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Filmreife Jagd nach Benzindieb in Potsdam

Im Zickzack durch die Autoreihen Filmreife Jagd nach Benzindieb in Potsdam

In Drewitz hatte ein Tankstellenpächter am Samstagabend plötzlich die Faxen dicke. Zu Fuß hetzte er einem Benzindieb hinterher, der seine Kanisterbeute nicht fallen lassen wollte. Die filmreife Jagd endete auf dem Porta-Parkplatz, wo ein Personenschützer außer Dienst kurzen Prozess machte und den Dieb überwältigte.

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Diebstahl an der Zapfsäule.
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Quelle: dpa

Drewitz . „Haltet den Dieb! Haltet den Dieb!“ Außer Atem hat ein Tankstellenpächter aus Drewitz am Samstagabend einen Benzindieb verfolgt, aber inmitten parkender Autos vor dem Porta-Möbelhaus beinahe noch verloren. Der Täter nämlich versuchte, ihn zu schlagen und ihn anzuspucken; eine tätliche Auseinandersetzung aber wollte der Tankstellenpächter vermeiden. Ein Personenschützer außer Dienst stellte seinen Wagen in den Fluchtweg und nutzte das Überraschungsmoment, um den Dieb zu überwältigen. Es handelt sich um einen 22-jährigen Moldawier, der nur eine Aufenthaltbestätigung der Berliner Ausländerbehörde dabei hatte, aber auch genug Geld, um das Benzin zu bezahlen.

„Ich hatte Feierabend und wollte nach Hause. Da sehe ich, wie dieser Kapuzentyp aufs Gelände kommt und mit einem Chemiekanister an die am weitesten entfernte Tanksäule geht“, erzählt der Pächter: „Ich raus, um ihm klar zu machen, dass er diese Art Kanister nicht betanken darf. Da rennt er weg; was soll das denn?“ Plötzlich lässt der Pächter alle Vernunft fahren, die er seinen Angestellten immer eintrichtert, nämlich, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Er rennt, noch in Indoor-Kleidung, hinterher. „Mein eines Prozent Neandertaler-Gen hat mich beherrscht“, gibt er zu: „Da hat mir einer meinen Knochen aus der Höhle geklaut. Den wollte ich sofort wiederhaben.“ Über die Straße zum Kirchsteigfeld hinweg zum Porta-Parkplatz geht die Jagd, zickzack durch die Autoreihen. Der Kapuzenmann hält den Kanister fest im Rennen, wird langsamer, ist erschöpft.

Im Rennen kann der Pächter die 110 wählen und atemlos die Sache melden. „Gib mir den Kanister wieder!“ hört die Polizei den Pächter im Handy rufen, „Hilfe!" Ein Auto fährt neben ihm her, der Fahrer beobachtet die Szene. Der Dieb stoppt, bespuckt seinen Verfolger, schlägt in dessen Richtung, hält immer noch die Beute fest, dreht sich um, rennt weiter. Der Autofahrer gibt kurz Gas, stellt sich dem Flüchtenden in den Weg, springt aus dem Auto. Zwei, drei Griffe, und der Täter rührt sich nicht mehr; er riecht nach Alkohol, ist total ausgepumpt vor Anstrengung, der Pächter auch.

Irgendwann rückt die Polizei dann an, ohne Blaulicht, aus Teltow, wie der Pächter hört. Zeugenaussagen auch unter Porta-Kunden folgen; der Feierabend ist gelaufen. Gegen den jungen Moldawier wird eine Anzeige zum räuberischen Diebstahl erstattet. 6,25 Euro hätte das Benzin gekostet; genügend Geld hatte der Täter in seiner Hosentasche.

Von Rainer Schüler

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