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Filmdoku über Kunsthaus im Rechenzentrum

Kreative in Potsdam Filmdoku über Kunsthaus im Rechenzentrum

„Produktion im Provisorium“ ist der zweite Teil einer Filmdokumentation über das Kunsthaus im Potsdamer Rechenzentrum, der am Mittwoch um 20 Uhr in zwei Räumen vor Ort vorgestellt wird. Vorab läuft um 19.30 eine Kurzzusammenfassung des ersten Teils „Vom Abrissobjekt zum Kreativkosmos“, der vor einem Jahr im Babelsberger Thalia-Kino Premiere hatte.

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Filmemacher Elias Franke und Kristina Tschesch vor dem Kunst- und Kreativhaus im Rechenzentrum an der Breiten Straße.

Quelle: Foto: Friedrich Bungert

Potsdam. Elias Franke vergleicht das Kunsthaus im Rechenzentrum mit einem Containerschiff. Es dauert, bis es sich in Bewegung setzt. Aber einmal in Fahrt, ist es nicht mehr so leicht zu stoppen. Kaum zwei Jahre ist es her, dass Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) den Bürotrakt des für den Abriss vorgesehenen Rechenzentrums für eine Übergangszeit als Arbeitsort für Kreative angeboten hat. Der erste, von Elias Franke und Kristina Tschesch vor einem Jahr im Thalia-Kino präsentierte Dokumentarfilm „Vom Abrissobjekt zum Kreativkosmos“ erzählte davon.

Der zweite Teil „Produktion im Provisorium“, der am Mittwoch vorgestellt wird, zeigt, wie erfolgreich das Projekt angelaufen ist. Für die Nutzer geht es längst nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie. Stefan Pietryga, einer der namhaften Künstler, kritisiert: „Wir sind hier in einem Abrisshaus.“ Zum Sinnfall wurden die beiden Aufzüge.

Einer fiel bereits im November 2015 aus, kurz nachdem die ersten Nutzer eingezogen waren, der zweite im Mai 2016. Ein Handwerker berichtet, dass die von 1988 sind. Die Steuerung sei hin, „das komplette Gehirn“, wie er sagt. Drei Monate dauerte es, bis wenigstens einer der beiden Lifte wieder fuhr. Nicht nur für Besucher mit Handicap war die Zwischenzeit eine Zumutung. Auch Nutzer oberer Etagen, die wie der Bildhauer Pietryga schweres Material bewegen müssen, hatten mit einem Mal ein echtes logistisches Problem.

Als zentrale Frage bleibt, ob und wann das Bürogebäude mit dem markanten Kosmos-Mosaik am Sockelgeschoss einem Neubau des Garnisonkirchenschiffs weichen muss, dessen Grundriss sich mit dem des Kunsthauses teilweise überschneidet. Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchenstiftung, bekräftigt im Film, dass die ihren Anspruch geltend machen wird, wenn sie die Spenden für den Wiederaufbau beisammen hat.

Aktuell aber reichen die Mittel der Stiftung noch nicht einmal für die Rekonstruktion des kompletten Garnisonkirchturms, für den noch in diesem Jahr Baubeginn sein soll. Bemerkenswert ist die Feststellung von Harald Kümmel, Bürochef des Oberbürgermeisters: „Ich halte den Turm der Garnisonkirche und dieses Haus nicht für einen Widerspruch.“

Aktuell endet die Laufzeit des Kunsthauses im Rechenzentrum im August 2018. Doch Kümmel hat die Verlängerung längst angekündigt: An einer anderen Stelle im Film sagt er: „Ich denke dass wir 2020 noch hier sitzen und den fünften Geburtstag feiern.“

Den Aktivisten im Hause reicht das längst nicht aus. Das Projekt brauche eine Laufzeit von 20 bis 30 Jahren, damit Investitionen in Erhalt und Sanierung finanzierbar werden, so André Tomczak von der Kulturlobby. Einstweilen feierte man die Reparatur des Aufzugs. Die Musiker von Mueller-Mueckenheimer musizierten, und der Kulturkosmonaut, das Maskottchen des Hauses, sagte frohlockend: „Ab jetzt geht’s wieder aufwärts.“

Info Filmpremiere am Mittwoch im Rechenzentrum parallel in zwei Räumen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss, Beginn: 20 Uhr. Vorab läuft um 19.30 Uhr eine Kurzversion des ersten Teils. Ab 20.45 Uhr Sektempfang und Musik von Mueller-Mueckenheimer. Eintritt frei.

Von Volker Oelschläger

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