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Potsdam Flüchtlingstrainer „Hassan“ darf wohl bleiben
Lokales Potsdam Flüchtlingstrainer „Hassan“ darf wohl bleiben
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18:39 14.04.2016
Zahirat „Hassan“ Juseinov kommt aus Mazedonien. Quelle: Foto: Julian Stähle
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Babelsberg

Der von Abschiebung bedrohte mazedonische Co-Trainer der Babelsberger Flüchtlingsmannschaft „Welcome United 03“, Zahirat „Hassan“ Juseinov (35), darf nun offenbar in Potsdam bleiben. Das gab der Verein Babelsberg 03, zu dem das Flüchtlingsteam, gehört, am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite bekannt. „Wir freuen uns, dass unser Trainer ,Hassan’ und seine Familie in Deutschland bleiben wird“, heißt es da. Die ein oder andere kleine Hürde sei jedoch noch zu nehmen. Die Stadt wollte das nicht kommentieren. „Das Verfahren läuft“, so Sprecher Jan Brunzlow.

Für Abwicklung des Verfahrens werden laut den Fans aus der Nordkurve noch Dokumente aus Juseinovs Herkunftsland Mazedonien benötigt. Da die Flugkosten von 600 Euro für den vierfachen Familienvater nicht zu stemmen seien, werde am Freitag beim Heimspiel gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf im Karl-Liebknecht-Stadion für den Trainer gesammelt. Anpfiff ist um 19 Uhr.

Es geht um einen Ausweis für den Sohn

Dem Vernehmen nach fehlt noch ein Ausweis für Juseinovs ältesten, 14-jährigen Sohn. Das Bleibebrecht ermöglicht eine Aufenthaltserlaubnis für Jugendliche ab 14 Jahren, die gut integriert sind. Das Gesetz wurde 2015 gelockert: Mussten Minderjährige bislang sechs Jahre in Deutschland leben, um einen Antrag stellen zu können, reicht inzwischen ein Aufenthalt und Schulbesuch von vier Jahren. Die Familie lebt seit rund fünfeinhalb Jahren in Deutschland. Wenn der Sohn eine Aufenthaltserlaubnis bekommt, dürfen auch Eltern und Geschwister bleiben.

Derzeit ist der Trainer und Spieler des Vorzeige-Integrationsprojekts nur befristet geduldet. Nach einem Gespräch mit der Potsdamer Ausländerbehörde und Anrufung der Härtefallkommission des Landes Ende Februar hatte er für weitere drei Monate eine Duldung bekommen. Diese läuft also Ende Mai aus.

Woidke und Schweiger mischten sich in den Fall ein

Der Fall „Hassan“ hatte hohe Welle geschlagen, nachdem sich Schauspieler Til Schweiger und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf dem Brandenburg-Ball Mitte Februar vehement für den Mazedonier eingesetzt hatte. Der Landeschef nannte die drohende Abschiebung „widersinnig“ und bekam dafür viel Kritik, weil er sich in ein laufendes Verfahren eingemischt habe. Auch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte verärgert reagiert.„Es geht nicht, dass man sagt: Alle, die sich um Fußball verdient gemacht haben, behält man in der Landeshauptstadt“, hatte er erklärt.

Gleichzeitig kam ans Licht, dass der 35-Jährige im Jahr 2010 mit falscher Identität nach Deutschland eingereist und dann straffällig geworden war. Der Roma hatte angegeben, Iraker zu sein. Seine Heimat Mazedonien ist als sicheres Herkunftsland eingestuft, die Chancen auf Asyl sind deshalb schlecht. Das Amtsgericht Eisenhüttenstadt hatte Juseinov 2011 wegen eines Supermarkt-Diebstahls zu einer Geldstrafe von 75 Euro verurteilt.

Von Marion Kaufmann

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