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Potsdam Fehlinvestition Forschungsfenster?
Lokales Potsdam Fehlinvestition Forschungsfenster?
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14:08 29.12.2015
Beim Aufbau der Forschungsfenster herrschte noch Euphorie, dass die Besucher des Bildungsforums großes Interesse zeigen. Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht. Quelle: Pro Wissen
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Innenstadt

„Forschungsfenster? Kenn ich nicht.“ Die junge Frau, die da des Abends die Bibliothek am Platz der Einheit verlässt mit Büchern in einer Plastiktüte, schämt sich ein bisschen und will ihren Namen lieber nicht in ihrer Tageszeitung lesen: „Ich müsste das ja wissen; ich arbeite in der Uni.“

Aber sie kommt auch durch den Haupteingang aus einem weiten, lichten Foyer mit vielen Wegweisern; einer am rechten Rand weist auf die Wissenschaftsetage hin und eben jenes Forschungsfenster, in dem die Wissenschaft von Potsdam sich präsentiert. Als „Dienstboteneingang“ bezeichnet Ellen Chwolik-Lanfermann den Weg zum seitlichen Treppenhaus und dem Fahrstuhl nach oben in den vierten Stock; höher hinauf geht es nicht. „Das findet keiner, der es nicht schon weiß“, sagt die Chefin des Bürgervereins Freies Tor, die unlängst mit einigen Mitgliedern eine Führung hatte im Forschungsfenster. Die braucht man auch, denn die Vitrinen der verschiedenen Institute sind kaum selbsterklärend und nicht eben leicht verständlich. Viel zu lesen zweisprachig in kleiner Schrift, ein paar Exponate, Filme ohne Ton oder mit Nachladehemmung, wenn doch einen hörbarer Kommentar geboten wird.

Kaum ein Potsdamer kennt die Wissenschaftsetage

Seit zwei Jahren gibt es die Wissenschaftsetage (WIS) im Bildungsforum, aber Umfragen zeigen, dass viele Potsdamer noch nie dort waren oder die WIS nicht kennen, sagt Chwolik. Das findet sie bedauerlich, denn ein Forschungsfenster in der Innenstadt sei „eine gute Idee“ für die zahlreichen Potsdamer Wissenschaftseinrichtungen, die überwiegend eben nicht in der Stadtmitte liegen, sondern in Golm, am Griebnitzsee und am Neuen Palais sowie auf dem Telegrafenberg. „Wenn Potsdam als Wissenschaftsstadt wahrgenommen werden will, dann sollte dies nicht nur für auswärtige Wissenschaftler gelten, sondern auch für die Potsdamer selbst. Schließlich sind wir, bezogen auf die Zahl der Einwohner, die Stadt mit der größten Wissenschaftlerdichte in Deutschland.“

Der „Normalbürger“ kann damit nichts anfangen

Das die WIS für viele Potsdamer eine „unbekannte Größe“ ist, liegt nach Einschätzung des Vereins daran, dass sie sich nicht bemerkbar macht. Neben dem einladenden Eingang zur Stadt- und Landesbibliothek (SLB) falle der an der rechten Gebäudeseite liegende Eingang zur WIS und zur Volkshochschule kaum auf. Es gibt zwar eine in elegantem metallic Silber gehaltene Stele, die über die Nutzer des Gebäudes Auskunft gibt. Auf der Stele findet man aber nur eine Aufzählung der in der WIS vertretenen Einrichtungen für Wissensverbreitung,- transfer,-popularisierung und Technologietransfer, mit deren Abkürzungen der Normalbürger nichts anfangen kann. Zwei Plakate im Fenster rechts neben dem Eingang und zwei Bildschirme im Innern informieren nur über die Vortragsreihen und kostenlose Führungen, machen aber nicht anschaulich, was es in der WIS zu sehen gibt. Wenn man aber Potsdamer dazu bringen wolle, sich in die 4. Etage hinauf zu wagen, müsse man schon an der Fensterfassade besser auf sich aufmerksam machen und den Eingangsbereich einladender gestalten, so Chwolik-Lanfermann. Eine Leuchtschrift für die Wissenschaftsetage fände der Verein am besten, am besten eine mit Laufschrift, die ja aktualisiert werden kann je nach Thema der Veranstaltung. Sowas sähe man von allen Seiten des Platzes.

An einer Lösung wird „mit Hochdruck“ gearbeitet

Auch im Inneren des Gebäudes sollte man was tun, findet Chwolik-Lanfermann. So könnten die durch das Treppenhaus erschlossenen Einrichtungen SLB, VHS und WIS durch einen jeweils eigenen Farbstreifen an der Wand gekennzeichnet werden. Gegen die Farbwegweisung und das Leuchtschriftband könne der Architekt ja eigentlich nichts haben, glaubt sie. Doch das ist offenbar nicht ganz so einfach, wie der Verein es glaubt. Wie Chwolik-Lanfermann beim Betreiberverein des Forschungsfensters, Pro Wissen, erfuhr, unterliegt die kritisierte Wegweisung einem Copyright der Architekten und einer Fördermittelzweckbindung für das gesamte Haus. „Wir kenne das Problem und arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung“, erklärte Pro-Wissen-Chefin Monika Leinkauf: „Sie laufen bei uns offene Türen ein.“ Chwolik-Lanfermann hörte das Versprechen, auf dem Laufenden gehalten zu werden, versprach aber auch selbst, „zeitnah mal nachzufragen.“

Von Rainer Schüler

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