich ernsthaft mit einem Thema beschäftigen und es kreativ im Bewegtbild umsetzen können. „Am Ende geht es in einem Film doch immer darum, ob das Gesehene etwas mit einem macht“, sagt Isabell Gerschke.

Positive Feedbackkultur soll gefördert werden

Die Schauspielerin, die aus Serien wie „Polizeiruf 110“ oder „Heiter bis tödlich“ bekannt ist, möchte sich selbst alle Einreichungen ansehen. Etwa 80 Filme, vor allem aus den Bereichen Dokumentation und Horror, mit einer Länge von zwei bis zu 30 Minuten erwarten die Veranstalter. In der sechsten Auflage des Jugendfilmfestes sollen erstmals ausnahmslos alle Bewerbungen, die den Teilnahmebedingungen entsprechen, in Kleingruppen besprochen werden. „Wir wollen eine positive Feedbackkultur mit und unter den Jugendlichen fördern“, erklärt lmb-Referent Matthias Specht.

Sowohl auf dem Youtube-Kanal des Festivals als auch in Workshops vor Ort erhalten die Filmteams eine Bewertung der fünfköpfigen Jury bestehend aus Medienpädagogen, Filmprofis und einem Preisträger früherer Festivals. Specht hofft jedoch, dass die Jugendlichen auf diese Weise auch untereinander über ihre Werke ins Gespräch kommen.

Gute Ideen stehen vor technischem Können

„Der Anspruch unseres Filmfestivals ist es, vor allem Jugendliche zu erreichen, die mit einem Etikett versehen sind und als benachteiligt gelten“, sagt Specht, „egal ob wegen des Einkommens ihrer Eltern, eines Migrationshintergrundes oder der schlechten Infrastruktur ihres Wohnortes.“ Deshalb richte sich die Aufforderung zum Filme ausdenken, drehen, schneiden und vertonen an 12- bis 21-Jährige aus dem gesamten Bundesland Brandenburg. Ihre unterschiedlichen Lebenswelten wolle man zeigen und in erster Linie die Ideen und Kreativität bewerten.

„Das JIM-Filmfestival ist das einzige Format im Land, bei dem Jugendliche und junge Erwachsene als Amateurfilmerinnen und -filmer vor und hinter der Kamera die Stars sind“, sagt Specht. Auch deshalb sind den Teilnehmern nur wenige Grenzen bei der Ideenfindung für ihre Filme gesetzt. Nur der JIM-Sonderpreis anlässlich des Lutherjahres gibt das Motto „Was glaubst du denn?“ vor.

Teilnahmebedingungen und weitere Infos zum Jugendfilmfestival gibt es hier.

Das JIM-Netzwerk im Land Brandenburg

Das Netzwerk der Jugendinformations- und Medienzentren, kurz JIM genannt, ist ein Verbund von außerschulischen Jugendfreizeiteinrichtungen mit medienpädagogischem Profil. Es wurde 2006 vom Landesfachverband Medienbildung Brandenburg (lmb) gegründet. Die Zentren werden durch freie Träger betrieben.

Sechs Handlungsfelder bilden den Fokus der Arbeit: Technikverleih, Arbeitsgemeinschaften, Kurse, Projekte, Beratungen und die offene Jugendmedienarbeit. Die Angebote richten sich in Form von Fort- und Weiterbildungen vordergründig an sozialpädagogische Fachkräfte. Das Netzwerk informiert auch zum Jugendmedienschutz.

Mit Schulen kooperiert das Netzwerk regelmäßig. Dort werden beispielsweise Cybermobbing oder die Mediennutzung der Jugendlichen thematisiert. Ab September wird ein Medienbildungsprojekt für Viert- und Fünftklässler an Potsdamer Grundschulen angeboten. Außerdem führt das Netzwerk Veranstaltungen in den Ferien durch.

Im Land Brandenburg gibt es 14 Jugendinformations- und Medienzentren. Zwei von ihnen befinden sich in Potsdam: in der Medienwerkstatt im Schlaatz (Schilfhof 28a) sowie beim lmb in der Breiten Straße 7a. Weitere Zentren gibt es in Bad Belzig, Neuruppin und Wittstock sowie an mehreren Standorten im Süden Brandenburgs.

Von Victoria Barnack

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