Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Flotte Masche gegen Kinder-Armut

Benefiz-Stricken für die Potsdamer Tafel Flotte Masche gegen Kinder-Armut

Strickfeen, Häkeltanten und Näherinnen aufgepasst! Das Garnatelier im Holländischen Viertel startet ein Benefiz für die Potsdamer Tafel. Am bundesweiten „Tag der Handarbeit“ sollen im Juni im Kutschstall die Nadeln klingen: Wer kann, ist gebeten, für Kinder aus sozial benachteiligten Familien ein Teil aus Wolle oder Stoff zu fertigen.

potsdam 52.3905689 13.0644729
Google Map of 52.3905689,13.0644729
potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
SV Babelsberg 03 feiert wieder Stadionfest

Bitten zum Benefiz-Stricken: Katja Wascher (l.) und Audrey Schneider.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Helfen kann ganz einfach sein und noch dazu richtig Spaß machen, wenn man seinem Hobby dabei Zucker geben kann. Am 14. Juni wird auch in Potsdam der bundesweite „Tag der Handarbeit“ begangen, den die Initiative Handarbeit, ein Verband von deutschsprachigen Herstellern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gemeinsam mit den Tafeln in Deutschland seit zehn Jahren organisiert. Das Garnatelier in der Potsdamer Benkertstraße 11 hat hier die Initiative ergriffen und bereitet den Aktionstag von 13 bis 17 Uhr im Kutschstall-Ensemble vor. Unter dem Motto „Jeder macht, was er kann“, darf dort mit (mitgebrachtem) Material gestrickt, gehäkelt und genäht werden, was das Zeug hält. Ob witzige Mütze oder kuschlige Babydecke, ob Pullover oder Pullunder, Söckchen oder Halstuch, Rock oder Hose – jedes Kleidungsstück, Kuscheltier oder nette Accessoire ist willkommen, um Kindern in Familie ohne großes Finanzbudget eine kleine Freude zu machen. Die in Handarbeit hergestellten Teile werden bis zum 1. September gesammelt und dann an den Ausgabestellen der Potsdamer Tafel verteilt.

Katja Wascher (ehemals die „Strickfee am Caputher See“) und ihre amerikanische Partnerin Audrey Schneider führen seit gut einem Jahr das Garnatelier im Holländischen Viertel (Ecke Gutenbergstraße) und sind von der Idee sofort angetan gewesen: „Man muss ja das Fahrrad auch nicht zweimal erfinden, und Potsdam hat ein sehr begabtes Publikum“, sagt die Amerikanerin, die in Bonn geboren wurde, aber bei Chicago aufgewachsen ist. 1986 kehrte die junge Frau, die in der Halbleiterbranche für Marketing und Vertrieb gearbeitet hat, zurück nach Deutschland; erst nach München, dann nach Berlin. Heute lebt sie in Wildenbruch bei Michendorf. Auf der Suche nach Strickhilfe ist sie im Internet auf Katja Wascher aus Caputh gestoßen, die dort bereits mit einem Atelier etabliert war. Schnell waren sich die Frauen einig, in Potsdam gemeinsame Sache zu machen. So entstand das Garnatelier, das beispielsweise fair gehandelte sowie pflanzengefärbte Wolle führt, Kurse und Workshops anbietet. Aus dem Caputher Atelier ist ein Ferienhaus geworden.

„Derzeit sind wir dabei, möglichst viele Potsdamer zum Mitmachen zu bewegen. Es soll generationenübergreifend genäht, gestrickt und gehäkelt werden. Wir beginnen am 14. Juni für ein paar gemeinsame Stunden, Aktionsende ist dann der 1. September. Das Garnatelier sammelt die gearbeiteten Kunstwerke für die Kinder ein und wird sie der Tafel übergeben. Dort helfen wir dann auch bei der Weitergabe in den einzelnen Ausgabestellen an die Kinder“, sagt Katja Wascher. Ab sofort sammeln die beiden Frauen Wolle (möglichst noch mit Banderole), Strick- und Häkelnadeln für all jene, die in den Kutschstall ohne eigenes Material kommen. „Auch hier soll ja keiner ausgegrenzt werden“, so Wascher. Weder die talentierte Rentnerin mit der schmalen Rente, noch die strickbegeisterte Mutter, die mit Hartz IV klar kommen muss. Stoff und Nähutensilien kann man dagegen im Ladencafé „Nähgern“, Großbeerenstraße, abgeben. Auch das Babelsberger Team unterstützt die Handarbeitsaktion. Weitere Helfer wollen Wascher und Schneider noch finden; zum Beispiel jemanden, der Getränke sponsort oder das muntere Stricktreffen mit flotter Musik im Kutschstall aufpeppt.

Neben Wollspenden dürfen übrigens schon jetzt auch fertige Teile für Kinder im Garnatelier abgegeben werden. „Immer her damit. Je mehr wir haben, desto mehr Kinder können etwas bekommen“, werben die beiden engagierten Unternehmerinnen und Mütter für die Benefizaktion. Diese, so finden Wascher und Schneider, die schon am Mercure-Geländer mitgestrickt haben, könnte doch auch eine Tradition werden.

Info: Garnatelier, Benkertstraße 11, geöffnet Di-Fr 12 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 16 Uhr, zu erreichen unter 0179/2924132. „Nähgern“, Großbeerenstraße 101, Mo-Fr 10 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 14 Uhr, zu erreichen unter 0331/74097013.

 

Von Claudia Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg