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00:46 21.04.2018
Das Zeppelin-Luftschiff „Hansa“ 1912 beim Landeanflug auf dem Potsdamer Luftschiffhafen. Quelle: ullstein bild
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Potsdam

Wie viele seiner Vorfahren schlug der am 8. Juli 1838 geborene Graf Ferdinand von Zeppelin die militärische Laufbahn ein. Er brachte es am Ende seiner Dienstzeit 1891 bis zum General der Kavallerie. Vorher hatte er auf eigenen Wunsch als Beobachter am Amerikanischen Bürgerkrieg 1863/64 teilgenommen und dort das Schlüsselerlebnis für sein zweites Leben: Er stieg mit einem Fesselballon auf. Als er während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 erneut auf Aufklärungs-Ballons stieß, konkretisierte sich sein Vorhaben, lenkbare Luftschiffe zu bauen.

Zeppelin wollte lenkbare Luftschiffe bauen

1891 begann von Zeppelins zweites Leben. Er entwickelte seine Vorstellungen vom Bau lenkbarer Luftschiffe. Doch selbst Fachleute wie Hermann von Helmholtz und Friedrich Siemens gaben dem Projekt keine Chance. Wilhelm II. folgte dem Rat beider und erteilte Zeppelin nur ein Reichspatent auf dem Gebiet „Sport und Spiele“. Doch ließ sich der General a.D. nicht entmutigen. 1897 wurde die „Gesellschaft zur Förderung der Luftfahrt“ mit einem Kapital von 800 000 Mark gegründet, wovon die Hälfte aus Zeppelins Privatschatulle stammte.

Am 2. Juli 1900 war es schließlich soweit: In Friedrichshafen am Bodensee startete das erste Luftschiff LZ1 zu seiner Jungfernfahrt. Der Erfolg aber wurde von Rückschlägen und Havarien überschattet. Das Unternehmen stand vor dem Aus. Niemals wird die Erfindung des „Narren vom Bodensee“ funktionieren, wurde reichsweit geunkt. Doch eine 1908 ins Leben gerufene „Zeppelinspende des deutschen Volkes“ brachte nicht nur sechs Millionen Mark, sondern auch die Wende. Selbst Wilhelm II. revidierte sein Urteil und ehrte 1910 den Grafen mit dem „Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste“.

Das Luftschiff „Schwaben“ machte den Anfang in Potsdam

Am 9. September 1911, 12.45 Uhr, schlug auch für Potsdam die große Zeppelin-Stunde. Das Luftschiff „Schwaben“ landete auf dem Luftschiffhafen am Templiner See und die Residenzstadt an das Flugnetz der Zeppeline angeschlossen. Eine Fahrt von Berlin nach Gotha beispielsweise kostete 500 Mark und dauerte fünf Stunden.

Verwaltungsgebäude, Hotel und Bürokomplex am Luftschiffhafen in Potsdam. Die Gebäude sind Luftschiffen nachempfunden. Quelle: euroluftbild.de/Bernd Clemens

In den Jahren 1910/11 hatte Graf von Zeppelin selbst den Bau des Luftschiffhafens überwacht und in der Villa Stadtheide gewohnt. Auf dem riesigen Feld begann nun eine rege Bautätigkeit. So wurde am 19. November 1912 die seinerzeit größte Luftschiffhalle der Welt mit 175 Metern Länge, 50 Metern Breite und 35 Metern Höhe fertig. Am 20. Dezember 1916 stieg das Luftschiff LZ 81 im Luftschiffhafen zu seiner Jungfernfahrt auf. Es war der 16. und letzte Zeppelin, der in Potsdam gebaut worden war. Als Waffe hatte sich der Zeppelin im Ersten Weltkrieg nicht bewährt und die Produktion wurde eingestellt. Das war auch im Versailler Vertrag festgeschrieben. Potsdam verlor seine Zeppelin-Bedeutung. Die Halle wurde 1920 abgerissen. Damit war zugleich die Vision Zeppelins, Potsdam zum Zentrum der europäischen Luftfahrt zu entwickeln, gescheitert.

Immer wieder aber geriet Potsdam in den Bann des Zeppelins. So am 15. August 1929, 11.30 Uhr, als das Luftschiff „Graf Zeppelin“ während seiner Erdumrundung von Lakehurst über Friedrichshafen, Berlin, Tokio, Los Angeles nach Lakehurst Potsdam überquerte. Die Fahrt dauerte 13 Tage und 21 Stunden.

Oder beim Luftschiffhafenfest am 29./30. August 1998. Die Post gab zur Unterstützung der Sanierung eine Briefmarkenklappkarte heraus, die die Sonderpostwertzeichen „75. Todestag Ferdinand von Zeppelin“, „Luftschiff LZ 127“ und „Landtag Brandenburg“ enthielt. Tausende Potsdamer nahmen an den sportlichen Wettkämpfen teil. Zum Luftschiffhafen gelangten die Potsdamer über die Zeppelinstraße, eine von vielen in Deutschland, die den Namen des Luftfahrtpioniers trägt.

Von Kurt Baller

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