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Feuer aus Frust gelegt

Brandstifter in Potsdam vor Gericht Feuer aus Frust gelegt

Dass ihm die Polizei auf die Schliche kommen könnte, damit habe er nicht gerechnet, sagt Patrick H. Der 19-Jährige hat gestanden, fünf Brände in Potsdam gelegt zu haben. Er wurde erst gestoppt, als er in eine Fotofalle der Kripo tappte. Über sein Motiv befragt, sagt der Brandstifter, der sich gerade vor dem Amtsgericht zu verantworten hat, er sei von seinem Leben frustiert gewesen.

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In der Nacht zum 7. Februar 2016 brannte es zum dritten Mal in dem Haus in Eiche, in dem der Patrick H. lebte.

Quelle: Patrick Plönning

Eiche. Es war ein unwahrscheinliches Glück, dass es bei den Bränden, für die sich der 19-jährige Patrick H. vor dem Potsdamer Amtsgericht verantworten muss, nicht zu Todesfällen gekommen ist – das will Staatsanwalt Thomas Jaschke unbedingt noch einmal betonen. „Sie haben es billigend in Kauf genommen, dass die Menschen, die in ihren Betten gelegen und geschlafen haben, elend zu Grunde gehen könnten.“ Patrick H. senkt den Kopf. Er sei froh gewesen, als am 7. Februar 2016 die Handschellen klickten und alles vorbei war, sagt er. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Patrick H. war in einen Fotofalle der Kripo getappt. Zuvor hatte er fünf Brände gelegt: am 30. August 2015 in der Saarmunder Straße in Waldstadt, am 4. Dezember 2015 in der Lindenstraße in der City, am 17. und 24. Januar 2016 sowie am 6. Februar in der Carl-Dähne-Straße in Eiche, wo er selbst wohnte. Mehrere Menschen kamen mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 50000 Euro.

Patrick H. ging offenbar immer nach dem gleichen Muster vor. Kam er ins Grübeln, schaute er zu tief ins Glas – was ihn wiederum noch tiefer in die Selbstzweifel trieb. Die Arbeit verloren, die Kündigung vom Vermieter im Briefkasten, als Autodieb in der Familie der Freundin aufgeflogen: „Ich hab mich so reingesteigert, ich habe alles in mich hineingefressen – es wurde mir alles zu viel“, sagt Patrick H. Aber statt sich Hilfe zu holen, ging er in den Keller und legte Feuer. Immer, wenn es zu brennen begann, habe er sich leichter gefühlt, sagt Patrick H. „Dann ist eine gewisse Last von meinen Schultern gefallen, die Probleme waren für den Moment weg. Aber am nächsten Tag hab ich gemerkt, dass ich umso mehr Probleme habe.“

Öfter habe er mit dem Gedanken gespielt, sich der Polizei zu stellen, so der junge Mann, der schmal ist und ohne den Bart, den er sich seit ein paar Tagen stehen lässt, wie ein Junge aussehen würde. „Es tut mir leid, was ich getan habe – dass ich Menschenleben gefährdet und das Eigentum anderer zerstört habe.“ Die Reue, die Einsicht, von der Patrick H. vor Gericht immer wieder spricht, sei anerkennenswert, so Staatsanwalt Jaschke. Allein – er könne sie dem Angeklagten ebenso wenig abnehmen wie die Aussage, er habe sich der Polizei ausliefern wollen. „Vielleicht machen Sie sich da auch etwas vor. Es ist eine schwierige Sache mit Ihnen – aber dafür haben wir ja den Gutachter.“

Die Verhandlung wird am 25. August fortgesetzt.

Von Nadine Fabian

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