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Potsdam Fête de la Musique so groß wie nie
Lokales Potsdam Fête de la Musique so groß wie nie
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18:26 20.05.2015
Straßenmusiker bei der bislang letzten Potsdamer Fête de la Musique 2013 auf der Brandenburger Straße. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Die Fête de la Musique zur Mittsommernacht wird in ihrer elften Folge in Potsdam am 21. Juni so groß wie noch nie. Mehr als 80 Bands und Musiker sollen nach Angaben des koordinierenden Vereins Kulturtänzer an 35 Orten im gesamten Stadtgebiet bei freiem Eintritt und ohne Gage aufspielen. Nach der Absage im vergangenen Jahr sei der Zuspruch riesig gewesen, sagt Nora Künkler, Vorstandsmitglied des Vereins: „Wir hatten in diesem Jahr so viele Anmeldungen wie noch nie.“ Mehr als 120 Bands und Musiker hätten sich insgesamt um die Teilnahme beworben.

Erstmals wird die Fête in diesem Jahr auch in den großen Plattenbauvierteln der Landeshauptstadt zu erleben sein. Im Begegnungszentrum Oskar in Drewitz musizieren unter anderem John Apart (Potsdam) sowie Paul Stoehr und Band (Rostock/Neubrandenburg), im Friedrich-Reinsch-Haus am Schlaatz gibt es Acoustic-Rock mit Herrn Flomo (Potsdam). Bei der vom Stadteilnetzwerk Potsdam-West organisierten „Fête auf der Platte“ an der Haeckel-/Ecke Knobelsdorffstraße treten Alexander Peppler (Berlin), Speicherstadt (Potsdam) und Gurr (Berlin) auf.

Notgroschen für Volksfeste

Die kurzfristige Absage der Fête de la Musique führte 2014 zu einer politischen Diskussion über die Sicherung von Festivals und Volksfesten in Potsdam. Denn fast zeitgleich kamen die Absagen des Sinterklaas- und des Tulpenfestes, drohte nach dem Aus der Babelsberger Livenacht auch das Ende des Babelsberger Weberfestes.

Grund für die Auszeit der Fête de la Musique war die nach Angaben der Veranstalter „überraschende Kürzung“ der städtischen Förderung von zugesagten 10 000 Euro auf 6000 Euro.

Auch in diesem Jahr sollte der Verein auf Empfehlung einer Förderjury mit Blick auf weitere Veranstaltungen nur 6600 statt der beantragten 10 000 Euro bekommen.

Ausgeglichen wurde der Fehlbetrag über eine nach dem Fiasko des Vorjahres eingerichtete Haushaltsstelle zur Abdeckung der Risiken ehrenamtlicher Arbeit bei Volksfesten. 10 000 Euro stehen in diesem auf CDU-Vorschlag eingerichteten Notfonds bereit.

Die Kulturtänzer, die mit ihrer Absage der Fête de la Musique 2014 die politische Debatte um die Sicherung von Festivals angestoßen haben, profitieren nun von der gefundenen Lösung.

Neben bewährten Spielstätten wie dem „Gleis 6“ in Babelsberg, der „Waschbar“ in der Brandenburger Vorstadt, dem studentischen Kulturzentrum „Kuze“ in der Hermann-Elflein-Straße oder dem „Labendig“ in der Kurfürstenstraße gibt es nach Mitteilung der Kulturtänzer erstmals zur Fête in Potsdam auch Musik an „ungewöhnlichen Orten“. Gemeinsam mit dem Verein zum Wiederaufbau der Bastion am Schillerplatz und dem Waschbar-Team wird eine Bühne am Schillerplatz eingerichtet, auf der unter anderem die Brandenburgische Bigband, Ganef (Offenbach), Samavayo (Berlin), der Udo-indenberg-Panikpreisträger Ibrahim Lässing (Regensburg) und The Grand Journey (Potsdam) zu erleben sind.

Musik unter anderem von Notausgang 21 (Potsdam), Oliver Scheidies (Berlin), den Les Calcatoggios (Berlin) und Left Eye Blind (Potsdam) gibt es auch am Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion. Als ungewöhnliche Spielstätte gilt ebenso das Urania-Planetarium in der Gutenbergstraße, in dem die Potsdamer Singer-Songwriter Susanne Marquardt, Kamal und Ton, sowie Westbabelsberg zwischen 17 und 20 Uhr schon einmal unter dem Sternenhimmel aufspielen, während draußen noch immer die Sonne scheint. Im angrenzenden Hof der Stiftungsbuchhandlung musizieren derweil Studenten der Hoffbauer Berufsakademie und ihre Freunde vom Singenden Quartett bis zum Hoffbauer Salonorchester. Erstmals auf der Fête de la Musique sind unter anderem die Lokalmatadoren 44 Leningrad, die ab 20.30 Uhr die gemeinsam mit dem Lindenpark organisierte Bühne auf dem Babelsberger Weberplatz in einen russisch getönten Temporausch versetzen.

Von Volker Oelschläger

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