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Potsdam Fluchtauto der Juwelendiebe gefunden
Lokales Potsdam Fluchtauto der Juwelendiebe gefunden
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11:15 13.02.2016
Die Spurensicherung war schnell am Tatort. Auch die zahlreichen Augenzeugen, die den Überfall auf die Goldmann-Filiale beobachtet hatten, wurden umgehend von der Polizei befragt. Quelle: Foto: Julian Stähle
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Babelsberg

Der spektakuläre Juwelenraub in Babelsberg vor fünf Wochen steht offenbar kurz vor der Aufklärung: Die Polizei hat das Fluchtfahrzeug der mutmaßlichen Diebe gefunden, wie der Potsdamer Staatsanwalt Christoph Lange auf MAZ-Anfrage bestätigt. „Wir ermitteln gegen mehrere Beschuldigte“, so Lange am Freitag. Wie viele mutmaßliche Täter im Visier der Staatsanwaltschaft sind sowie weitere Details wollte er nicht nennen, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Alle seien auf freiem Fuß, sagte Lange nur, eine Verhaftung habe es bisher nicht gegeben.

Am 9. Januar, also am Samstag vor genau fünf Wochen, waren zwei Maskierte am helllichten Tag in die Filiale des Juweliers Goldmann in der Rudolf-Breitscheid-Straße 31 gestürmt, hatten mit einem Hammer fünf Vitrinen kurz und klein geschlagen und wertvollen Goldschmuck zusammengerafft. Dann flüchteten sie Richtung Voltastraße. Geschätzter Schaden: rund 15 000 Euro. Zahlreiche Passanten waren Zeugen des Überfalls im Babelsberger Zentrum geworden. Sie beobachteten, wie die Täter mit einem roten Audi Coupé davonrasten, in dem schon zwei Komplizen warteten. Ob der Sportwagen, der nun gefunden wurde, auf einen der vier Räuber zugelassen oder aber gestohlen war, wollte Lange nicht sagen. Auch zum Fundort des Wagens schweigen die Ermittler. „Die strafrechtliche Einordnung der Tat ist noch nicht klar“, sagte der Staatsanwalt. Die Attacke müsse erst im Detail aufgeklärt werden, um entscheiden zu können, ob sie als Raub oder schwerer Fall von Diebstahl bewertet wird. Raub kann mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu fünfzehn Jahren bestraft werden. Für besonders schweren Diebstahl liegt das Strafmaß zwischen drei Monaten und zehn Jahren Haft.

Die Polizei ging davon aus, dass die Täter Profis waren. „Sie waren organisiert und top vorbereitet“, hatte eine Polizeisprecherin nach dem Überfall erklärt. Kenntnisse über einen Zusammenhang mit anderen Überfällen in der Region gebe es bislang aber nicht, sagte Staatsanwalt Lange. Im November 2015 war ein Juwelier am Berliner Ku’damm überfallen worden. Dabei war ein Edelsteinfasser verletzt worden, der auch für Goldmann arbeitet. Die Juwelierkette hat ihren Stammsitz in Berlin und neben der Filiale in Babelsberg auch Läden in Berlin-Kladow, Wannsee und Falkensee.

Die Goldmann-Mitarbeiterin hat sich von dem Schock erholt

Der Mitarbeiterin, die bei dem Überfall im Januar zufällig als Aushilfe im Laden war und einen Schock erlitten hatte, gehe es wieder gut, sagte Goldschmiedin Vanessa Wajngarten. Eigentlich sollte die 34-Jährige hinter der Ladentheke stehen, aber sie hatte den Dienst mit einer Kollegin getauscht und diese wiederum mit einer anderen. „Die Kollegin hat den Überfall zum Glück gut verkraftet und arbeitet wieder“, sagte Wajngarten am Freitag.

Überfall zur besten Einkaufszeit

Eine Mitarbeiterin war am 9. Januar allein in der Goldmann-Filiale in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Babelsberg, als gegen 11.15 Uhr zwei Maskierte in das Geschäft stürmten. Die Frau floh in die Werkstatt, löste den Überfallmelder aus und verschloss die Tür hinter sich.

Mehr als zehn Zeugen, darunter Mitarbeiter des benachbarten Kaiser’s- Supermarktes, erlebten den Überfall am Vormittag mit und stellten sich den Tätern teilweise entgegen.

Auch eine Videokamera soll die Flucht der Golddiebe gefilmt haben.

Mit einem roten Audi Coupé gelang den Tätern die Flucht aus Potsdam. Sie rasten nach Beobachtung von Zeugen auf der Nutheschnellstraße stadtauswärts, nachdem sie beim Ausparken noch ein Auto gerammt hatten. Im Audi sollen zwei Komplizen auf die beiden Diebe gewartet haben.

Von Marion Kaufmann

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