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Potsdam Flixbus lässt Kinder auf der Klassenfahrt sitzen
Lokales Potsdam Flixbus lässt Kinder auf der Klassenfahrt sitzen
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06:46 27.05.2016
Die grünen Flixbusse sind auf den Straßen allgegenwärtig. Quelle: Picasa
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Groß Glienicke

Eine Klassenfahrt ist lustig – vorausgesetzt, der gecharterte Bus fährt. Im Falle der Groß Glienicker Grundschule aber fährt er nicht. Die Firma Flixbus hat 25 Kinder auf der Klassenfahrt sitzen gelassen, obwohl sie Hin- und Rückfahrt gebucht hatten. Eltern und Lehrer sind empört. Sie haben die Heimreise für die dritte Klasse nun in kürzester Zeit auf eigene Faust organisiert und hoffen, dass Flixbus die Kosten übernimmt.

Den ersten Ärger gab’s schon vor der Abfahrt

„Es ist unfassbar“, sagt Iv Winter, deren neunjährige Tochter sich auf tolle Tage am Werbellinsee gefreut hatte. Der Ärger aber begann schon am Mittwochmorgen daheim an der Haltestelle. „Um 9 Uhr sollte es losgehen“, berichtet die Mutter. „Um 8.30 Uhr standen wir wie verabredet bereit – von Flixbus keine Spur. Um 9.15 Uhr haben wir angerufen. Der Busfahrer sagte, er wäre im Stau und würde noch zehn Minuten brauchen, aber es dauerte bis 9.45 Uhr. Er hat auch nicht wie vereinbart das Gepäck eingeladen, das musste ein Vater übernehmen.“ Am Mittwochnachmittag informierte das Unternehmen schließlich darüber, dass man die Kinder nicht wieder abholen könne: Man habe dafür keinen Bus. Alle Versuche, Ersatz zu organisieren, seien gescheitert. Die Kinder könnten aber bei einer anderen Reisegruppe zusteigen. Weil deren Bus jedoch nicht für alle reiche, müssten fünf Personen anderweitig nach Groß Glienicke fahren, zum Beispiel mit dem Taxi.

Die Eltern haben dieses Angebot ausgeschlagen. „Wer will schon sein Kind mit dem Taxi über die Autobahn schicken?“, sagt Iv Winter. „Außerdem ist die gemeinsame Fahrt ja auch ein Erlebnis – immerhin ist das die erste Klassenfahrt.“ Daher kam es für die Eltern auch nicht in Frage, Fahrgemeinschaften zu gründen und die Schüler mit den eigenen Autos abzuholen – zumal sich die meisten so kurzfristig nicht freinehmen konnten und auch die Fragen um Verantwortung und Versicherung zu bedenken seien, sagt Iv Winter. Also habe man Busunternehmen abtelefoniert: „Drei von fünf konnten zusagen.“ Eine beachtliche Quote im Vergleich zu Flixbus.

Flixbus will die Kosten erstatten

1000 Busse hat das Unternehmen, das mit seinen Fernbussen den Reisemarkt sondergleichen aufgemischt und „Erfolg auf ganzer Linie“ vermeldet hat, laut Sprecher Jörn Roßberg im Linien- und Charterverkehr. Dennoch: Keiner dieser Busse konnte laut Roßberg einspringen. Mehr noch: Auch die Flixbus-Partner konnten laut dem Sprecher nicht aushelfen. Von sechs kontaktierten Firmen gab es demnach sechs Absagen. „Wir bitten die Familien um Entschuldigung“, sagt Jörn Roßberg. „Die anfallenden Kosten werden wir natürlich übernehmen.“

Für Iv Winter ist das gar kein Trost. „Wir Eltern sind nervös und aufgebracht, bis unsere Kinder wieder heil zu Hause angekommen sind. Und außerdem: Wie kann ich jemandem noch glauben, der einen Vertrag mit mir geschlossen und sich nicht daran gehalten hat? Es kann nicht sein, dass uns ein so großes Unternehmen mit dem Hinweis, man habe keinen Ersatz gefunden, abbügelt.“

Von Nadine Fabian

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