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Potsdam Flughafenarchitekt soll Schwimmbad bauen
Lokales Potsdam Flughafenarchitekt soll Schwimmbad bauen
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21:11 09.07.2013
So sieht’s drinnen aus: Innenansicht des erstprämierten Entwurfs. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Als „Nachfolger“ von Oscar Niemeyer, dessen Entwurf bekanntlich nie realisiert wurde, steht nun wahrscheinlich bald Flughafen-Architekt Meinhard von Gerkan in den Startlöchern für das Sport- und Freizeitbad am Brauhausberg, das von den Stadtwerken finanziert wird.
Zu Gerkans Projekten zählen neben dem Berliner Hauptbahnhof unter anderem der Flughafen Tegel und – als jüngstes, prominentes Beispiel – der Großflughafen Berlin-Schönefeld. Gestern erhielt das Berliner Architektenbüro gmp um Meinhard von Gerkan für seinen Bad-Entwurf den ersten Preis der elfköpfigen Wettbewerbsjury unter Vorsitz des Cottbuser Architekturprofessors Heinz Nagler. Die Kür erfolgte fast einstimmig.

Dieser Entwurf ist der Favorit der Jury. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Entwurf zeigt einen sehr kompakten Baukörper, der von Glasflächen durchbrochen ist. Die Fassade ist mit Metall-Elementen mit gegliederten Oberflächen verziert, die von Wasserreflexionen abgeleitet sind.

Der östliche Fuß des Brauhausbergs bleibt beim Gerkan-Entwurf komplett frei von Bebauung und Badnutzung, weil die Freibereiche alle in Richtung Speicherstadt verlegt wurden. „Das ist ein Stück weit auch ein Geschenk an die Öffentlichkeit“, lobte Jurypräsident Nagler.

Aufatmen dürfte es bei den Kritikern der höchst umstrittenen meterhohen Pergola geben, die ursprünlich nach dem städteplanerischen Brauhausberg-Wettbewerb eingeplant war. Die Pergola als Begrenzung des Brauhausbergs zum Leipziger Dreieck fällt jetzt weg.

Für die Jury der zweitbeste Entwurf. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Baubeigeordnete Matthias Klipp widmete dem erstprämierten Entwurf eine Lobeshymne: Der Entwurf habe „die Anmutung einer Kunsthalle. Wäre er am Standort Mercure gekürt worden, wäre er auch ein super Entwurf für eine Kunsthalle gewesen“. Das euphorische Fazit von Klipp: „Baden ist Kunst ab heute in Potsdam!“ Er hoffe auf eine breite Akzeptanz des Wettbewerbsergebnisses. Die Gerkan-Architekten schätzt Klipp als „selbstbewusstes Büro“ ein; dies hätten die Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn gezeigt.

Dass das renommierte Architektenbüro gestern den ersten Preis des Preisgerichts davontrug, heißt aber noch nicht automatisch, dass es auch zu hundert Prozent den Zuschlag bekommen wird. Der Grund liegt im EU-Recht, in der „Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen“. Wenn das Honorar mehr als 200 000 Euro beträgt, muss man daen Auftrag nach einem geregelten Verfahren vergeben. Deshalb muss der Auslober alle drei Erstplatzierten zu weiteren Gesprächen einladen.

Dieser Entwurf wurde von der Jury auf den dritten Platz gewählt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der zweitplatzierte Entwurf von der Berliner Gewers & Pudewill GmbH zeigt ein Bad, das von den Terrassenbauwerken in Potsdam inspiriert wurde und an die Topographie des langsam ansteigenden Brauhausberges angelehnt ist. Bei diesem Entwurf wäre der Fuß des Bergs allerdings nicht mehr öffentlich, sondern würde als Bad-Liegewiese genutzt. Der dritte Preis ging an die Berliner Ludes Generalplaner GmbH für ihren Entwurf mit monumentaler Säulenordnung. Der Eingang ist hier an der Max-Planck-Straße.

Bleibt am Schluss noch die K-Frage, die Frage nach den Kosten. „Wir haben jetzt drei Angebote zwischen 23 und 27 Millionen Kostenschätzung“, erklärte Stadtwerkechef Wilfried Böhme gestern. „On top“ kommen aber nun noch die Kosten für eine Tiefgarage, so dass der Gesamtbau deutlich teurer werden dürfte: Etwa 30 Millionen inklusive Tiefgarage, sagte Architekt Heyo Schönwälder, der den Wettbewerb organisiert hat.

Im September ist das Bad-Projekt wieder Thema in der Stadtverordnetensitzung; erst danach können die endgültigen Verhandlungen mit den Architekten beginnen. Im November soll der Vertrag unterschrieben werden.

Von Ildiko Röd

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Zum Abschluss des Realisierungswettbewerbes für den Neubau des Sport- und Freizeitbades am Brauhausberg präsentierte eine elfköpfige Fachjury unter Vorsitz von Prof. Hein Nagler drei preisgekürte Entwürfe. Diese Entwürfe werden nun detailliert geprüft und der Stadtverordnentenversammlung vorgestellt. Anfang September 2013 könnte dann eine endgültige Entscheidung über den Siegerentwurf fallen. Baubgeginn soll Dezember 2014 sein. 

Auf dem ersten Platz landete der Entwurf der gmp Generalplanungsgesellschaft mbh aus Berlin. 

Für die Jury war dieser Entwurf die Nummer Eins. Quelle: Bernd Gartenschläger

Den zweiten Platz bekam die Gewers & Pudewill Gmbh aus Berlin zugesprochen.

Für die Jury war dieser Entwurf die Nummer Zwei. Quelle: Bernd Gartenschläger

Platz drei erreichte der Entwurf der Ludes Generalpartner Gmbh, ebenfalls aus Berlin.

Für die Jury war dieser Entwurf die Nummer Drei. Quelle: Bernd Gartenschläger
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