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Stadtrecht für Schlaatz-Vegas

„Stadt der Kinder“ im Schlaatz Stadtrecht für Schlaatz-Vegas

Es tut gut, im Wohngebiet Schlaatz wieder Kinder lachen zu hören. Am Freitagnachmittag öffnete die „Stadt der Kinder“ ihre Pforten im Nuthe-Wäldchen am Rande des Plattenbaugebiets. Doch nach dem Verschwinden des kleinen Elias (6) vor mehr als zwei Wochen gelten fürs Ferienprojekt spezielle Sicherheitsmaßnahmen.

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Auch Piraten haben die „Stadt der Kinder“ geentert. Polizisten gibt es in Schlaatz-Vegas hingegen nicht.

Quelle: Christel Köster

Am Schlaatz. Vier Tage lang war aus dem kleinen „Wäldchen“ am Schlaatzer Bisamkiez ein ständiges Hämmern zu hören. Am Freitag schallte stattdessen endlich Musik in den Kiez. Eine echte Stadt war seit Wochenbeginn von 150 Kindern errichtet und auf den Namen „Schlaatz-Vegas“ getauft worden. Das größte Ferienprojekt Potsdams ist damit auch in seiner zehnten Auflage zu einem großen Erfolg geworden. Das war vor Beginn der „Stadt der Kinder“ zumindest eine Zeit lang fraglich gewesen, weil wegen des Verschwindens des kleinen Elias aus dem gleichen Stadtteil die Sicherheit der Kinder in Frage gestellt war. Doch die insgesamt 15 Institutionen aus dem Kiez und der gesamten Stadt, die hinter dem Projekt stehen, wollten kein falsches Zeichen durch eine Absage setzen. „Wir hatten schon immer ein ausgefeiltes Sicherheits- und Kinderschutzkonzept“ betont Katrin Binschus-Wiedemann, die als Leiterin des Friedrich-Reinsch-Hauses der Kopf des Projekts ist. Trotzdem habe man noch einmal an bestimmten Punkten nachgebessert. „In diesem Jahr müssen sich Kinder immer zwei Mal abmelden, einmal an dem Haus, an dem sie arbeiten und vorne am Eingang erneut, bevor sie zum Essen ins Bürgerhaus oder auf die Toilette gehen dürfen.“

Tagelang haben die Kinder gehämmert, was der  Holzvorrat hergab

Tagelang haben die Kinder gehämmert, was der Holzvorrat hergab.

Quelle: Christel Köster

Auch die Zahl der Kinder wurde auf 150 begrenzt, um ein gutes Betreuungsverhältnis zu den insgesamt 67 Helfern zu sichern, die an den elf Projekttagen im Einsatz sind. In diesem Jahr trägt jedes Kind zudem ein grellpinkes Bändchen, damit klar ist, dass es bei dem Projekt angemeldet ist. „Außer diesen Kindern dürfen nur Erwachsene rein, die unser rotes T-Shirt tragen. Der Einlass ist da schon in den Vorjahren immer sehr streng gewesen“, sagt Binschus-Wiedemann. Spätestens nach zwei Farbschlachten in den vergangenen Tagen sind alle offiziell in der Stadt der Kinder zugelassen Erwachsenen eindeutig zu erkennen. In „Schlaatz-Vegas“ werden die Regeln dagegen von den Kindern selbst gemacht. Sie haben entschieden, dass ein Freibad und eine Disco gebaut wird, aber dass es diesmal keine „Polizei“ geben soll. „Das machen wir selbst!“, rief der versammelte „Stadtrat“, der aus den gewählten Sprechern der vielen Häuser besteht, bei der Eröffnung des Stadtfestes am Freitagnachmittag.

Potsdams Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger war der erste Ehrengast in Schlaatz-Vegas

Potsdams Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger war der erste Ehrengast in Schlaatz-Vegas. Sie verlieh der „Stadt der Kinder“ am Freitagnachmittag das Stadtrecht.

Quelle: Peter Degener

Da war die Stadt erstmals offen für Nachbarn, Eltern und den ersten Ehrengast - die Potsdamer Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger. Sie kam mit einer großen Urkunde samt rotem Siegel und der Unterschrift des Oberbürgermeisters, um der neuen Siedlung im Nuthe-Wäldchen das Stadtrecht zu verleihen. Bei einer Stadtführung zeigt man ihr stolz, was aus 1000 Quadratmetern Holz gezimmert und bunt bemalt worden ist. Im Zentrum steht ein Rathaus, am Rand sollte ein Stadtschloss gebaut werden, doch daraus wurde eine Ritterburg samt echter Zugbrücke. Beim Eingang in die Stadt der Kinder lockt die Discothek „Matriks“ mit einer Bühne und einem DJ. Zwischen die Eisbude und einer Bank (die Währung heißt in diesem Jahr „Kids-Dollar“) wurde etwas leichtsinnig ein Piratenschiff platziert. Elona Müller-Preinesberger zieht „Schlaatz-Vegas“ mit einem Augenzwinkern sogar Potsdam vor: „Die Stadt der Kinder ist lockerer unterwegs, Basisdemokratie funktioniert, denn man kommt hier immer zu einer Lösung, und die Bürger haben eine unwahrscheinliche Freude am Leben. Sie sind nicht ganz so verbissen bei vielen Dingen.“

Für die Kinder ist das Ferienprojekt nicht nur ein großer Spaß – sie lernen neben der „Selbstverwaltung“ und dem Handwerk in der zweiten Projektwoche an mehreren Thementagen, was noch zu einer Stadt gehört. Mitarbeiter der Potsdamer Verwaltung führen dazu Experimente zu Wasser, Energie und Bewegung mit den Kindern durch.

Von Peter Degener

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