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Filmausstatter für „Bridge of Spies“ nominiert

Studio Babebslberg hofft auf Baftas und Oscars Filmausstatter für „Bridge of Spies“ nominiert

Der Berliner Set Decorator Bernhard Henrich ist für den Oscar und die Britischen Filmpreise nominiert: Er hat Steven Spielbergs Agententhriller „Bridge of Spies – Der Unterhändler“, Koproduktion von Studio Babelsberg, ausgestattet.

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Filmausstatter Bernhard Henrich (l.) mit Staatssekretär Thomas Kralinski am „Bridge of Spies“-Tisch.

Quelle: imago

Babelsberg. Vor wenigen Tagen ging ein Gruppenfoto vom Lunch der Oscar-Nominierten in Beverly Hills um die Welt: Darauf posieren Leonardo DiCaprio, Jennifer Lawrence, Lady Gaga und die vielen anderen Anwärter um die riesenhafte Statue des Goldjungen, auf den alle hoffen. Und irgendwo, rechts von Matt Damon, steht Set Decorator Bernhard Henrich. Der Berliner stattete den für sechs Oscars vorgeschlagenen Agententhriller „Bridge of Spies – Der Unterhändler“, koproduziert von Studio Babelsberg, aus. Der Nominierten-Lunch, eine tolle Erfahrung: „Man wird dort als Set Decorator behandelt wie ein Leo DiCaprio“, berichtete Henrich am Donnerstag bei einem Besuch von Staatssekretär Thomas Kralinski, Bevollmächtigter des Landes beim Bund, im Requisitenfundus des Studios. Am 28. Februar, wenn in Los Angeles der begehrteste Filmpreis der Welt verliehen wird, könnte Henrich der erste Deutsche sein, der für sein Set-Design mit einem Goldjungen belohnt wird.

Im Fundus präsentierte Henrich einen Art-Déco-Tisch, an dem Tom Hanks als Anwalt und Unterhändler James Donovan in einem CIA-Büro sitzt. Das schöne Möbelstück hatte Henrich in einem Londoner Fundus entdeckt. Nach seinen Entwürfen wurde der Schreibtisch in den Babelsberger Art-Department-Werkstätten nachgebaut. Zuvor darf der 63-Jährige bei der Verleihung auf einen Britischen Filmpreis Bafta hoffen. Gleich neunmal ist „Bridge of Spies“ nominiert, auch fürs beste Szenenbild. Zunächst gehörte Henrich gar nicht zum Kreis der Erlauchten: Erst als Steven Spielberg intervenierte, wurden außer Szenenbildner Adam Stockhausen auch Henrich und seine Kollegin Rena DeAngelo fürs beste Szenenbild nominiert. „Plötzlich war ich innerhalb von zwölf Stunden zweimal nominiert.“ Wenn er letztlich eine Trophäe in den Händen halten sollte, wäre das „die Sahne auf der Torte“, denn: „Nominiert zu sein, ist bereits die Auszeichnung, die Würdigung meiner Arbeit, meines Berufsstandes“, sagt der Berliner, der als Schaufensterdekorateur im Saarland begann. Später ging er zur Bühne, arbeitete als Theaterplastiker an der Berliner Schaubühne, bis es Anfragen für Fernsehproduktionen wie „Der große Bellheim“ gab. Seit Anfang der 1990er war Henrich an etlichen internationalen Projekten im Traditionsfilmstudio beteiligt, darunter „Die unendliche Geschichte 3“, „Operation Walküre“ oder George Clooneys Weltkriegsdrama „Monuments Men“. Statt in der Welt herumzugondeln, kann Familienmensch Henrich für tolle Projekte in der Region bleiben. Obwohl für zwei wichtige Filmpreise nominiert, war er zur Berlinale-Eröffnung am Donnerstagabend, Pflichttermin für die Filmbranche, seitens des Festivals nicht eingeladen worden. Jetzt fliegt Henrich erstmal zur Bafta-Gala, kehrt am Montag kurz in die Heimat zurück, um sich dann schin wieder auf den Weg nach Los Angeles zu machen.

„Bridge of Spies“ – noch im Kino

„Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (täglich um 17.45 Uhr, Sonntag um 11 Uhr im Babelsberger Thalia-Kino) haben bislang in Deutschland mehr als 400 000 Besucher gesehen. In den USA spielte der Agententhriller mehr als 72 Millionen Dollar ein.

Die Britischen Filmpreise Bafta werden am Sonntag in London, die Oscars am 28. Februar in Los Angeles verliehen.

 

Für das DDR-Emblem, das in „Bridge of Spies“ in der Mitte der Glienicker Brücke hing, interessiere sich Mathias Döpfner, Vorstandschef des Springer-Konzerns, hieß es aus dem Studio. Döpfner will das vom Art Department nachgebaute Requisit Emblem mit Hammer, Sichel und Ährenkranz, das sich noch im Fundus befindet, in die Dauerausstellung zur Deutschen Teilung in seiner Villa Schöningen an der Glienicker Brücke integrieren.

Von Ricarda Nowak

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