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Potsdam Folgt Rewe auf Kaiser’s im Kirchsteigfeld?
Lokales Potsdam Folgt Rewe auf Kaiser’s im Kirchsteigfeld?
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18:51 18.01.2016
Die Kaiser’s-Filiale im Kirchsteigfeld ist leer seit Jahresende. Quelle: Rainer Schüler
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Kirchsteigfeld

Die Schotten sind dicht bei Kaiser’s im Kirchsteigfeld. Seit Jahresende ist der Supermarkt geschlossen; das Ende hatte sich längst angekündigt. Der Mietvertrag mit der Conwert Deutschland in Grünwald bei München war nicht verlängert worden; die Gründe hat das Unternehmen nicht benannt. Sie ist aber Eigentümer der Immobilie, die vor Ort von Alt + Kelber verwaltet wird.

Jetzt grübeln die Einwohner des einstigen Vorzeigestadtteils, wer das Kaiser’s-Erbe antritt. Während allgemein auf Edeka getippt wird, weil der Konzern Kaiser’s übernehmen will und nach dem Willen von Vize-Bundeskanzler Sigmar Gabriel (SPD) auch soll, sind die Anwohner der Meinung, dass jetzt Rewe die Nahversorgung im Kiez übernimmt.

Die nächste Rewe-Filiale liegt weit weg am Stern. Quelle: Rainer Schüler

Tatsächlich ist nach dem Rewe-Rückzug aus dem Nachbarstadtteil Drewitz die nächste Rewe-Filiale am Keplerplatz im Stern zu finden. Die Kirchsteigfeld-Bewohner jedenfalls möchten wieder einen Markt in ihrer Nähe haben, der nach dem Vorbild von Kaiser’s 6 Uhr morgens aufmacht und erst 22 Uhr am Abend schließt. Rewe wäre ein solcher Anbieter.

Schlimmer kann es mit der Nahversorgung im Kiez kaum werden. Lidl und Getränke Hoffmann sind seit Jahren weg, nun Kaiser’s. Ein Schuhladen verließ den Kiez vor Jahren, auch ein Sportartikelgeschäft und ein Reisebüro. Es gibt keinen Fleischer, keine Drogerie, keinen Blumenladen, aber eine Bäckereikette, einen Zeitungsladen, ein Kosmetikstudio, ein Tanzstudio, den „Groschenmarkt“ für Waren des täglichen Bedarfs, einen Tierarzt, eine geriatrische Betreuungseinrichtung, ein italienisches Restaurant. Einige geräumige Ladenlokale stehen immer noch leer; Nachmieter sind nicht in Sicht.

Sonderbarer Weise sind offenbar gerade die ärmeren Potsdamer Kunden bei Kaiser’s gewesen. „Als es die Ausgabestelle der Potsdamer Tafel in der Kirche noch gab, hatte man nicht nur viele soziale Kontakte“, erzählt Gloria Fabian 30), die eigentlich in Drewitz wohnt: „Viele Leute haben Geld gespart durch das, was sie von der Tafel bekommen. Für ein paar Getränke oder Kleinigkeiten sind sie dann aber noch bei Kaiser’s rein.“ Sie möchte wieder einen Versorger mit Öffnungszeiten wie Kaiser’s haben. Für Hermann Paeth (77) ist es sogar eine „Katastrophe“, dass Kaiser’s weg ist. Menschen, die wie er Gehprobleme haben, bräuchten Läden, die sie auf kurzem Wege erreichen, sagt er. Jetzt müssten sie zu Lidl an der Konrad-Wolf-Allee oder zu Real ins Stern-Center fahren, mit dem Auto. Auch Petra Gehrhardt (63) ist sauer. Bei der Volkssolidarität betreut sie alte Menschen zwischen 75 und 90: „Da brauchen viele einen Rollator. Die können gar nicht woanders einkaufen als hier im Kirchsteigfeld. Aber da ist ja nichts mehr.“

Die Tengelmann-Unternehmensgruppe mit Sitz in Mühlheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen), zu der Kaiser’s gehört, hat eine Fusion mit der Edeka-Gruppe angestrebt. Diese Fusion wurde vom Bundeskartellamt zunächst abgelehnt, doch die Bundesregierung will der Übernahme grünes Licht geben.

„Wir freuen uns, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel beabsichtigt, die Erlaubnis für eine Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch EDEKA zu erteilen“, erklärte die Edeka-Führung am Montag gegenüber dieser Zeitung: „Dies ist ein guter Tag für die Beschäftigten von Kaiser’s Tengelmann, die jetzt die Perspektive auf eine sichere Zukunft unter dem Dach des EDEKA-Verbunds haben. Es ist aber auch ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“ Die Entscheidung sichere 16000 Arbeitsplätze, entlaste die Sozialhaushalte von Arbeitslosenunterstützungen und fördere den deutschen Mittelstand. „Im Interesse aller Beteiligten werden wir die Bedingungen so schnell wie möglich und mit der gebotenen Sorgfalt angehen, damit einer Übertragung an Edeka nichts mehr im Wege steht.“

Von Rainer Schüler

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