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Feiern im Lindenpark

Zu Hause in... Feiern im Lindenpark

Ausflugsgaststätte, Tanzlokal, Kulturhaus, Karnevalstempel – das war, das ist der im Jahr 1900 erbaute „Lindenpark“, der übrigens seit jeher so heißt. Immer mal wieder hat sich der Lindenpark in Potsdam-Babelsberg neu erfunden, ein Ort der Kultur und des Karnevals ist die einstige Wäscherei geblieben.

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Sehr beliebt: die Kletterspinne am Lindenpark.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. Babelsberg wächst, den Wohnhausbauboom kann man direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Stahnsdorfer Straße beobachten. „Wir sind Teil einer heterogenen Nachbarschaft“, sagt Lindenpark-Sprecher Reiko Käske (37), seit August 2015 zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und als Jugendlicher Dauergast der legendären „Run for Fun“-Partys. Mögliche Konflikte – beispielsweise wegen zu großer Lärmbelästigung bei Konzerten – sollen möglichst schon im Vorfeld ausgeräumt werden. Man treffe sich regelmäßig mit den Nachbarn.

Partys und Konzerte – gerade erst begeisterte Anne Clark im Lindenpark auf ihrer Abschiedstournee –, seien inzwischen ein „Schwerpunkt unter mehreren“. Man versteht sich nicht als Konkurrenz zu den Locations Waschhaus, Freiland oder Archiv, sondern als Ergänzung. Im Lindenpark kommen ganz besonders die „älteren Semester“ auf ihre Kosten: Im Oktober spielen die Lokalmatadoren von „Keimzeit“ (Kling Klang“. Und „Renft“-Frontmann Thomas „Monster“ Schoppe blickt im November musikalisch auf 50 Jahre Geschichte der Ostkult-Band zurück.

Zentrum für Familie und Kultur

War der Lindenpark in den 1980er-Jahren Heimat einer lebendigen Punkszene und nach der Wende erste Adresse vor allem für wilde Konzerte und Partys, hat sich das orange-blaue Haus in den vergangenen Jahren als Zentrum für Familien und Kultur in Babelsberg etabliert. Spätestens seit 2009, als die Stiftung Sozialpädagogisches Institut „Walter May“ den Lindenpark und das offene Kinder- und Jugendhaus j.w.d. unter seine Fittiche genommen hat. Ein Trägerwechsel war nötig geworden, da das Haus Mitte der „Nullerjahre“ in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten war.

Die jährlich etwa sechsstelligen Besucherzahlen verteilen sich auf Konzerte – sowie auf musikalische und sportliche Kurse, außerdem verschiedene Beratungsangebote für Familien. Besonders gefördert werde der Bandnachwuchs – die vier Proberäume im Lindenpark seien komplett ausgebucht. „Fehlende Proberäume sind nach wie vor ein großes Thema in der Stadt“, sagt Diplom-Medienwirt Käske.

Eldorado der Skaterszene

Wer einmal das Außengelände des Lindenparks besucht hat, der weiß: Dort befindet sich das Eldorado der Skateboarder-Szene – weit über Babelsberg hinaus. Der 20. Geburtstag der Anlage, die sukzessive j.w.d.-Sozialpädagoge Tinko Jäckel und Mitglieder seines Rollrausch-Vereins erweitern, wird am 4. und 5. Juni gefeiert. Nicht nur wilde Jungs (und ein paar Mädels) hechten mit ihren Skateboards über Rampen, auch BMX-Fahrer, Inline-Skater und sogar Kinder auf Laufrädern oder Rollern eiern über die Anlage.

Seit vergangenem Herbst engagiert sich der Lindenpark in der Flüchtlingshilfe Babelsberg. Dreimal in der Woche – von Mittwoch bis Freitag, 15 bis 18 Uhr – wird ins dortige Begegnungscafé eingeladen – zum gegenseitigen Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen. Zwischen Einheimischen und neuen Nachbarn „ verstehen wir uns als wichtiges Bindeglied“ , sagt Käske. „Das Café trägt zu einem entspannten Verhältnis bei. Jeder Babelsberger kann sich selbst ein Bild machen.“

Völkerverständigung unter Fußballfans wird im Sommer wieder zelebriert, wenn Lindenpark und Märkische Allgemeine erneut zur „EM untern Linden“ einladen. Beim Gewinn des WM-Titels vor zwei Jahren kamen zu den Spielen der deutschen Elf tausende Fans zum Public Viewing.

Von Ricarda Nowak

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