Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Flughafenarchitekt soll Schwimmbad bauen

Entwürfe für Bad am Brauhausberg gekürt Flughafenarchitekt soll Schwimmbad bauen

Der Neubau des Sport- und Freizeitbades am Brauhausberg in Potsdam nimmt langsam Gestalt an. Eine Fachjury hat am Mittwoch die Siegerentwürfe des Architektenwettbewerbs vorgestellt. Das Projekt wird mit Kosten von 30 Millionen Euro deutlich teurer als ursprünglich geplant.

Voriger Artikel
Tödlicher Sturz in eiskaltes Wasser
Nächster Artikel
Auto gegen Auto gegen Auto gegen Auto

So sieht’s drinnen aus: Innenansicht des erstprämierten Entwurfs.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Als „Nachfolger“ von Oscar Niemeyer, dessen Entwurf bekanntlich nie realisiert wurde, steht nun wahrscheinlich bald Flughafen-Architekt Meinhard von Gerkan in den Startlöchern für das Sport- und Freizeitbad am Brauhausberg, das von den Stadtwerken finanziert wird.
Zu Gerkans Projekten zählen neben dem Berliner Hauptbahnhof unter anderem der Flughafen Tegel und – als jüngstes, prominentes Beispiel – der Großflughafen Berlin-Schönefeld. Gestern erhielt das Berliner Architektenbüro gmp um Meinhard von Gerkan für seinen Bad-Entwurf den ersten Preis der elfköpfigen Wettbewerbsjury unter Vorsitz des Cottbuser Architekturprofessors Heinz Nagler. Die Kür erfolgte fast einstimmig.

Dieser Entwurf ist der Favorit der Jury.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Entwurf zeigt einen sehr kompakten Baukörper, der von Glasflächen durchbrochen ist. Die Fassade ist mit Metall-Elementen mit gegliederten Oberflächen verziert, die von Wasserreflexionen abgeleitet sind.

Der östliche Fuß des Brauhausbergs bleibt beim Gerkan-Entwurf komplett frei von Bebauung und Badnutzung, weil die Freibereiche alle in Richtung Speicherstadt verlegt wurden. „Das ist ein Stück weit auch ein Geschenk an die Öffentlichkeit“, lobte Jurypräsident Nagler.

Aufatmen dürfte es bei den Kritikern der höchst umstrittenen meterhohen Pergola geben, die ursprünlich nach dem städteplanerischen Brauhausberg-Wettbewerb eingeplant war. Die Pergola als Begrenzung des Brauhausbergs zum Leipziger Dreieck fällt jetzt weg.

Für die Jury der zweitbeste Entwurf.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Baubeigeordnete Matthias Klipp widmete dem erstprämierten Entwurf eine Lobeshymne: Der Entwurf habe „die Anmutung einer Kunsthalle. Wäre er am Standort Mercure gekürt worden, wäre er auch ein super Entwurf für eine Kunsthalle gewesen“. Das euphorische Fazit von Klipp: „Baden ist Kunst ab heute in Potsdam!“ Er hoffe auf eine breite Akzeptanz des Wettbewerbsergebnisses. Die Gerkan-Architekten schätzt Klipp als „selbstbewusstes Büro“ ein; dies hätten die Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn gezeigt.

Dass das renommierte Architektenbüro gestern den ersten Preis des Preisgerichts davontrug, heißt aber noch nicht automatisch, dass es auch zu hundert Prozent den Zuschlag bekommen wird. Der Grund liegt im EU-Recht, in der „Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen“. Wenn das Honorar mehr als 200 000 Euro beträgt, muss man daen Auftrag nach einem geregelten Verfahren vergeben. Deshalb muss der Auslober alle drei Erstplatzierten zu weiteren Gesprächen einladen.

Dieser Entwurf wurde von der Jury auf den dritten Platz gewählt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Der zweitplatzierte Entwurf von der Berliner Gewers & Pudewill GmbH zeigt ein Bad, das von den Terrassenbauwerken in Potsdam inspiriert wurde und an die Topographie des langsam ansteigenden Brauhausberges angelehnt ist. Bei diesem Entwurf wäre der Fuß des Bergs allerdings nicht mehr öffentlich, sondern würde als Bad-Liegewiese genutzt. Der dritte Preis ging an die Berliner Ludes Generalplaner GmbH für ihren Entwurf mit monumentaler Säulenordnung. Der Eingang ist hier an der Max-Planck-Straße.

Bleibt am Schluss noch die K-Frage, die Frage nach den Kosten. „Wir haben jetzt drei Angebote zwischen 23 und 27 Millionen Kostenschätzung“, erklärte Stadtwerkechef Wilfried Böhme gestern. „On top“ kommen aber nun noch die Kosten für eine Tiefgarage, so dass der Gesamtbau deutlich teurer werden dürfte: Etwa 30 Millionen inklusive Tiefgarage, sagte Architekt Heyo Schönwälder, der den Wettbewerb organisiert hat.

Im September ist das Bad-Projekt wieder Thema in der Stadtverordnetensitzung; erst danach können die endgültigen Verhandlungen mit den Architekten beginnen. Im November soll der Vertrag unterschrieben werden.

Von Ildiko Röd

Entwürfe fürs Bad am Brauhausberg

Welcher Entwurf gefällt Ihnen am besten?

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stadt zeigt in den Bahnhofspassagen alle Entwürfe für das neue Schwimmbad

Endlich ist es soweit: Die Entwürfe und Modelle aus dem Städtebaulichen Wettbewerb Brauhausberg werden von Dienstag, 9. April, bis Dienstag, 23. April, in den Bahnhofspassagen öffentlich ausgestellt.

  • Kommentare
mehr
Mehr aus Potsdam
7b1a3dba-c221-11e7-939a-14d1b535d3f1
Potsdamer Lichtspektakel 2017

Es werde Licht! Drei Nächte lang wird Potsdam mit einem Lichtspektakel von Freitag bis Sonntag illuminiert.

Die Karikaturen des Potsdamers Hafemeister

Jörg Hafemeister karikiert seit Jahren die Potsdamer Lokalpolitik. Nun hat er immer mittwochs seinen festen Platz im Potsdamer Stadtkurier. Wir zeigen an dieser Stelle alle Karikaturen.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg