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Potsdam Flüchtlinge müssen in alten Landtag umziehen
Lokales Potsdam Flüchtlinge müssen in alten Landtag umziehen
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22:15 27.05.2016
Die syrische Familie Youser wohnt seit Monaten im Wohnungsverbund.
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Potsdam West

Sie wohnen Tür an Tür mit deutschen Nachbarn, sind zum Teil gut integriert, doch nun müssen sie in eine Gemeinschaftsunterkunft umziehen: Flüchtlinge, die im Wohnverbund in der Haeckelstraße leben, werden ab August im ehemaligen Landtag auf dem Brauhausberg einquartiert. Die Plattenbauwohnungen in Potsdam West, die der Pro Potsdam gehören, müssen saniert werden.

Integrationspreis der Stadt 2014

„Das ist ein großes Problem. Die Menschen leben derzeit in eigenen Wohnungen und gehören fest zum Stadtteil“, sagt Annette Paul, Geschäftsführerin des Stadtteilnetzwerks Potsdam West. Das Netzwerk ist 2014 just für die Flüchtlingsarbeit in der Haeckelstraße mit dem Integrationspreis der Stadt ausgezeichnet worden. Das prämierte Projekt „N.N. – Neue Nachbarn“ war im Dezember 2013 aus der Taufe gehoben worden, als die ersten Asylbewerber in die Haeckelstraße zogen. Seitens der Anwohner hatte es anfangs auch Vorbehalte gegeben, doch durch gemeinsame Feste und Aktivitäten gilt die Haeckelstraße mittlerweile als Vorzeigeintegrationsprojekt in Potsdam.

„21 Familien müssen zum Sommer raus“, sagt Khalil Ehmed, Sozialarbeiter beim Internationalen Bund, der den Wohnverbund betreibt. „Natürlich ist es besser für die Integration, wenn man in einer eigenen Wohnung Tür an Tür mit Deutschen lebt und nicht abseits in einer Sammelunterkunft.“

Die Wohnungen sind Baujahr 1972

Dass die Flüchtlinge wegen der anstehenden Sanierung nur auf Zeit bleiben können, sei der Stadt, die die Appartements von der Pro Potsdam gemietet hat, von Anfang an mitgeteilt worden, sagt Anna Winkler, Sprecherin des kommunalen Wohnungsunternehmens. Die Sanierung habe sich sogar verzögert, sei nun aber nicht mehr aufschiebbar. Die Altbausubstanz aus dem Jahr 1972 müsse dringend grundsaniert werden. Heizungen, Elektroleitungen, aber auch Fenster und Fassaden würden in zwei Bauabschnitten erneuert. Beginn für den ersten Abschnitt ist im September. Binnen eines Jahres sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Die genauen Kosten können noch nicht beziffert werden. „Nicht nur die Flüchtlinge, sondern alle Mieter müssen ausziehen“, so Winkler. Für langjährige Mieter, die nicht nur einen befristeten Vertrag haben, würden Ersatzwohnungen in der Nähe angeboten. Die Wohnungen nach der Sanierung wieder für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, sei nicht vorgesehen.

Laut Stadtsprecher Jan Brunzlow leben derzeit 78 Flüchtlinge, darunter 17 unter zwölf Jahren, im Wohnungsverbund. Die meisten stammen aus Syrien. Seit Mai würden freie Plätze nicht mehr belegt. Die Menschen, deren Aufenthaltsstatus bis August geklärt ist, sollen in eigene Wohnungen einziehen. Die anderen Asylsuchenden – wie viele das sein werden, ist unklar – kommen in der Unterkunft auf dem Brauhausberg unter. Aktuell wohnen dort 95 Flüchtlinge in ehemaligen Abgeordnetenbüros. Das Ex-Parlament bietet derzeit Platz für 104 Menschen.

Von Marion Kaufmann

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