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Finnische Elfen im 11-Line

Konzert von Riikka Timonen und Senni Eskelinen Finnische Elfen im 11-Line

Vom Zauberklang der Kantele soll schon der alte Sänger Väinämöinen gewusst haben. So steht es im Kalevala geschrieben, dem finnischen Nationalepos. Riikka Timonen und Senni Eskelinen haben sich zusammengetan, um die Magie von Gesang und Kastenzither auszuloten. Das Duo spielt am Dienstag in Potsdam.

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Finnisches Duo in Potsdam

Quelle: promo

Potsdam. Es braucht schon einigen Mut, um auf diese Weise vors Publikum zu treten. Barfuß geradezu. Denn Riikka Timonen und Senni Eskelinen können bei ihren Auftritten nur zwei Dinge vorweisen: Eine außergewöhnliche Stimme und die elektrisch verstärkte Kantele. Gesang und ein Instrument, das 39 Saiten hat und das man außerhalb Finnlands wohl kaum kennen dürfte. Allenfalls in den baltischen Ländern wie im sprachverwandten Estland.

Wo aber Beschränkung herrscht, da wachsen auch Experimentierlust und Wagemut, sich aufeinander einzulassen. Genau das haben die beiden Frauen getan. Wie nahe sie sich kommen, lässt sich auf ihrem jüngsten gemeinsamen höchst puristischen Folk-Album „Perillä“ nachvollziehen. Das erscheint zwar erst Anfang des kommenden Jahres, doch am Dienstagabend kann man das ungewöhnliche Duo bereits in der Galerie-Bar 11-Line erleben.

Auf der einen Seite folgt Riikka den Akkorden und Melodien, die Senni „webt“. Sie atmet förmlich mit ihrer Begleitung. Lässt sich tragen wie das Holz, das die Flößer in Finnland über die Flüsse und Seen schicken. Ganz eng schmiegen sich der Vokalvortrag und die sirrenden Töne, die mitunter an den Klang einer Harfe erinnern, aneinander. Zwei in tiefer Innigkeit. Sie beschwören eine Art akustisches Echo einer versunkenen Zeit.

Beide haben schon eine beträchtliche künstlerische Wegstrecke hinter sich gebracht – Riikka bei Formationen wie Värttinä und Adiemus sowie als Solistin. Senni dagegen begann schon als Achtjährige, die Kastenzither ohne Griffbrett zu spielen. Obwohl diese zu den traditionellen Instrumenten gehört, brachte Senni sie sowohl bei alten Volkswaisen aus Karelien und – recht ungewöhnlich - im Progressive Rock zum Einsatz.

Die erste Kantele überhaupt soll einst der alte Zaubersänger Väinämöinen angefertigt haben – aus dem Kiefer und den Zähnen eines Hechts. So heißt es im finnischen Nationalepos Kalevala. Zudem geht die Kunde, dass alle Tiere des Waldes herbeikommen, um zu lauschen. Die Menschen aber lassen ihre Arbeit ruhen, wenn der Zauberer spielt. Die zweite Kantele fertigt er später aus dem Holz einer Birke.

„Perillä“ heißt übrigens so viel wie „das Ende einer Reise“. Doch sind die Lieder der beiden erst einmal verklungen, hallen sie noch lange nach. Riikka und Senni sind auf der Reise zu sich selbst und längst nicht angekommen.

Das Konzert von Riikka Timonen und Senni Eskelinen am Dienstag, dem 28. November, in der Galerie-Bar 11-Line beginnt um 19 Uhr.

Von Ralf Thürsam

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